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HyperX Armada 27 im Test: Wenn der Ständer das Highlight des Monitors ist

Beim Preis etwas zu hoch angesetzt.

Die ersten Monitore von HyperX sind auf dem Markt und ich durfte das große Modell, den Armada 27, bereits auf meinen Schreibtisch stellen - auch, wenn nur für kurze Zeit. Mit einem Taschentuch in der Hand und einem wehleidigen Blick habe ich meiner kurzen Bekanntschaft hinterhergewunken, als sie von den Männern in Gelb abgeholt wurde. Zwei Sekunden später hat sich aber auch schon die Freude darüber breitgemacht, dass ich meinen eigenen Monitor wieder aufstellen konnte. Woher diese guten, aber doch irgendwie gemischten Gefühle kommen, will ich hier mal aufdröseln.

Fast alles, was das durchschnittliche Gamer-Herz begehrt

Vorweg kann ich schon mal sagen, dass der Monitor nicht schlecht ist. Die Werte sehen auf dem Papier solide aus. So bringt der Armada 27 IPS-Panel, eine Auflösung von 2560x1440 Pixeln, HDR400, 1 ms Reaktionszeit sowie bis zu 165 Hz mit und sieht auch bei schnellen Bewegungen klar aus. Ordentliche Werte dafür, dass das hier nicht einmal die Monitor-Variante für die kompetitiven Zocker ist. Der Armada 25 besitzt zwar eine niedrigere Auflösung und eine kleinere Bildschirmdiagonale, dafür bringt er eine Bildwiederholungsrate von bis zu 300 Hz auf die Waage und ist minimal günstiger.

Der Armada 27 sieht mit seinen dünnen Rändern schön modern aus und zaubert scharfe, farbintensive Bilder auf den Schirm, egal ob beim Arbeiten oder Zocken. Neben HDR 400 sorgen dafür auch die 95 Prozent DCI-P3 (8-Bit), die Helligkeit von bis zu 400 cd pro Quadratmeter und ein mittelmäßiges Kontrastverhältnis von maximal 1060:1 für eine ganz okaye Aussicht. Vor allem an einem satten, tiefen Schwarz fehlt es dem Armada 27 etwas. Im Dunkeln zu spielen, das könnte also etwas weniger berauschend sein. Der Blickwinkel ist dafür stabil und die Farben sehr akkurat. Beim Zocken kommt einem noch die Kompatibilität mit Nvidia G-Sync entgegen.

Mit Steckplätzen war HyperX etwas sparsam, denn es gibt lediglich einen Displayport 1.4 und zwei HDMI 2.0. Nein, kein USB-Slot, wirklich nicht. Dafür ist am Greifarm für eine ordentliche Kabelführung gesorgt. Außerdem könnt ihr diesen mit einem zusätzlichen Element erweitern, wenn ihr ein paar Scheine zusätzlich in die Hand nehmt. So könnt ihr direkt zwei Monitore an die selbe Halterung anbringen. Für meinen Geschmack hätte der Armada auch gerne Curved sein dürfen, aber man kann ja nicht alles haben.

Alles hat im Karton des Armada 27 seinen Platz. Auf- und Abbau hat die Ordnung im Paket wirklich erleichtert.

Eine Traumhafte Halterung, die dem Monitor die Show stiehlt

Sehr großzügig ist dafür der Lieferumfang. Es gibt den Bildschirm, einen Schwenkarm, ein rotes Displayport-Kabel, ein schwarzes HDMI-Kabel, ein Netzstromkabel, eine VESA-Halterung inklusive Schrauben, Befestigungsplatten und Schrauben sowie zwei Inbusschlüssel. Ein waschechtes Rundum-Sorglos-Paket, das sehr penibel im Karton sortiert ist. Jedes Teil hat sein eigenes kleines Fach und ist in Schutzfolie gewickelt. Nur der Monitor selbst könnte statt der recht dünnen Folie gerne in Luftpolsterfolie verpackt sein, um eventuelle Stöße besser abzufangen. Alles passt farblich gut zu HyperX, das meiste ist schwarz und es gibt ein paar dezente Farbakzente in Rot. Der Schwenkarm aus Metall ist massiv, schwer und wirkt robust und stabil, während der Monitor mit Plastikrahmen sehr leicht ist und mir das Gefühl gibt, ihn mit Samthandschuhen anfassen zu müssen. Um die Halterung zu nutzen, ist das Gewicht aber äußerst praktisch - selbst so wiegt die Konstruktion ja schon etwa acht Kilogramm.

