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Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) Test: Kompakter 4K HDR Laser-Beamer für Couch-Koops und Heimkino-Abende

Quadratisch (eigentlich kubisch), praktisch, gut!

4K UHD, HDR 10+, 3D, HDMI 2.1, bis 240 Hz, Google TV, scharfe Bilder, satte Farben, bis 200 Zoll - der Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) kann alles, was man sich von einem Beamer wünscht, und das zum Kampfpreis.

Anfang des Jahres hat der chinesische Hersteller Dangbei auf der CES 2024 mit dem Dangbei DBOX02 (vormals „Mars Pro 2“) sein neues Spitzenmodell im Segment der DLP Laser-Beamer vorgestellt, der „die nächste Dimension im 4K-Laser-Heimkino“ einleiten soll. Allein ein Blick aufs Datenblatt ist vielversprechend und nachdem der Marktstart des Beamers nun endlich erfolgt ist, konnten wir uns ein Testmuster des Dangbei DBOX02 inklusive des optional erhältlichen Standfußes „Gimbal Desktop-Ständer“ genauer zu Gemüte führen und uns ein Bild davon machen, was der kompakte Beamer zu bieten hat. Und um das Fazit schon einmal etwas vorwegzunehmen: Der kleine Zauberwürfel bietet für seinen Kampfpreis eine ganze Menge.

Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) Test Inhalt:


Lieferumfang des Dangbei DBOX02 & Gimbal Desktop-Ständer

Beim Auspacken des Dangbei DBOX02 staunt man nicht schlecht, denn aus einer 34 x 32 x 31 cm großen Umverpackung kommt am Ende ein rund 24 cm x 17 cm x 20 cm kleiner Beamer im schicken Schwarzmatten Design mit hochglanzpolierter Front und Oberseite daher, der nur 4 KG auf die Waage bringt. Mit dabei ist die zugehörige Fernbedienung, ein Reinigungstuch, eine kleine Bedienungsanleitung in sechs Sprachen (ENG, DE, FR, IT, ESP, JP) und ein 17 x 7 x 3 cm großes externes 180 Watt-Netzteil mit 1,3 Meter Länge samt zugehörigem 1,4 Meter langem Kaltgerätekabel. Die AAA-Batterien für die Fernbedienung und ein HDMI-Kabel für externe Zuspielgeräte waren nicht dabei, was heutzutage aber gängige Praxis ist.

In einem zweiten Paket kam der ebenso gut geschützte 1,8 KG schwere „Gimbal Desktop-Ständer“ daher, der für den Dangbei DBOX02 optional erhältlich ist. Er besteht aus einer 21,5 cm x 27,8 cm und 5 mm dicken, leicht angephasten Standplatte, an deren Unterseite ein nur 5 mm hoher Drehkranz befestigt ist, und einem 19 cm hohen Stützarm mit Kardanaufhängung, die mit vier beigelegten Inbusschrauben und Sechskantschlüssen mit der Basis verbunden werden. Alles in schickem Mattschwarz (wie der Beamer), nur die Achsbefestigung der Kardanaufhängung ist als Akzent in Gold gehalten (wie die Schriftzüge auf dem Beamer). Alle Berührungspunkte zwischen Beamer, Ständer und Standfläche sind dünn gummiert, damit nichts rutscht und es keine Kratzer gibt. Optisch wirken Beamer und Ständer hochwertig und aufeinander abgestimmt.

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Einfaches Aufstellen des Dangbei DBOX02 mithilfe des Gimbal Desktop-Ständers

Das Einsatzgebiet des Dangbei DBOX02 liegt weniger im dedizierten Heimkino, sondern eher im gemütlichen Wohnzimmer, in dem die Wände nicht schwarz gestrichen werden dürfen und die Möbel oder Hausherrin gerne mal eine optimale Aufstellung „erschweren“. Viel interessanter ist der Beamer zudem im mobilen Einsatz, wenn man sich am Wochenende mit den Kumpels zum lokalen Couch-Daddeln im Keller (oder demnächst EM schauen) trifft, denn wo andere Beamer gerne mal 20 KG und mehr wiegen, wie ein rohes Ei transportiert und anschließend eingerichtet werden müssen, lässt sich der kompakte Würfel einfach einpacken, mitnehmen und innerhalb von einer Minute in Betrieb nehmen.

