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Game Boy / Color / Advance / SP / Micro - Guide zum Start einer Sammlung

2000 Spiele und über hundert System-Varianten. Da wird das Sammeln der Konsole selbst schon zum Hobby.

Ich liebe die alten Game Boys, wer tut das nicht? Und es ist wie alle erfolgreichen Konsolen ein gutes Feld für Sammeleinsteiger. Bei über hundert Millionen verkauften Einheiten gibt es viel Material da draußen. Aber das heißt nicht, dass alles billig zu haben wäre.

Erst einmal gibt es das übliche Nintendo-Pappschachtel-Problem. Module für sich gibt es zuhauf, solche, die noch in einer auch nur halbwegs noch erkennbaren originalen Papphülle liegen, deutlich seltener, was den Preis gleich nach oben treibt. Könnt ihr ein Super-Mario-Land-2-Modul schon für 5 Euro ersteigern, und das fast jeden zweiten Tag, werden mit Hülle locker 20 bis 25 fällig. Mein Link's Awakening bekam ich für 9 Euro, jedoch selbst mit einer vom Hund durchgekauten Hülle sind es 30 oder mehr. Die gute Nachricht ist, dass es nur wenige Spiele gibt, die euch als Modul am Ende mehr als 10 Euro kosten werden, vor allem bei den grauen Ur-Game-Boy-Modulen. Ausnahmen sind seltenere, bekannte Spiele wie Castlevania Legends, aber selbst hier reichen 20 Euro. Sogar mein Final Fantasy Legend bekam ich für unter 30, immer und wie schon gesagt ohne Hülle. Bei einigen Advance-Titeln, vornehmlich Mario, Zelda und Final Fantasy, geht es auch etwas hoch, aber jenseits der 20 Euro ist selten.

Dieses werdet ihr lange suchen: Trip World. Sunsofts niedlicher Hüpfer ist selten, aber nicht so sehr. Als reines Modul kommt ihr mit etwas Glück schon unter 100 Euro weg, etwa das Doppelte mit Packung. Der Game Boy ist Sammler-freundlich..

Es gibt ein paar Importexoten wie besagter Shooter Zas, die sehr selten sind, da müsst ihr euch genau informieren und auch mal die eine oder andere Auktion mitmachen, um ein Gefühl für den Preis zu bekommen, aber dieser war mit 50 Euro bisher auch mein teuerster Game-Boy-Kauf. Import ist euer bester Freund, da die Game Boys ja keinen Region-Lock mitbringen. Vor allem in Japan lassen sich viele Schnäppchen machen - wie immer über ebay.com -, und das sogar oft mit Hülle. Schaltet bei Suchen also ruhig immer „weltweit" dazu. Bei reinen Modulen ist auch der Versand in der Regel günstig, die Dinger wiegen ja nichts.

Stabil sind sie auch noch. Ich habe noch nie ein Game-Boy-Spiel gehabt, das nicht funktioniert hätte, auch wenn das eine oder andere etwas Kontaktspray zur Aufmunterung brauchte. Was aber leider sehr oft vorkommt, ist, dass der Aufkleber auf dem Modul aussieht, als hätte man ihm im Regen liegen lassen, und das für Jahre. Es ist halt eine Konsole, die oft auch mal Kindern in die Hand gedrückt wurde, und die gehen dann wohl etwas ruppig mit den Spielen um. Das sieht man in der Regel beim Angebot. Ihr wisst, worauf ihr euch einlasst und wenn euch das nicht stört, lassen sich da klasse Schnäppchen schießen. Mein Reserve-Castlevania-2 kostete gerade mal 1,50 Euro und es fehlt nur der halbe Aufkleber...

Die Konsolen sind ein Sammler-Nirwana. Es gibt wahrscheinlich kein anderes Gerät, von dem so viele Versionen zu haben sind. Da wären natürlich erst mal die Grundformen Original, Pocket, Color, Advance, Advance SP und Micro. Jede dieser Formen hat aber auch noch eine ganze Reihe von Sondereditionen. Erst aber die Basics. Einen halbwegs erhaltenen, Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance oder Advance SP könnt ihr für um die 30 Euro in brauchbarem Zustand ersteigern, in sehr gutem für 50, mit Packung geht es ab 70 los. Das schwankt teilweise heftig, weil das Angebot so groß ist. Habt etwas Geduld, hier sind echte Schnäppchen immer wieder die Regel. Die Problemkinder sind der der beliebte und relativ seltene Micro, für den ihr selbst in bemitleidenswerten Zuständen 40 Euro zahlt, in brauchbaren um die 60 und, soll er schick sein, um die 80. Da kann dann auch schon mal mit etwas Glück die Packung mit dabei sein. Der Game Boy Light ist der schwierigste, da er nur in Japan und das auch in recht kleiner Auflage erschien. Es ist ein etwas größerer Game Boy mit der ersten Hintergrundbeleuchtung. Ich habe bisher keinen für unter 100 gesehen, normal ist etwas mehr als das bei Bietauktionen.

Advance SPs zu sammeln ist schon ein Hobby für sich alleine. Ich hab den oben rechts!

Jetzt kommt der komplizierte Teil für ambitionierte Sammler. Einen SP kann jeder haben. Eine 20 Jahre Famicom-Japan-only-Edition dagegen... Rechnet nicht damit, dass es billig wird. Jede der Grundvarianten ist in zig Editionen erhältlich, selbst vom Light, der offiziell gerade mal etwas mehr als ein Jahr verkauft wurde, gibt es acht. Beim SP sind es sogar über 50 und einige gehen richtig ins Geld. Wie gesagt, das ist eine Wissenschaft für sich, bei deren seltensten Auswüchsen die Grundregel, dass Sofortkaufangebote viel zu teuer sind, ganz besonders gilt. Leider habe ich noch nie einen Micro Famicom in einer Auktion gesehen, also werde ich wohl irgendwann mal die 150 Euro lockermachen.

Trotz und ein wenig auch gerade wegen dieser Bandbreite an zigtausend Spielen und Konsolenversionen: Für Sammler ist der Game Boy eines der spaßigsten Schlachtfelder überhaupt. Hier lassen sich immer Schnäppchen schießen, es gibt immer ein paar scheue Exoten, denen man nachjagen kann, und selbst bei denen halten sich die Preise am Ende noch in relativ engen Grenzen. Alle und alles zu haben scheint zwar fast unmöglich angesichts der schieren Masse an Material, aber eine ganz persönliche und umfangreiche Sammlung lässt sich hier mit Freude aufbauen, ohne alle finanziellen Rahmen zu sprengen. Ideal für Einsteiger ins Retro-Sammeln, braucht auch nicht so viel Platz im Regal.

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Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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