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Bandle Tale umgarnt mit Niedlichkeit, verstrickt sich höchstens in langen Crafting-Zeiten

1 Garn, 2 Garn, 3 gähn.

Wer nach einem gemütlichen und niedlichen Crafting-RPG sucht, ist hier richtig. Ihr solltet aber etwas Zeit mitbringen.

Niedlich. Putzig. Drollig. Schnuckelig. Für Bandle Tale: A League of Legends Story muss das Synonymwörterbuch her, denn die kleinen Yordle sind einfach nur hoffnungslos süß. Die knuffigen Felltierchen aus League of Legends erhalten in diesem Crafting-Rollenspiel einen bezaubernden Pixelart-Look mit Farben aus der Pastell-Palette und laufen mit ihren winzigen Beinchen auch noch herum wie unbeholfene Kleinkinder im Schneeanzug.

Als ich letztes Jahr auf der Gamescom war und Song of Nunu: A League of Legends Story angespielt habe, erzählte ich den Entwicklern, dass ich so gerne ein Spiel zu meinem Lieblings-Champion aus League of Legends sehen würde - Lulu. Die kleine Yordle-Elfe begleitet mich als meistgespielte Figur nun schon viele Jahre. Bisher war aber noch kein Spiel von Riot Forge zu der verträumten Unterstützerin in Sicht. Bandle Tale: A League of Legends Story ist davon gar nicht so weit weg, denn es geht um ein Ereignis im Reich der Yordle, einer Rasse winziger plüschiger Wesen, zu denen auch Lulu gehört.

Wenn Niedlichkeit das beste Verkaufsargument ist

Von der Geschichte selbst will ich gar nicht so viel vorwegnehmen. Der Charakter, den ihr in einem simplen Editor erstellt, muss Bandle City retten und trifft dabei auf viele hilfsbereite, aber auch einige zwielichtige Yordle. Wer League of Legends gespielt hat, dem wird das ein oder andere Gesicht definitiv bekannt vorkommen. Als jahrelanger League-Spieler kann ich behaupten, dass die Persönlichkeiten der Champions, die wir hier treffen können, doch ganz gut eingefangen wurden. Hintergrundwissen wird keines benötigt. Gesprochen wird leider nicht, denn wir kommunizieren mittels Sprechblasen. Das stille Mitlesen trägt aber zur ruhigen Atmosphäre des Titels bei, über die ich jetzt ein paar Worte verlieren möchte.

Bandle Tale: A League of Legends Story im Test

Alles schreit nach Cozy-Game. Die Musik ist heiter und unbeschwert. Einige Male habe ich mich dabei ertappt, wie mein Kopf gemütlich mitgewippt hat. Beim Laufen klingt ihr wie eine kleine Maus, die sich ihren Weg durch die Gräser sucht. Die Welt ist so knuffig und kurios wie die Yordle selbst, die Geschichte locker und leicht verdaulich. Ihr sprecht mit einer rechten Socke, euer Rucksack ist gleichzeitig euer tragbares Haus und stricken ist ein beinahe lebensnotwendiges Hobby, das es euch sogar ermöglicht zu teleportieren. Die verrückte Welt bietet auch Situationen für den ein oder anderen Lacher.

Gemütlich heißt bei Bandle Tale: A League of Legends Story, aber auch langsam. Wie für Crafting-Games üblich müsst ihr erstmal eure Ressourcen sammeln, die nötigen Punkte im Fähigkeitenbaum freischalten und könnt dann an der richtigen Maschine eure Gegenstände zusammenbauen. Jeder Gegenstand hat eine festgelegte Zeit, die ihr abwarten müsst, bis ihr es einsammeln könnt. Bei 15 Items ist das also auch die 15-fache Zeit - ganz ohne Mengenrabatt! Da steht man sich gerne mal die kleinen Yordle-Pfötchen flach. In der Zeit könnt ihr aber auch durch die Welt laufen und andere Punkte auf der Quest-Liste abhaken. Die notwendigen Ressourcen findet ihr dafür überall auf der Welt und das nicht zu knapp, dafür benötigt ihr beim Craften manchmal mehr Klicks, als mir nötig vorkommt.

