Wie 60fps auf der PS5 Days Gone zu einem besseren Spiel machen

Ein echtes Plus.

Days Gone ist einer von zwei PlayStation 4-First-Party-Titeln, von denen wir wissen, dass sie sich der Existenz der PS5 bewusst sind. Im Wesentlichen wird die Framerate auf Sonys Next-Gen-Konsole von der Leine gelassen und nur durch die 60Hz-Bildwiederholrate eures Fernsehers begrenzt. Auf den ersten Blick ist das Upgrade in Bezug auf die Funktionen begrenzt, aber ähnlich wie bei Sucker Punchs PS5-Arbeit bei Ghost of Tsushima ist es ein transformatives Erlebnis in Bezug auf die flüssige Darstellung des Spiels und seine Reaktionsgeschwindigkeit - und es ist eine großartige Möglichkeit, ein beeindruckendes PS4-Spiel noch einmal zu erleben.

Bei der Rückkehr zu Days Gone habe ich einen Titel vorgefunden, der sich seit der ersten Berichterstattung von Digital Foundry deutlich weiterentwickelt hat. Obwohl es also einen klaren Vorteil auf der PS5 gibt, baut diese auf einer soliden PlayStation-4-Version auf, die viele der Probleme ausbügelt hat, die wir beim Start entdeckt haben. Entwickler Bend Studios wurde insbesondere für Patch 1.61 gelobt, der die anfänglich erforderlichen 60 GB Speicherplatz auf nur 38 GB reduzierte und eine Reihe von Optimierungen konsolidierte, die die flüchtigen Performance-Probleme, die wir in den ersten Patches fanden, drastisch reduzierten.

Nicht nur das, auch weitere Inhalte wurden seitdem hinzugefügt. Besonders angetan bin ich vom Herausforderungsmodus, der wichtige Gameplay-Mechaniken aus dem weitläufigen Open-World-Abenteuer befreit und sie in mundgerechte Arcade-Herausforderungen fasst. Sie sind auch eine wunderbare Möglichkeit, mit dem einzigartigen Feature von Days Gone zu experimentieren - der Horde. Ausgehend von einem früheren IGN-Tech-Feature gibt es tatsächlich 40 Horden, die über die Karte verstreut sind, jede davon kann maximal 500 Gegner erreichen. Es scheint ein festes Limit von 300 Freakern in den Herausforderungen zu geben, aber das ist immer noch eine Menge, mit der man zurechtkommen muss, und es gibt eine Vielzahl von interessanten Orten, an denen man kämpfen kann. Das ist auch die einzige Möglichkeit, wie ich in Days Gone auf der PS5 konstant am 60fps-Leistungsniveau rütteln konnte.

Ein Blick auf Days Gone auf PS4, PS4 Pro und PlayStation 5.

Um das klarzustellen: Die für die PlayStation 5 versprochenen 60 Bilder pro Sekunde werden die meiste Zeit über erreicht - abgesehen von ein paar zufälligen, vereinzelten gedroppten Frames, die so weit auseinander lagen, dass sie nicht auffielen. In dieser Hinsicht erhaltet ihr einen enormen Boost gegenüber den Last-Gen-Systemen - Ruckler beim Durchqueren der Spielwelt (die seit der Veröffentlichung stark reduziert wurden) sind immer noch vorhanden, in der PS4-Variante noch auffälliger, aber diese scheinen auf der PlayStation 5 größtenteils ausgebügelt worden zu sein. Nur wenn man es mit der Horde aufnimmt, gibt es spürbare Einbrüche unter die angestrebten 60fps - und selbst dann braucht es große Explosionen innerhalb einer gewissen Distanz und eine große Anzahl von Freakern, damit es zu Rucklern kommt. Und wenn es das tut, ist es nur flüchtig.

Der Herausforderungsmodus verstärkt dies noch ein wenig, aber das ist Absicht, denn hier könnt ihr eine geschlossene Masse von 300 Freakern zusammenführen und ganze Schwärme von ihnen mit Napalm-Molotows, Sprengstoffpaketen, Tankwagen und natürlich dem altehrwürdigen roten Fass ausschalten. Hier stoßen wir auf eine kurzzeitige, aber tiefgreifende CPU-Limitierung, da die Konsole die Auswirkungen dieser Explosionen auf so viele nahegelegene Objekte verarbeitet. In vergleichbaren Szenarien konnten wir auf der PlayStation 4 einen massiven Freeze von 284ms feststellen, wenn wir eine Horde mit 300 Gegnern bombardierten. Auf der PS4 Pro sank dieser Wert auf etwa 200ms. Wenn die Horde ausgedünnt wird, ist das Ruckeln weniger ein Problem - vermutlich, weil die CPU mit weniger zu verarbeitenden Gegnern weniger belastet wird. Auf der PlayStation 5 sinkt das Stottern hier auf 83ms im schlimmsten Fall - und tatsächlich waren mehrere Durchläufe nötig, um diesen Slowdown aufzuspüren. Normalerweise bekommen wir eine Handvoll 16ms-Frame-Drops und das war's dann auch schon. Um es kurz zu machen: Days Gone läuft bei 60fps nicht fehlerfrei, aber abgesehen von den gelegentlichen Framerate-Einbrüchen musste ich bei den Szenarien im Herausforderungsmodus aktiv darauf hinarbeiten, um das Spiel wirklich vor Probleme zu stellen. Der überwiegende Teil des Spiels läuft butterweich.

