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Razer Hammerhead Hyperspeed PS5 im Test: Gute, schnelle Stöpsel für PlayStation, Laptop und Switch gesucht?

Ständiger Begleiter.

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Performantes und anschlussfreudiges Update eines guten, wenngleich nicht überragenden Satzes Ohrstöpsel. Bietet trotzdem vielleicht genau die portable Soundlösung, nach der ihr gesucht habt.

Jetzt kommen also auch Razers Hammerhead In-Ears mit vezögerungsfreier 2,4 GHz-Übertragung. Die 60ms Latenz des optionalen Gaming-Modus des Bluetooth-Vorgängers waren zwar schon nicht schlecht, aber es geht halt eben noch etwas besser – und das liefert man nun mit dieser (auch für Xbox Series erhältlichen) Ausgabe der Hammerhead mithilfe eines separaten USB-C-Dongles.

Das PS5-weiße Case der Stöpsel ist zwar offiziell PlayStation-lizenziert und mit einem entsprechenden Branding versehen, aber diese Hammerheads funktionieren auch an der Switch bestens und selbstverständlich hatte ich auch an meinem Windows-Laptop keine Probleme. Wer diese Earbuds also auf mehr als einem Gerät nutzen will, der hat gut lachen. Und sollte es doch Probleme geben, ist Bluetooth samt Gaming-Modus als Universallösung immer noch mit an Bord. So viel zu den Formalitäten, damit ihr trotz der Vermarktung als PS5-Gerät auch durchblickt, wofür die Hammerhead Hyperspeed sonst noch gut sein können.

Von allen Seiten hübsch. Aber die RGB-Funktion brauche ich eigentlich nicht. Lässt sich in den Optionen abschalten. Und so spart man sogar Akkulaufzeit.

Die Sinnfrage

Etwas kniffliger zu beantworten ist die Frage, warum man bei einer Heimkonsole unbedingt auf Ohrstöpsel setzen sollte? Meist ist der Tragekomfort eines echten Over-Ear-Headsets besser, der Sound bekommt damit wie von selbst mehr Stage und Kraft und ein Mikrofon, das direkt vor dem Mund sitzt, anstatt am Ohr, ist für die Team-Kommunikation an Multiplayer-Abenden besser. Allerdings spricht gerade die Flexibilität der Hammerhead Hyperspeed für das Gerät. Wer oft unterwegs ist, vielleicht auch mit der Switch als Gaming-Backup und auf dem Smartphone per Bluetooth Musik oder Podcasts hört, kauft sich hiermit ein komfortables, performantes Set, das sehr vieles kann. Außer den Fans des jeweils gegnerischen Konsolenlagers zu gefallen.

Da der Funktionsumfang und die Leistungsdaten ansonsten identisch mit den Hammerhead V2 sind, die ich abzüglich der Klavierlackhaptik und -Optik und der mäßigen Telefonie gerne mochte, hier noch einmal der freundliche Verweis auf den ursprünglichen Test des letzten Models, dem Hammerhead V2. Auch hier geht es um einen Frequenzgang von 20Hz bis 20KHz, Bluetooth kommt in Version 5.2 daher und da im neuen Set keine Angaben zu Codecs gemacht werden, gehe ich davon aus, dass es bei SBC und AAC bleibt. Ist schade, war aber absehbar. Die Stöpsel wiegen sogar aufs Gramm genau gleich viel.

Sound und Mikro – So klingen die Razer Hammerhead Hyperspeed

Es überrascht daher nicht, dass sie klanglich exakt dieselben Stärken und Schwächen verfügen. Der Klang ist füllig, preisgemäß präzise und in den tiefen Bereichen nicht zu verachten. Die Höhen sind erst schön klar, in sehr hohen Lautstärken dann aber doch leicht überfordert. Dennoch scheint mir das Klangprofil nicht komplett identisch. Das alte Modell wirkt subjektiv etwas dumpfer, wo bei den neuen eine gute Portion mehr Klarheit herrscht, was vor allem bei hohen Frauenstimmen, wie bei Julia Jacklins “Too in Love to die” recht deutlich wird. Ich bin nicht sicher, woran das liegt, da sie sich ansonsten sehr ähneln. Alles in allem klingen sie aber ihrem Preis angemessen und sind tatsächlich in Sachen Stage auch weiter aufgestellt, als so manch anderer Stöpsel, den ich in den Ohren hatte.

Beim Gaming kommen vor allem die kraftvollen tiefen Töne dem Klangeindruck zu Gute und die Ortung von Gegnern könnte tatsächlich entschieden schlechter sein. Die Smartphone-App von Razer lässt zudem einige Equalizer-Optionen zu. Vier Presets, von denen eines Schrittgeräusche hervorhebt, dabei aber die souveränen Bässe eliminiert, war beim Test der Ortung von Geräuschen im Raum recht hilfreich. Die zehn Bänder des Equalizers darf man aber auch manuell justieren, was nicht selbstverständlich ist. Audiophil wird es mit den Hammerhead natürlich auch in diesem Anlauf nicht. Aber sie klingen gut für das, was sie kosten. Und das sind 179,99 Euro in der Hyperspeed Version.