Ihr müsst also viel laufen, viel warten oder eben die Wartezeit überbrücken. Das ist mir fast ein wenig zu gemütlich. Ein wenig Action gibt es aber durch gelegentliche Mini-Games, wie etwa eine Gartenparty, in der ihr für eure Gäste Mahlzeiten zubereiten müsst oder ihr organisiert direkt eine große Dorfparty. So gehen die 40 bis 60 Stunden Spielzeit flotter rum und ein wenig Abwechslung wird in den flauschigen Alltag gebracht. Apropos Tag, es gibt auch einen Tag-Nacht-Zyklus, der die süße Pixelwelt in warme Mitternachtstöne taucht und hier und dort einen geringfügigen Einfluss auf bestimmte Gameplay-Aspekte hat.

Einen weiteren, wenn auch kleinen, Makel habe ich ganz am Anfang der Reise entdeckt. So wollte ich meinen Charakter im Editor erstellen, mich kurz in Bandle City einlaufen und das Spiel dann wieder schließen. Mein Fortschritt wurde dabei nicht gespeichert. Beim nächsten Mal musste ich also einen neuen Charakter erstellen und erneut die ersten Gespräche tätigen, die ersten Gegenstände herstellen und auch nach 10 Minuten dasselbe. Kein Speichern möglich. Das Zauberwort heißt "Bett". Bevor ihr nicht euer Rucksackhaus freigeschaltet habt, bleibt euch die Speicherfunktion verwehrt.

So richtig verstanden habe ich dieses "Feature" nicht, denn Bandle City hat sich ansonsten nicht so viel aus Realismus gemacht. Wie auch? Es geht immerhin um ein paar knuffige Kuscheltierchen, die sich mit Portalen aus magischem Garn von Insel zu Insel teleportieren. Wozu also ein Bett, um zu speichern? Na ja, nach 10 bis 15 Minuten solltet ihr es freigeschaltet haben. Ich wollte euch an dieser Stelle nur vorwarnen, falls ihr euch wundert. Es ist alles richtig so!

Bandle Tale: A League of Legends Story - Fazit

Also, was nehmen wir mit? Bandle City: A League of Legends Tale fängt den Charme der Yordles wunderbar ein und nimmt euch auf ein putziges, lustiges Abenteuer mit. Das Spiel von Riot Forge erfindet das Genre nicht neu, bietet aber eine wunderbar gemütliche Atmosphäre, süße Welten und einen Humor zum Schmunzeln. Dabei gibt es immer wieder längere Wartezeiten, in denen ihr entweder euren Ressourcen bei ihrer Umwandlung zuseht oder euch in der Yordle-Welt die Beinchen vertretet. Generell solltet ihr viel Zeit und Geduld für den Titel mitbringen. Gelegentlich wird das ruhige Gameplay durch kleine Aktivitäten durchbrochen, die eure Aufmerksamkeit für einige Minuten fordern. Danach ist es umso schöner, wieder ganz entspannt mit Haus und Stricknadeln im Gepäck durch die Welt zu streifen.


Bandle Tale: A League of Legends Story könnt ihr auf Steam oder im Nintendo eShop kaufen.


Bandle Tale: A League of Legends Story
PROCONTRA
  • Niedlichkeit!!!
  • Hübsche Pixel-Art-Optik
  • Persönlichkeiten der Champions gut getroffen
  • Wohlfühl-Stimmung
  • Unerwartet langer Spielspaß
  • Das Crafting fühlt sich ein wenig zäh an
  • Ihr benötigt etwas Geduld beim Spielen
  • Speichern erst nach ein paar kleinen Quests möglich

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