Abgesehen von der verbesserten Framerate scheint es sich hier um das Days Gone zu handeln, wie ihr es schon einmal gespielt hat. Ähnlich wie bei Ghost of Tsushima und sogar Cyberpunk 2077 (aber nicht Star Wars Jedi: Fallen Order!) ändert sich beim Übergang von der PS4 Pro zur PlayStation 5 nicht viel. Bei Szenenwechseln treten Checkerboard-Artefakte auf, die scheinbar die 4K-Rekonstruktion bestätigen - genau wie in der vorherigen Version - und auch die Sichtweiten, die Schattenqualität und andere grafische Eigenschaften stimmen überein. Die bessere CPU und der größere Speicherplatz scheinen einige Pop-Ins zu eliminieren, aber das ist auch auf den älteren PlayStations keine große Sache, es ist nur eine weitere Verfeinerung, die ihr auf der PlayStation 5 erhaltet.

Ghost of Tsushima bietet ein ähnliches Upgrade wie Days Gone.

Und das ist völlig in Ordnung: Nur wenige Open-World-Spiele liefen in der letzten Generation mit 60 Bildern pro Sekunde, weil die CPU- und GPU-Power einfach nicht da war, aber was noch wichtiger ist: Die Verringerung des Input-Lags ist spürbar. Spiele wie Days Gone, The Last of Us Part 2 und Red Dead Redemption 2 zeichnen sich durch exzellente Animationen aus, aber das Überblenden dieser Animationen zwischen verschiedenen Benutzereingaben führt zu zusätzlicher Latenz. Days Gone auf PS5 kann dieses Problem nicht lösen, aber die Verdopplung des visuellen Feedbacks liefert einen inhärenten Boost, der das Spielgefühl einfach besser macht - besonders nützlich während der Panik, die die Horde auslöst.

Im Endeffekt ist die Verdopplung der Framerate die tiefgreifendste Verbesserung, die man durch die Abwärtskompatibilität - oder "Back Compat Plus", wie ich es in diesem Fall nennen würde - erreichen kann. Und obwohl weitere Verbesserungen schön wären, ist es eine Tatsache, dass Days Gones visuelles Make-Up und die Features, so wie sie sind, großartig sind. Einige haben vielleicht auf ein Rendering in nativer Auflösung gehofft, aber ich sehe hier keinen Sinn darin - Days Gone sieht sehr, sehr nach "echtem" 4K aus, bis zu dem Punkt, an dem ich es viel lieber sehen würde, wenn die zusätzlichen Pferdestärken darin fließen, für stabile 60fps zu sorgen.

Days Gone ist auch Teil der PlayStation Collection - einer Reihe exzellenter Spiele, die ihr standardmäßig erhaltet, wenn ihr eine PS5 und PlayStation Plus habt, was uns zur Frage der PS5-Upgrades für PS4-First-Party-Titel bringt. Einfach ausgedrückt: Wir würden gerne mehr davon sehen! Days Gone und Ghost of Tsushima gehen mit gutem Beispiel voran, aber bei einigen Titeln könnte es sich als schwieriger erweisen, ohne erheblichen technischen Aufwand ein Upgrade zu erhalten. Allerdings haben wir bereits Anzeichen dafür gesehen, dass mehr von Sonys exzellenten First-Party-Titeln einen ähnlichen Boost erhalten könnten: The Last Guardian und God of War sind auch in der PlayStation Collection - Spiele, von denen wir wissen, dass sie mit 60fps bei voller Auflösung auf der PS5 laufen können, es aber nicht tun... es sei denn, ihr besitzt die Disc-Exemplare des Spiels, auf denen der Gold-Master-Code mit einer uneingeschränkten Framerate laufen kann. Aber für digitale Downloads und diejenigen, die nach gepatchten Versionen dieser Spiele mit den verschiedenen Verbesserungen suchen, sind maßgeschneiderte Patches erforderlich - und ich hoffe, dass sie zu gegebener Zeit kommen!

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

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Technology Editor, Digital Foundry  |  digitalfoundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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