Man sucht sich einfach eine passende Projektionsfläche, stellt den Zauberwürfel in etwa in der Distanz und Höhe für die gewünschte Bildgröße/-Position auf und überlässt den „AI“-Helferlein die automatische Einrichtung. Im Optimalfall ist die Projektionsfläche eine Kontrastleinwand, es reicht aber auch eine halbwegs glatte Wand (Gipskarton bis max. Feinputzwand, kein Rauputz), auch wenn man hier merklich Bildqualität einbüßt.

Wie beim Beamern üblich, hängt die Bildgröße von Abstand des Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) zur Projektionsfläche ab: Bei einem Abstand von etwa 2,2 Meter bekommt man ein 80 Zoll Bild, bei 2,8 m sind es 100 Zoll, bei 3,4 m 120 Zoll, bei 4,2 m 150 Zoll und so weiter. Das Ganze geht laut Hersteller bis 200 Zoll, wobei die empfohlene Bildgröße für bestmögliche Ergebnisse zwischen 80 Zoll und 120 Zoll liegen.

Nicht zwingend notwendig, aber deutlich leichter ist die Aufstellung mit dem optionalen „Gimbal Desktop-Ständer“, auf dem der Dangbei DBOX02 mittels einer vorbereiteten ¼-Zoll-Drehgriffschraube befestigt wird. Der Standfuß gibt dem Beamer nicht nur sicheren Halt, sondern ermöglicht es auch, den Projektor zu neigen und 360° horizontal zu drehen. Nur die z-Achse (Höhe) kann nicht verändert werden, das spielt aber keine große Rolle, denn ein schief projiziertes Bild lässt sich bei der Einrichtung wieder geraderücken. Alternativ kann man auch ein gutes Dreibein-Stativ mit 1⁄4-Zoll-Befestigung verwenden (Foto / Kamera-Equipment), hier sollte man aber unbedingt sicherstellen, dass eine entsprechende Haltekraft für den 4 KG schweren Beamer gewährleistet ist.

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Automatische Bildeinrichtung – nicht machen, machen lassen!

Für die Ersteinrichtung muss einmal die Fernbedienung verbunden und die Sprache eingestellt werden. Anschließend kann man das Netzwerk einrichten und sich bei Google TV anmelden oder es auch erst später erledigen (sobald eine Internetverbindung besteht, meldet sich der Update-Service und aktualisiert das System in 10 Minuten auf die neueste Version). Im nächsten Schritt gilt es, das Bild einzurichten, was jedes Mal erfolgt, wenn der Dangbei DBOX02 neu aufgestellt oder umplatziert wird. Hierfür muss man aber nicht Bildtechnik studiert haben, denn dank einer integrierten Kamera und der hauseigenen Bildoptimierungstechnologie „InstanPro AI“ macht das der Zauberwürfel innerhalb weniger Sekunden von selbst.

Zunächst sorgt der Autofokus beim Einschalten und Umplatzieren des Zauberwürfels innerhalb von 10 Sekunden für ein scharfes Bild, was in allen Testversuchen super funktioniert hat. Natürlich lässt sich die Schärfe auch manuell anpassen und nachjustieren, war aber nie nötig. Wer die Automatik dennoch nicht braucht, kann sie deaktivieren und - wenn nötig - im Menü oder via kleiner, roter „Direkt-Taste“ an der Seite der Fernbedienung manuell starten.

Sollte der Projektor horizontal und / oder vertikal nicht im perfekten 90 Grad Winkel zur Projektionsfläche stehen, ist als Nächstes eine Bildkorrektur nötig, um die Trapezverzerrung auszugleichen (aka „Keystone-Effekt“). In den Projektor-Einstellungen kann die Trapezkorrektur automatisch oder manuell durchgeführt werden, wobei ersteres in der Regel sofort ein rechtwinkliges Bild herstellt. Der Hersteller gibt eine Korrektur von ±30 Grad an, bei uns hat es aber auch selbst bei einer Aufstellung von 45° zur Projektionsfläche funktioniert, was ein völlig absurder Projektionswinkel ist. Sollte es einmal nicht passen, lässt sich die Feinjustierung per Fernbedienung vornehmen. Wie der Autofokus, kann auch die „automatische Trapezkorrektur nach Bewegung des Gerätes“ in den erweiterten Einstellungen aktiviert werden, was vor allem dann Sinn macht, wenn der Beamer häufig mobil eingesetzt wird.

