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Microsoft kauft Activision: Warum das eine gute Sache für uns Gamer ist

Die größte Übernahme des Jahres schon in der dritten Januarwoche? Könnte sein, denn für 50 Milliarden übernimmt MS nun ActiBlizz. Das könnte für uns Spieler positive Effekte haben.

Microsoft kauft den größten Spiele-Publisher der Welt. Das ist eine große Sache. Ohne Frage. Vieles macht jetzt Sinn, so wie die Schließung einiger interner lokaler Strukturen von Activision über die letzten 12 Monate. Das ging schon in Richtung Verkauf. Microsoft kamen sicher einige Enthüllungen und der damit verbundene Einbruch der Activision-Aktion entgegen. Wenn man genügend Wirtschaftskrimis gelesen hat, nun, vielleicht war der Zeitpunkt dafür geplanter als zunächst gedacht. Aber das driftet dann wirklich ins sehr Spekulative ab. Fakt ist: Microsoft kaufte Activision.

Was bedeutet das für uns als Spieler? Nun, wenn man kein Call of Duty oder eines der Blizzard-Franchises spielt, herzlich wenig. Auch für den langjährigen WoW-Spieler dürfte es nicht akut viel bedeuten, denn dass dieses alte Schlachtschiff jetzt zum neuen Ufer des Game Pass steuert und sein eigenes Abo-Modell aufgibt, damit rechnen nur die wenigsten. Von einer Konsolen-Version ganz zu schweigen, das dürfte sogar noch unwahrscheinlicher sein. Was also muss es mich kümmern?

Auf dem Weg das Headquarter der Spielwelt zu werden: Microsoft Campus in Seattle.

Generell dürfte es die Kräfteverhältnisse noch mal weit deutlicher verschieben als es die Akquise von Bethesda tat. Man mag über WoW und CoD denken, was man will, aber das sind gewaltige Spielemarken, in den USA noch mal weit mehr als hier. Und dort ist das eine wirklich große Sache, wenn das nächste Call of Duty auf einer Plattform nicht mehr erscheint. Zu Zeiten der PS4 war Sony dermaßen marktdominierend, dass man sich Gedanken machte, ob überhaupt noch eine neue Xbox kommt. Das beginnt sich nun gar nicht so langsam zu wandeln.

Natürlich "cheatet" Microsoft, indem sie nicht über Jahre Studios und IPs aufbauen, wie das Sony tut. Aber wenn man die an manchen Tagen reichste Firma der Welt ist, dann geht das halt. Keiner weiß so richtig, ob ihr Game Pass eine gewinnbringende Sache werden kann, aber das ist ihnen aktuell auch egal. Es soll das beste Gaming-Abo der Welt werden und da kaufen sie nun Material für. So wie es Netflix, Disney+ und Co. auch tun. Das Gute an dieser Stärke Microsofts am Markt ist, dass es den immer noch Branchenführer Sony aus der Reserve lockt. Sony muss reagieren, muss sich jetzt Gedanken zu etwas wie dem Game Pass machen und vor allem müssen sie das Wertvollste, das sie haben, schützen und verbessern.

Activision Hauptquartier: Litt scheinbar unter den jüngsten Skandalen, aber den Verkauf dürfte das beschelunigt haben.

Sonys Stärke sind ihre Eigenmarken, egal ob das ein Ghost of Tsushima oder ein Uncharted ist. Das sind, so wie es bei Nintendo Mario und Zelda sind, die Gründe für eine PlayStation. Waren es immer, werden es immer sein. Jetzt aber heißt die Konkurrenz plötzlich nicht mehr Halo oder Forza, die nie ganz dieses Standing hatten, sondern sie heißt Halo, Forza, Elder Scrolls, Starfield, Call of Duty, Diablo und mehr. Das ist nicht nur langsam ein Gegengewicht, da hat Microsoft richtig was in die Waagschale geworfen, die nun heftig wackelt.

Wenn Sony dem also etwas entgegensetzen will, dann müssen das eigene Spiele sein, die noch mehr überzeugen als sie es bisher schon taten. Schwer vorstellbar, aber das muss das Ziel sein, um dagegenzuhalten und sich nicht plötzlich auf einem sehr schmerzhaften Platz zwei bis drei wiederzufinden. Und noch bessere Spiele von Naughty Dog? Erneut, schwer vorstellbar, aber das kann uns nur recht sein. Und Microsoft weiß auch, dass diese Spiele kommen werden, was auch bedeutet, dass sie bei ihren eigenen Marken nicht an der Qualität geizen dürfen. Wenn man auf der Xbox viel spielen kann, aber nicht viel davon gut ist, dann spricht sich das auch schnell rum.

In Kürze seht ihr das Logo dann bei neuen Titeln nur noch auf Xbox. Zeit für Sony, an noch besseren Exklusiv-Titeln zu schrauben.

Hart wird es am Ende für generelle Spielefans, die mal dies und mal das spielen wollen, aber nicht jede Konsole im Haus haben wollen. Sofern diese nicht gerade erklärte Halo/Forz/Gears-Fans waren, war die PlayStation das Mittel der Wahl. Im Grunde alles plus einige der besten Games der Welt. Jetzt kommen wir in die alten Zeiten zurück, als jede Konsole ein weit größeres individuelles Angebot hatte als das bei PS3/PS4- beziehungsweise 360/One-Ära der Fall war. So wie es bei Mega Drive und Super Nintendo war, so wie es bei Netflix und Disney+ ist, so wird es bei Xbox und PlayStation in Zukunft sein. Denn ich glaube nicht, dass das dies der letzte Einkauf von Microsoft war.

Meine Einschätzung wäre also, dass man sich nun mehr als zuvor beide Konsolen hinstellen muss, aber auch, dass man auf beiden noch bessere Games sehen wird. Insoweit denke ich, dass Microsofts Kauffreude durchaus einen positiven Einfluss haben kann. Und wenn nicht und sie die Integration von ActiBlizz vergeigen, dann haben sie zumindest viele talentierte Studios, um Avatare zu basteln.

Mehr zu der Übernahme selbst lest ihr hier: Xbox übernimmt Activision Blizzard - Der nächste Mega-Deal nach Bethesda

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Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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