Aschlussfreidig: Die Kombination aus 2,4 GHz und Bluetooth 5.2, mit optionalem, schnellerem Gaming-Modus, macht die neuen Hammerhead zum Multitalent.

Die omnidirektionalen Mikros klingen leider erneut etwas dumpf und röhrend und nehmen allzu gerne Umgebungsgeräusche oder Wind mit auf. Unterwegs habe ich zum Telefonieren fast immer lieber die Stöpsel rausgenommen, was erneut das größte Manko an diesen ansonsten sehr guten Hosentaschenhörern sein dürfte. Für Gespräche in Innenräumen (und sicher auch in ruhigen Außenszenarien) reicht es aber allemal.

Akku, ANC und Bedienung

Einmal mehr kommt das Set auf 6,5 Stunden bei halber Lautstärke und ohne ANC sowie abgeschalteter RGB-Beleuchtung. Das Case schiebt noch einmal 26 Stunden Laufzeit nach. Das ist schon eine Menge. Leute, die oft nur einen Stöpsel benutzen, wie ich semi-soziales Menschenexemplar zum Beispiel, wenn ich unterwegs Podcasts höre, kommen noch deutlich länger mit diesen Stöpseln durch die Welt, ohne das Case per mitgeliefertem USB-C-Kapel an ein Ladegerät zu hängen. Ist es dann so weit, sind sie in circa drei Stunden wieder vollgetankt.

Das aktive Noise Canceling ist für tiefe und mittlere Frequenzbereiche als gut einzustufen und bügelt zum Beispiel meinen nicht gerade lautlosen Spielerechner fast komplett weg. Dass sie die hohen Geräusche und einzelne Stimmen häufig durchlassen, dürfte Methode haben, damit man nicht willentlich gehörlos durch die Öffentlichkeit geht. Es gibt bessere ANC-Lösungen, aber diese hier macht ihre Sache ordentlich.

Passt in jede Hosentasche.

Einen kleinen Schönheitsfehler habe ich bei der Bedienung ausgemacht, die mir vermutlich nicht so sauer aufstoßen würde, wenn ich die normalen Hammerhead nicht schon seit über einem Jahr ausgiebig benutzen würde. Dadurch, dass eine Geste der Touch-Bedienung für den manuellen Wechsel zwischen Bluetooth- und 2,4GHz-Quelle reserviert ist, fällt diese für andere Verwendungszwecke weg. Dass es ausgerechnet das dreimalige Antippen zum Zurück-skippen bei Podcasts oder Musik ist, ärgert mich ein wenig. Ich bin mir aber bewusst, dass das längst nicht jedem so gehen muss. Ein wenig mehr Freiheit, auch diese Geste zu bearbeiten, wäre aber wünschenswert. Außerdem ist es etwas schade, dass das Dongle nicht noch Platz in oder am Hammerhead-Lade-Case findet.


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Razer Hammerhead Hyperspeed Test – Fazit:

Wie der Name schon andeutet, unterscheiden sich die Hyperspeed im Grunde nur durch die neue Anschlussmöglichkeit des schlanken, L-förmigen 2,4 GHz-Dongles. Und letzteres ist tatsächlich auch der Grund, warum ich persönlich das neue Modell noch ein wenig mehr zu schätzen weiß als das alte. Die Einfachheit, per Dongle Anschluss an verschiedene Geräte zu finden, weiß ich sehr zu schätzen. Wo ich die letzten Hammerhead oft nur als Notlösung zum Zocken ansah, ist die Hyperspeed-Version auf Reisen zum regelmäßigen Begleiter geworden. Und ja, auch an der PS5 greife ich ab und an darauf zurück, wenn neben mir in Ruhe gelesen wird, während ich spielen möchte. Mit diesen Stöpseln gibt es einfach weniger Sound-Leakage als mit dem, was sonst so auf meinem Schädel klemmt. Einzig das Steam Deck macht noch etwas Probleme, denn dort funktioniert die Feinjustierung der Lautstärke zwischen “laut und “aus” im 2,4 GHz Betrieb fast gar nicht. Aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit – und zur Not tut’s der Bluetooth-Gaming-Modus auch.

Insgesamt also ein willkommener Neuzugang zur Hammerhead-Familie.

Razer Hammerhead Hyperspeed PS5 Pro und Contra

Pro:

  • Guter Klang
  • Großzügige Akkulaufzeit
  • Subjektiv hoher Tragekomfort und gute Passform
  • Guter Funktionsumfang, flexibel einsetzbar
  • Insgesamt ordentliche Gestensteuerung…

Contra:

  • ... aber eine Gestenoption weniger als zuletzt
  • Mittelmäßige Mikrofone, die viele Umgebungsgeräusche mit aufnehmen
  • Klavierlack verschmutzt schnell und entgleitet trockenen Fingern schon mal
  • Kein Platz für das Dongle im Etui

Hersteller: Razer – Kompatibel mit: PlayStation 5, Nintendo Switch, PC. Xbox Series-Version ebenfalls erhältlich – Release: erhältlich – Preis (UVP): 179,99 Euro

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit über 20 Jahren über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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