Wer eine Leinwand verwendet, wird sich zudem über die automatische Anpassung der Projektionsfläche freuen, damit das Bild innerhalb der Leinwandränder projiziert wird. Auch ein manueller Zoom und das Verschieben des Bildes ist möglich, letzteres geht aber nur, wenn der Beamer nicht mit maximaler Zoom-Stufe arbeitet, was üblicherweise der Fall ist. Damit ist die Einrichtung auch schon erledigt, wer möchte, kann sich noch mit Bildeinstellungen wie Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farben etc. spielen, allerdings sind die Standardeinstellungen bereits recht ansprechend. Standardmäßig nutzt der Dangbei DBOX02 übrigens die Frontprojektion, es stehen aber auch noch weitere Projektionsmodi für Deckenmontage oder eine Rückprojektion / Rückdeckenprojektion zur Verfügung.

Dangbei DBOX02 Test: Bildergalerie Einrichtung, Einstellungen und Menü.

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Sichttest: Der Dangbei DBOX02 liefert beeindruckende Bilder

Der Dangbei DBOX02 arbeitet (wie viele Geräte in dieser Preisklasse) mit einem 0.47" UHD DMD-Chip, der dank XPR-Shift-Technologie Bildsignale auf 4K UHD-Auflösung hochskaliert (2x 1080p). Das „Shiften“ war lange Zeit (zurecht) verpönt, doch mittlerweile ist die Technik ausgereift, sodass die Bildqualität im Vergleich zu nativen 4K-Projektoren nur bei direkter Gegenüberstellung und sehr geübtem Auge zu erkennen ist. Für die Helligkeit (laut Hersteller bis 2450 Iso Lumen) sorgt ein ALPD-Laser der 3.0-Generation, der 30.000 Betriebsstunden überdauern soll und 4K-Inhallte mit 60 Hz oder bis zu 1080p Inhalte mit bis zu 240 Hz im 2D-Betrieb wiedergibt. Für helle und satte Farben werden HDR 10+, HDR 10 und HLG unterstützt. Zudem kann der Dangbei DBOX02 auch 3D bei 1080p-Inhalten wiedergeben, was heutzutage eine Rarität ist, denn die Auswahl an 3D-Beamern lässt sich mittlerweile an einer Hand abzählen.

Auf dem Papier sieht das schon mal ausgezeichnet aus, daher kam für den Sichttest die 4K UHD Blu Ray von Planet Erde 2 zum Einsatz, die in Bezug auf Farben und Kontraste kaum zu übertreffen ist. Für schnelle Bilder sorgt die 4K UHD HFR Blu Ray von Gemini Man, sowie die 4K UHD-Scheiben von Guardians of the Galaxy 2, Godzilla vs. Kong, Avatar – The Way of Water sowie eine Runde Fußball via Sky Sport UHD. Außerdem wurde mit PlayStation, Switch und Gaming-PC gezockt, unter anderem Fortnite, FC 24, Helldivers 2, Doom Eternal, Mario Kart, Beyond all Reason, Forza Motorsport und mehr.

Los ging es mit Standardeinstellungen auf einer kleinen 80 Zoll-Stativleinwand im verdunkelten Raum, um unter möglichst idealen Bedingungen Farben, Schärfe, Helligkeit und die MEMC-Technik bei schnellen Bildern auf eventuell auftretende Artefakte und Bewegungsunschärfe zu checken. Das Ergebnis lässt sich mit drei Buchstaben zusammenfassen: Wow! Ohne an irgendwelchen Einstellungen herumzuspielen, liefert der Dangbei DBOX02 satte Farben, nur bei hell/dunkel-Kontrasten (Weltraum-Szenen) könnte das Schwarz etwas kräftiger sein. Bezüglich Schärfe gibt es nichts zu meckern, es lassen sich selbst feinste Äderchen in Blättern sowie kleinste Härchen / Schuppen von Tieren gestochen scharf erkennen und dank der fortschrittlichen MEMC-Zwischenbildberechnung (Motion Estimation and Motion Compensation) ist auch von Bewegungsunschärfe oder Artefakten nichts zu sehen.

