Shaun White Snowboarding

Living on the wild side

Mit über 100 Kilo und satten 33 Lebensjahren verwandelt sich Snowboarding vom entspannten Freizeit- in knallharten Extremsport. Jede Kurve wird zum Erfolgserlebnis, jede Abfahrt ohne Sturz zu einem Weltcup-Sieg und ein Tag ohne ernsthafte Verletzungen zu einem Freudenfest.

Für einen kurzen Moment überlegt man noch, ob man für diesen Stress nicht zu alt ist, dann stürzt man sich zum zehnten Mal in den Schnee und lässt den Büro-gestählten Körper vor Anstrengung aufschreien. Was danach kommt, wirkt selten mutig, manchmal verzweifelt und meistens peinlich.

Nicht, dass ich mit Mitte 20 und 25 Kilo leichter ein besseres Bild abgegeben hätte. Dank eines lilafarbenen Skianzugs wirkte ich inmitten durchgestylter Teenager in einem Snowboard-Kurs wie ein Alien.

Ständig mussten die kleinen Scheißer auf mich warten und lachten herzhaft über meine ersten Gehversuche auf dem Snowboard – eine anstrengende, demütigende Angelegenheit. Nichts desto trotz komme ich nun jeden Hügel hinunter und darf mich fast Snowboarder schimpfen.

Mit Jungs, wie dem erfolgsverwöhnten Shaun White, habe ich also wenig gemeinsam. Trotzdem wage ich mich alle paar Jahre auf ein echtes Board und habe seitdem guten, alten 1080 auf dem N64 so ziemlich jedes Schneebrettspiel in den Fingern gehabt. Der rothaarige Amerikaner, der zwar keinen Schönheits-, aber jeden Snowboard-Wettbewerb gewinnt, war mir also ein Begriff und der Umstand, dass sich Ubisoft nun auch in das Extremsport-Genre wagt, eine Freude.

Mit dem Fachverstand des Olympiasiegers und der kraftvollen Assassin's Creed-Engine im Rücken möchte Ubisoft Montreal bei Shaun White Snowboarding einen ähnlichen Paradigmenwechsel hervorrufen wie seinerseits Electronic Arts mit skate. Weg von den bunten, anstregenden Bilderwelten eines Amped 3, hin zu einem realistischen Snowboard-Gefühl und authentischem Gameplay.

Die Entwickler betonen, dass jeder Trick, der im Spiel durchgeführt wird, bis zu einem gewissen Punkt auch in der Realität möglich ist. Knochenbrüche müsst Ihr natürlich nicht befürchten und auch das Trocknen der schweißtriefenden, stinkenden Klamotten entfällt. Mit Shaun White Snowboarding will Ubisoft Montreal viel eher eine gesunde Mischung aus Arcade und Simulation präsentieren, bei der der Spielspaß klar im Vordergrund steht.

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Das kann ich auch...

Auf einen klassischen Karriere-Modus müsst Ihr leider verzichten. Es wird eine bestimmte Form von Entwicklung geben, die jedoch nicht in das starre Konzept einer „Kampagne“ passt. Stattdessen möchte Ubisoft Montreal Online- und Offline-Komponenten viel stärker miteinander verknüpfen und ein neues, „innovatives“ Konzept auf die Bretter stellen.

So weisst Euch der Titel automatisch menschliche Mitspieler zu, wenn Ihr Online seid – ist abschaltbar. Ihr vergnügt Euch also ganz wie im richtigen Leben mit 16 Fremden auf Eurem Lieblingsberg und könnt ihnen beim Boarden zuschauen. Keine Lust auf unbekannte Gesichter? Ladet einfach Eure Freunde ein und stürzt Euch gemeinsam mit ihnen dem Tal entgegen.

Satte vier Berge mit über 17 Pistenquadratkilometer stehen zur Verfügung. Ob im Single- oder Multiplayer, die Abfahrt beginnt ganz oben auf der Spitze. Abgesetzt durch einen Helikopter fegt Ihr anschließend elegant den Steilhang hinab, platziert perfekt getimte Sprünge und Board-brechende Grinds. Neben dem simplen Freeboarding Modus könnt Ihr auf der Piste Turniere veranstalten, Eure Jungs in eine Half Pipe werfen oder ein Rennen ausrichten. Eine klare Trennung zum Singleplayer gibt es nicht. Das gemeinsame Erlebnis hat oberste Priorität.

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Kristian Metzger

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