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Space Siege

Kein Dungeon Siege!

Space Siege. Dungeon Siege. Ähnlicher Name, gleiches Entwicklerteam. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei Gas Powered Games jüngstem Werk um einen im Weltall angesiedelten Nachfolger handeln könnte. Oder zumindest um ein Spiel, das von den vorangegangenen Fantasy-Actionrollis inspiriert wurde. Weit gefehlt, wie ich Anfang der Woche bei einer ersten Präsentation feststellen musste.

Space Siege hat mit Dungeon Siege in etwa so viel gemein wie ein Medizinball mit einer Wassermelone. Die Form weist analoge Züge auf, der Inhalt ist jedoch komplett ein anderer. Space Siege bietet Euch keinerlei Inventar, die Hatz nach Set-Items oder legendären Ausrüstungsgegenständen fällt flach, ebenso das Zusammenspiel mit einer Gruppe.

Hier ist alles auf den schnellen, brachialen Solo-Actionspaß ausgelegt, der Freude am Zerstören. Und auf eine, wie Chris Taylor nicht müde wurde zu betonen, „dynamische, humorvolle und spannende Story mit zahlreichen Wendungen“.

Eine Story, die Euch während des Plots oft vor die Frage stellt, wie weit Ihr Euer Alter-Ego, namentlich Seth Walker, verändern wollt. Nicht hinsichtlich seiner regulären Fähigkeiten, die Ihr über lediglich einen Skilltree festlegt, aufgeteilt in Kampf- und Engineer-Techniken. Sondern in Bezug auf seine menschliche Seite, seinen Körper.

Seth und HR-V, der Roboter.

In regelmäßigen Abständen offeriert man Euch kybernetische Implantate, die Euch im Kampf gegen die Alien-Invasoren einen gehörigen Vorteil verschaffen, den Spielverlauf spürbar einfacher gestalten. Mal ein kybernetisches Auge für eine schärfere Sicht, mal gestählte Beine, mal ein künstliches Rückgrat. Je mehr Ihr allerdings von diesen Modifikationen einsetzt, umso Cyborg-artiger mutet Seth an und umso mehr kippt die Geschichte einem alternativen Ende zu. Oder besser gesagt: Einem von vielen.

“Verglichen mit Dungeon Siege ist Space Siege ein sehr, sehr leichtgewichtiges Rollenspiel. Dieses Spiel fokussiert sich auf die Story, den Kampf und den Charakter. Man muss es sich wie Half-Life in einer Action-RPG-Umsetzung vorstellen“, gibt Chris zu Protokoll. „Es ist unser eigener Popcorn-Film, ähnlich True Lies. Es nimmt sich nicht all zu ernst, bietet jede Menge Action und macht Spaß. Außerdem trifft man viele Entscheidungen. In Robocop etwa wacht der Protagonist auf und stellt fest, dass er verändert wurde. Hier bestimmt man selbst, wie viel Kybernetik eingesetzt wird.“

Umherliegende Gegenstände lassen sich zerstören. Oder als Fallen einsetzen.

Laut Aussage animieren Euch zu Beginn sogar einige NPCs dazu, die Erweiterungen zu nutzen, einen kleinen Teil Eurer Menschlichkeit abzulegen. Übertreibt Ihr es mit dem Modifizieren aber, raten sie Euch schnell wieder vom künstlichen Pfusch ab. „So wie bei einem übergewichtigen Freund, den man zum Sport drängt“, führt Chris an, „Irgendwann kommt er an den Punkt, an dem er über das Ziel hinaus schießt, fast schon wie Arnorld Schwarzenegger aussieht. Und dann sagt man ihm 'Hey, mach mal langsam'.“

Besagtes „über das Ziel hinaus schießen“ wird unter anderem damit geahndet, dass Euch gewisse Charaktere den Rücken zukehren. Beziehungsweise ein romantisches Tet-a-Tet, ja, so etwas bringt die Story auch mit sich, nicht zustande kommt. Das findet sich nur ein, spielt Ihr das über den Daumen gepeilt 15 Stunden lange Abenteuer als 100 prozentiger Mensch.

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