Dem Mobilitätsgedanken entsprechend wurde auch gestaunt, als 120 Zoll zum Zocken und für Filme / Fußball direkt an eine weniger ideale Feinputzwand mit Tageslichteinfall durch ein Fenster projiziert wurden (größer ging mangels einer passenden freien Wand leider nicht). Auch hier liefert der Beamer die bereits eindrucksvoll gezeigten scharfen und hellen Bilder sowie tolle Farben – natürlich nicht so hervorragend, wie auf einer Leinwand (ohne genaue Messung würde ich sagen, dass gut 20 % Helligkeit / Kontrast fehlen) -, aber immer noch sehr beeindruckend. So sehr, dass das Public Viewing der EM und der Zocker-Runde bei den Kumpels auch ohne Leinwand gesichert sein sollte.

Fürs Zocken gibt es einen eigenen Gaming-Modus, der für niedrige Latenz sorgt (die Kollegen bei Heimkinowelten.de haben 15ms gemessen) und der verrichtet seine Arbeit offensichtlich auch ganz ordentlich, denn weder bei schnellen Spielen wie Doom Eternal, noch bei kleinteiligen Games wie dem RTS „Beyond all Reason“ – ein Total Annihilation-Klon, der mit bis zu 32.000 Einheiten auf dem Schlachtfeld für viele, sich in unterschiedliche Richtungen bewegenden Pixeln und Effekten sorgt – sind mir Lags / merkbare Verzögerungen oder Bildfehler aufgefallen.

Bei Couch-Koops mit Splitscreen wie Mario Kart 8 Deluxe, FC 24, Rocket League etc. spielt ein Beamer mit seiner großen Projektionsfläche natürlich seinen größten Vorteil aus, da quasi „jeder einen eigenen Fernseher für sich hat und man nicht mit Gesicht an Gesicht zusammenrücken muss“ und man „besser in die immersive Welt eintauchen kann“ – so zumindest Meinung beim Zocker-Abend mit den Kumpels.

Natürlich hat der Dangbei DBOX02 beim Zocken aber auch seine Grenzen und die größte Hürde ist die maximale Auflösung von 4K bei „nur“ 60 Herz. Für die meisten Couch-Koops dürfte das keine große Rolle spielen, doch wer primär schnelle Shooter spielen will, muss entweder bei der Auflösung oder bei den FPS mit Abstrichen leben. Hier sollte man aber bedenken, dass es in dieser Preisklasse einfach keine Geräte gibt, die 4K bei 120 Herz schaffen. Da müsste man schon zu mindestens doppelt so teuren Geräten greifen (wie den Hisense PX 3). Wer zudem für Horror-Spiele absolutes Schwarz wie bei einem OLED-TV haben will, muss sich generell nach einer anderen Projektions-Technik umsehen, denn DLP-Laser erreichen aufgrund ihrer Funktionsweise keine perfekten Schwarzwerte.

Hier ein paar Bilder vom Zocken mit 120 Zoll an der Kellerwand vom Kumpel (danke Seb). Denkt aber daran, dass das nur eine grobe Vorstellung des Dangbei DBOX02 liefert, da durch das Abfotografieren, Hochladen (Webgrafiken) und die Darstellung auf eurem Bildschirm das Ergebnis stark verfälscht wird:

Dangbei DBOX02 Test: Bildergalerie Spiele und Filme.

Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) Technische Daten:

Display-TechnologieDLP
Helligkeit (ISO Lumen):2450
Display-Chip0.47" UHD DMD
LichtquelleLaser (ALPD® Laser Technology)
Lebensdauer der Lichtquelle30,000 Stunden
Auflösung4K UHD (3840×2160)
Unterstützte FormateHDR 10+, HDR 10, HLG
3DJa, 3D in Full HD
MEMCJa
Bildwiederholratebis 4K @60Hz, bis 1080p @240Hz (2D)
AI-HelligkeitsanpassungJa
AugenschutzJa
Projektionsverhältnis1.27:1
Bildgröße60"~200" (Empfohlen 80"~120")
AutofokusJa, dToF + Kamera Autofokus
Automatische Keystone-KorrekturJa, ±30°
Intelligente Bildschirm-AnpassungJa
Intelligente HindernisvermeidungJa
ProjektionsmodiFront, Rück, Frontdecken, Rückdecken
Projection Offset100%
Zoom100% - 50%
Lautsprecher2 x 12W
Unterstützte FormateDolby Digital, Dolby Digital Plus, DTS-X
Stromverbrauch150W
Lautstärke (Betriebsgeräusch)Standard Modus 24dB @25°C bei 1m Entferntung
RAM2GB DDR3
Interner Speicher32GB eMMC5.1
BetriebssystemGoogle TV
ContentNetflix, YouTube, Prime Video, Hulu, Disney+...
ChromecastJa
OTAJa
APP StoreGoogle Play
APP10000+

