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She-Hulk Folge 4 hat gerade den besten neuen MCU-Charakter eingeführt!

"Mit zwei N und einem Y, nur nicht da, wo ihr denkt."

Die ganz große Liebe wird es wohl nie, zwischen mir und She-Hulk. Dafür läuft die Show nicht rund genug, in dem Sinne, dass ihr der Fokus fehlt und der Humor nicht immer so leicht über die Lippen kommt, wie es wohl nötig wäre. Trotzdem war Folge vier, jetzt, wo ich sie endgültig als Sitcom ohne größere Universums-Ambitionen annehmen kann, die für mich mit Abstand bisher lustigste und das liegt vor allem mal wieder an Wong – und einer neuen Figur, die wohl niemand kommen sah.

Also ja, Benedikt Wong gibt den Sorcerer Supreme schon zum zweiten Mal in dieser Staffel und man muss ihn einfach mögen. Wie sagt Jennifer Walters in einer ihrer Ansprachen ans Publikum so treffend? Es ist, als gäbe Wong der Sendung eine Woche lang Twitter-Panzerung. Ich bin nicht sicher, ob der halbseidende Bühnenmagier Donny Blaze – wohl nicht verwand oder verschwägert mit Ghost Rider Johnny Blaze – so gut für mich funktioniert hat, aber wir haben ihm Madison zu verdanken – aber "mit Y und zwei N, nur nicht dort, wo ihr denkt" – über die ich Tränen gelacht habe, was selten passiert.

Wong bekommt einen Sidekick, den eigentlich keiner wollte, den jetzt aber trotzdem jeder liebt.

Ich kenne die Schauspielerin (Patty Guggenheim) nicht, die hier das stets alkoholisierte, aber liebenswerte Partygirl gibt, das von diesem verzweifelten und skrupellosen Entertainer in eine Höllendimension geschickt wurde, nur um in Wongs Wohnzimmer eine der besten Sopranos-Episoden zu spoilern. Aber sie stiehlt mit ihrem gelangweilt-benebelten Szene-Mädchen-Affekt jede Szene. Das komödiantische Timing und die Chemie mit dem eher zugeknöpften Wong ist ebenfalls perfekt. Die Szenen der beiden waren einige meiner liebsten Comedy-Momente in diesem Jahr (nicht die Post-Credits-Szene verpassen!) und ich hoffe inbrünstig, dass die Figur jetzt nicht einfach vergessen wird. Nicht so sehr, wie ich hoffe, dass sie die gute Madisynn nicht überstrapazieren, aber ich wäre traurig, wäre dies das letzte Mal gewesen, dass wir sie sehen.

Davon abgesehen wird es stellenweise so absurd, dass man sich beinahe in einem Abrams-Zucker-Film wähnt und ich würde sagen, dass es der Serie eher guttut, als dass es ihr schadete. Gleichzeitig bedeutet das natürlich, dass man sie noch weniger ernst nehmen kann, als man das bei diesem Ansatz ohnehin schon tut und auch die Anwaltsseite ist weiterhin sehr dünn und wenig geistreich oder packend. Lustig, ja, aber eben nicht wahnsinnig interessant. Das ist eine verschenkte Chance. Diese Show lebt von der Absurdität, die sie mittlerweile ziemlich gut beherrscht und dem Zusammenspiel der weiterhin fantastischen Maslany mit dem Rest des ordentlichen Casts, hätte aber so viel Potenzial zu mehr. Wie cool wäre es, bekämen die Drehbücher es hin, Jennifer auch als verkanntes Rechts-Genie zu zeichnen, mit coolen Gerichts-Winkelzügen, die auch filmisch unterhaltsam wären?

Kürzlich stärkten die kreativen Verantwortlichen der Serie den CG-Leuten den Rücken. Die Arbeitsbedingungen sind in der letzten nicht durch Gewerkschaften geschützten Teilbranche der Filmindustrie alles andere als gut. Der Druck immens. Hoffen wir, das findet bei der Obrigkeit Gehör.

Dennoch sind in dieser vierten Episode genügend große und vor allem kleine Momente, die herzerwärmend, lustig oder einfach nur charmant sind, dass man gut dabeibleiben kann. Nicht alles, nicht jeder muss die Welt verändern. Aber das Jennifer, die einfach nur in ihren Job zurückwill, um ihren Studienkredit abzubezahlen, sich dessen bewusst ist, wissen wir ja seit der ersten Folge.

Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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