Der Aufbau ist recht simpel. Für den Arm müsst ihr drei Teile zusammenstecken und der Monitor besitzt ein angenehm entspanntes Stecksystem. Ihr klickt den Bildschirm in die Halterung und seid fertig. Alles hält wunderbar und lässt sich durch den Greifarm mit zwei Gelenken optimal und flexibel an eure Bedürfnisse anpassen. Egal, ob horizontal oder vertikal, weit vorn, ganz hinten, das könnt ihr euch aussuchen, was auch immer ergonomisch perfekt erscheint. Ich würde aber sagen, dass ihr den Bildschirm und den Greifarm nicht an einem minderwertigen Tisch nutzen solltet. Klemmt ihr den Arm an einen leichten Tisch mit Ikea-Lack-Qualität, tut ihr eurem Möbelstück und dem Monitor sicher keinen Gefallen. Da ich selbst einen massiven Tisch besitze, kann ich hier nur eine Vermutung anstellen, aber leichte Dellen im Pressholz oder eine ungute Gewichtsverlagerung fühlen sich für mich nicht nach unwahrscheinlichen Konsequenzen an.

Oben, unten, links, rechts, vertikal, horizontal und überhaupt genau da, wo ihr ihn haben wollt.

Ein hoher Preis für gute Ergonomie

Ist der Monitor an, könnt ihr auch schon direkt loslegen. Hinten rechts am Bildschirm könnt ihr eure Einstellungen vornehmen. Das Menü ist schlicht und sieht zu Anfang etwas verwirrend aus, denn ihr findet auf Knopfdruck nur Einstellungen zu Helligkeit und Farbe sowie die Informationen. Hier gibt es dann alle Einstellungsoptionen. Einen Eye-Saver habe ich nicht gefunden, dafür Schwarzwert, Framerate, Fadenkreuz, HDR, Reaktionszeit und Stromeinstellungen. Ingame sind eure Anpassungsmöglichkeiten beschränkt. Farbe und Sättigung könnt ihr dann erst wieder auf dem Desktop ändern.

Und wo ist jetzt das Problem? Hört sich doch alles gut an, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Tja, das sagt ihr auch nur, weil ihr den Preis noch nicht gesehen habt. Für den Armada 27 zahlt ihr stolze 599 Euro. Das ist trotz des großen Lieferumfangs noch etwas zu viel. Andere Monitore im gleichen Preissegment bieten oft bessere innere Werte, auch wenn sie im Gegenzug nicht mit der Halterung von HyperX mithalten können. Zudem fehlen dem Armada USB-Ports jeglicher Art, es gibt nur einfache LED-Beleuchtung und bis auf den Greifarm hebt sich der Bildschirm nicht großartig aus der Monitor-Masse hervor. Den Greifarm gibt es auch einzeln für 149,99 Euro und ein zusätzliches Element für ein Doppel-Setup für 100 Euro. Diese könnt ihr dank der VESA-Halterung auch unabhängig vom Armada-Bildschirm nutzen.

Zweimal volle Flexibilität geht mit dem Armada 27 auch. Nur der Tisch sollte groß genug sein.

HyperX Armada 27 Test - Fazit

Den HyperX Armada 27 zu haben ist schon ganz nett, ihn zu bezahlen ist aber eine andere Kiste. Klar, der Greifarm ist super und ich vermisse ihn sehr, aber der Monitor selbst ist dann doch etwas unscheinbar. Für 600 Euro gibt es sicher Alternativen mit einer besseren Preisleistung - vor allem für diejenigen, die mehr Wert auf die Leistung des Monitors als auf die Ergonomie des Ständers legen. Habt ihr keinen passenden Tisch, solltet ihr ebenfalls die Finger davon lassen. HyperX hat technisch hier in der Summe trotzdem ganz ordentliche Arbeit geleistet und mit seiner mitgelieferten flexiblen Halterung eines der wohl ergonomischsten Gaming-Monitor-Pakete zusammengeschnürt, die es aktuell auf dem Markt gibt. Das Klick-System ist deutlich intuitiver und angenehmer als sich mit Schrauben abzumühen und hat mich wirklich begeistert. Schade, dass dieses ausgezeichnete System nur mit dem nur leicht überdurchschnittlichen HyperX-Monitor funktioniert.

HyperX Armada 27 - Pro und Contra

Pro:

  • Tolle Bildschirmhalterung inklusive
  • Solide Werte für ein gutes Seherlebnis
  • Großer Lieferumfang

Contra:

  • Etwas teuer
  • Das Schwarz dürfte gerne satter sein
  • Menü ist nicht optimal strukturiert

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor
Melanie Weißmann Avatar

Melanie Weißmann

News-Redakteurin

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

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