* Dieser Helligkeitswert entspricht dem Durchschnittswert der Massenproduktion, gemessen nach der Norm ISO 21118, unter idealen Laborbedingungen im Hochleistungsmodus.

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Sound

Im Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) sorgen zwei 12-Watt-Lautsprecher für einen verhältnismäßig guten Raumklang. Die tiefe Erzählerstimme von Norbert Langer in Planet Erde 2 ist gut zu verstehen und auch der Raumklang funktioniert in Relation zum System gut. Man sollte aber trotz DD, DD+ und DTS-X-Unterstützung keinen Raumklang wie bei einem richtigen Surround-Soundsystem erwarten. Vor allem bei Actionszenen, bei denen viele laute Kampfgeräusche und Dialoge gleichzeitig vorkommen, sind Stimmen mangels dedizierten Center-Speaker nicht immer gut zu verstehen.

Auch beim Zocken funktioniert die räumliche Soundkulisse je nach Spiel erstaunlich gut. Beispielsweise kann man zum Beginn von Hellblade 2 - nachdem Senua an Land gespült wird und sie die Felsklippen hochklettert – die Stimmen in ihrem Kopf abwechselnd links und rechts orten, während das Rauschen des Meeres und der Sturm eine gewisse räumliche Blase bilden.

Allerdings sollte man den Beamer dafür mittig vor oder hinter/über sich platzieren, sonst nimmt man die Lautstärke auf einem Ohr stärker / schwächer wahr und die Klanghülle funktioniert dementsprechend schlechter. Schwieriger wird es, wenn es um das räumliche Orten von Gegnern in Shootern geht. In Fortnite hat das etwa eher weniger geklappt – im Stereo-Modus konnte man zumindest die Seite ausmachen – allerdings sollte man bei solchen Spielen immer zu einem entsprechenden Headset oder einem Surround-Soundsystem mit Direktstrahlern greifen.

Kurzum: Für den mobilen Einsatz reichen die zwei Lautsprecher aus, man sollte aber keinen Sound wie bei einem guten Headset oder einem 7.1.4 Setup erwarten.

Ein nettes Zusatz-Feature ist der Bluetooth-Lautsprechermodus, mit dem man Smartphone, Tablet etc. einfach koppeln kann, womit der Beamer als Bluetooth-Lautsprecher fungiert.

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Betriebssystem, Apps, Steuerung & Fernbedienung

Bei Dangbei ist man besonders stolz, dass der DBOX02 (Mars Pro 2) der „Erste Google TV 4K Laserprojektor mit Netflix-Lizenz“ ist. Bedeutet im Klartext: Als Betriebssystem arbeitet ein voll lizenziertes Google TV (Version 11) auf Android-11-Basis mit der bekannten und gut strukturierten Oberfläche und allen zugehörigen Funktionen. In selbige ist die Netflix-App bereits fest integriert, was Probleme und Störungen verhindern soll.

Ebenfalls vorinstalliert sind Prime Video, YouTube sowie ein Multimedia-Player, der alle gängigen Video-, Bilder-, Audio- und Textformate abspielt. Weitere Inhalte sind kein Problem, denn mit über 10.000 verfügbaren Apps und mehr als 700.000 Filmen und Serien von weiteren Lizenzpartnern (Hulu, Disney+, Apple TV etc.) lässt sich sämtlicher Content in der Google-TV-Oberfläche bündeln. Es ist offensichtlich, dass der Dangbei DBOX02 stark fürs Streaming ausgelegt ist, man kann ihn aber auch offline betreiben, dann werden Inhalte entweder über die beiden HDMI-Eingänge (AVR, Blu-Ray-Player, PS5, Xbox etc.) oder übers Netzwerk / USB (Festplatte / Stick) eingespielt.

Im Hinblick auf die Bedienung gibt es nicht viel zu erwähnen. Das Ganze funktioniert mittels der zugehörigen Fernbedienung im heutzutage typischen minimalistischen Design, auf der ein rundes D-Pad und ein paar Tasten für Lautstärke, wichtige Menüpunkte, Sprachbefehle sowie Direkt-Tasten für YouTube, Netflix und Prime Video zu finden sind. Die Steuerung ist intuitiv, leicht verständlich, vollständig in Landessprache und läuft flüssig, wenn alle Inhalte nach Systemstart geladen wurden. Kurzum: Jeder, der einen Smart-TV oder eine Streaming-App bedienen kann, kommt auch problemlos mit dem DBOX02 zurecht.

Die Fernbedienung des Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) ist minimalistisch, hat an der Seite aber zwei nützliche Direkt-Tasten für den Autofokus und die Einstellungen.

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Anschlüsse & Konnektivität

In Sachen Konnektivität hat der Dangbei DBOX02 Folgendes zu bieten: Auf der Rückseite stehen 1x LAN (RJ45), 1x S/PDIF (Ausgang), 1x HDMI 2.1, 1x HDMI mit eARC, 2x USB 2.0, 1x Kopfhörer (3,5 mm Klinke) und 1x AC-In zur Verfügung. Hinzu kommt noch Wifi 6 (Dual-band 2.4 / 5GHz, 802.11a/b/g/n/ac/ax) und Bluetooth 5.2 / BLE, was AirPlay, Chromecast Built-In, Miracast, EZcast und DLNA ermöglicht.

So sieht die Rückseite mit den Anschlüssen des Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) aus.

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Stromverbrauch

Beamern hallt immer noch der Ruf als Stromfresser nach, allerdings sind moderne Projektoren – egal mit welcher Lichtquelle – relativ genügsam. Insbesondere LED- und Laser-Beamer gelten als sehr effizient und das zeigt sich auch beim Dangbei DBOX02. Nutzt man die Standardeinstellungen, gehen zwischen 100 Watt und 110 Watt über die Stromtheke, egal, ob man 1080p oder 4K Inhalte wiedergibt.

Im ECO-Modus mit etwas verringerter Helligkeit geht der Verbrauch runter auf 80 bis 90 Watt und im High Performance-Modus sind es 140 Watt. Schaltet man das W-LAN ab, kann man pauschal 4 bis 6 Watt abziehen. Der Hersteller gibt den Stromverbrauch übrigens mit 150 Watt an. Zum Vergleich: Mein 65 Zoll Samsung QLED gönnt sich bei 4K HDR Material und hellen Sequenzen gerne mal 160 Watt und gängige 100 Zoll QLED oder OLED TV fressen schon mal 300 Watt bis 400 Watt.

Im Standby-Betrieb patzt der Dangbei DBOX02 allerdings etwas, denn hier genehmigt er sich 18 Watt, manchmal auch kurzzeitig 24 Watt. Selbst mit ausgeschaltetem W-Lan sind es immer noch 14 Watt. Das ist für meinen Geschmack zu viel (bei meinem 28-Cent-Strompreis sind das rund 44 € im Jahr für Elektrosmog), lässt sich aber mit einer schaltbaren Steckdose schnell beheben. Diese Maßnahme hat allerdings Auswirkungen auf die Startzeit: Für einen Kaltstart mit automatischer Einrichtung dauert es rund eine Minute, für den Start aus dem Standby lediglich 14 Sekunden.

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Abwärme & Lüftung

Bei Beamern – egal welcher Bauart – ist die Abwärme und wie das Gerät damit zurechtkommt, ein oft unterschätzter Faktor, denn laute Lüfter können den Bildgenuss erheblich trüben. Auch hier gibt der Dangbei DBOX02 ein gutes Bild ab. Der verbaute Lüfter schaufelt sämtliche Abwärme auf der rechten Seite aus dem Gehäuse und war auch nach mehreren Stunden Betrieb nicht zu hören. Einzig, wenn man den Ton stumm schaltet, sich neben den Beamer stellt und konzentriert lauscht, wird man ein leises Säuseln des Luftstroms vernehmen. Im High Performance-Modus dreht der Lüfter allerdings voll auf und ist dann deutlich wahrzunehmen.

Die gute Wärmeabfuhr hat allerdings auch einen Haken, denn mit den getesteten Standardeinstellungen (110 Watt) heizt der Beamer das 15 m² große und geschlossene Arbeitszimmer innerhalb eines Filmabends um drei / vier Grad auf und sorgt für stickige Luft. Richtig unangenehm wird es, wenn man direkt im Luftstrom sitzt. Das soll keine Kritik am Gerät sein, denn alle Beamer produzieren viel Abwärme und in größeren Räumen relativiert sich das auch wieder. Vielmehr soll es eine Erinnerung an Beamer-Interessierte sein, dem Thema „Raumklima“ auch ein paar Überlegungen zu schenken.

Hier ein Blick mit der Wärmebildkamera auf den Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) und dessen Netzteil nach fünf Stunden Testbetrieb.

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Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) & Gimbal Desktop-Ständer Fazit

Die Zeit, in der man kleine DLP-Beamer als Spielzeug abgetan hat, ist seit ein paar Jahren vorbei und dass diese Technik mit großen Schritten immer neue Höhepunkte erreicht, beweist der Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) auf sehr beeindruckende Weise. Es ist erstaunlich, welche Technik sich mittlerweile in 24x17x20 cm verstecken lässt und welche Bildqualität der Zauberwürfel auf die Leinwand / an die Wand klatscht. Ich hatte nicht damit gerechnet und auch Familienmitglieder waren vom Dangbei DBOX02 verblüfft.

Für einen Angebotspreis von 1.549 € stellt Dangbeis neues Zugpferd also eine volle Breitseite vor den Bug der Konkurrenz dar, denn es gibt nur wenig Geräte in der „unter 2.000 €“-Klasse, die mehr Ausstattung mitbringen oder ein besseres Bild liefern. Zum Aussetzen gibt es - abgesehen vom relativ hohen Standby-Stromverbrauch - nichts, außer, dass man wohl eine große Leinwand anschaffen will und das Wohnzimmer / Keller nicht mehr verlassen will.

Wer den Dangbei DBOX02 gerne mobil einsetzen will, sollte sich zudem den Gimbal Desktop-Ständer genauer ansehen. Damit geht die Aufstellung und Ausrichtung des Bildes deutlich leichter von der Hand als mit der üblichen Methode (Bücher unterlegen).

Zu kaufen gibt es den Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) unter anderem bei Amazon.de, und Media Markt. Wichtig: Nutzt den Angebots-Code "Marspro2“, damit ihr auf den Preis von 1.549 € kommt.

Dangbei DBOX02 (Mars Pro 2) & Gimbal Desktop-Ständer im Test
PROCONTRA
  • Lebendige und scharfe Bilder mit satten Farben
  • Hohe Lichtleistung
  • Automatische Bildeinrichtung und Korrektur dank InstanPro AI
  • Einfache Bedienung dank Google TV und integrierter Apps
  • Sehr leiser Lüfter
  • Ausgezeichnete Zwischenbildberechnung dank MEMC
  • Genügsamer Stromverbrauch im Betrieb
  • Intelligenter Augenschutz (dimmt Helligkeit, wenn die Kamera jemanden im Projektionsbereich erkennt)
  • Schickes Design
  • Leicht und kompakt für einfache Aufstellung
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Einfaches Ausrichten mithilfe des optionalen Gimbal Desktop-Ständer
  • Relativ hoher Stromverbrauch im Standby
  • (Platzhalter-Kontra, da es zu wenig zu meckern gib)

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Einige Absätze mit Bezug zu Spielerlebnissen, dem Sound von Spielen und einige Bilder wurden ergänzt, um den Test abzurunden.

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Markus Hensel Avatar
Markus Hensel: Seit 2011 bei Eurogamer.de dabei. Zockt alles aus dem Hause Blizzard, insbesondere D3, Overwatch, Starcraft 2 und WoW-Raids (auch nach 10 Jahren noch). Hört Rock und Metal, hat einen Drachen-Fetisch, kann mit Fußball nichts anfangen, ist stolzer Besitzer eines Monstergrills und mag Kuchen und Kekse (viel zu sehr).

Informationen zu unserer Test-Philosophie findest du unter "So testen wir".