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Steam Deck - Test: Ein Handheld-PC, der Qualität auf PS4-Niveau bietet

Das Steam Deck bietet eine mobile Performance der nächsten Generation.

Stellt euch einmal eine Leistung auf dem Niveau der PlayStation 4 bei einer Auflösung im Handheld-Modus der Nintendo Switch oder besser vor. Voilà, schon habt ihr eine Vorstellung davon, was das Steam Deck von Valve in Bezug auf die reine Performance tatsächlich leisten kann. Mit minimalen Anpassungen lassen sich Horizon Zero Dawn oder God of War in nativer Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde spielen - und das ist, um es offen zu sagen, ein wahres Wunder. Das Steam Deck ist jedoch kein hochmoderner PlayStation-Vita-Nachfolger - es ist so viel mehr als das. Es baut auf einer Linux-basierten Version der Steam-Plattform auf, was bedeutet, dass ihr zumindest theoretisch in der Lage seid, die gesamte Steam-Bibliothek abzuspielen und auf Spiele zuzugreifen, die Jahrzehnte zurückreichen. Außerdem handelt es sich nicht um eine abgeschottete Konsole, sondern um einen völlig offenen PC, auf dem man alles laufen lassen kann, was man will - einschließlich Windows, wenn ihr denn möchtet.

Ich vermute, dass das Steam Deck aus diesem Grund so sehnsüchtig erwartet wird, weil das System so viele Möglichkeiten bietet. Somit wird es unweigerlich zur Verkörperung dessen, was sich jeder jemals von einem Handheld gewünscht hat. Der günstige und leistungsstarke Handheld, den Nintendo mit der Switch Pro noch nicht geliefert hat? Eine tragbare PS4? Das ultimative mobile Gerät für Retro-Gaming? Potenziell kann das Steam Deck all diese Dinge und sobald man ein paar Stunden mit dem System verbracht hat, bekommt man eine Vorstellung davon, wozu es tatsächlich in der Lage ist - und von da an scheinen die Möglichkeiten endlos zu sein.

Allerdings gibt es auch die kalte, harte Realität der Probleme und Frustrationen, die man neben den Erfolgserlebnissen ertragen muss. Es entsteht immer noch das Gefühl, dass das Steam Deck ein unfertiges Produkt ist. Während des gesamten Testzeitraums wurden SteamOS- und Software-Updates veröffentlicht, die das Spielerlebnis manchmal drastisch veränderten. Bis zum Tag vor dem Test-Embargo gab es immer noch neue Updates (zum Glück mit nur geringfügigen Änderungen) und ich erwarte, dass noch mehr kommen werden. In Wahrheit hatte ich erst am Montag, dem 21. Februar, das Gefühl, dass das System stabil genug war, um es richtig zu testen. Es gibt noch viele Ecken und Kanten und in Bezug auf die vollständige Kompatibilität der Steam-Bibliothek, die das System benötigt, gibt es noch viel zu tun. Zum Beispiel frieren Nex Machina und The Witcher 2 nach dem Laden mit einem schwarzen Bildschirm ein, Red Dead Redemption 2 stürzt zufällig ab, während Doom 64 durch ständiges, sekundenlanges Stottern unspielbar wird. Man hat das Gefühl, dass es noch ein langer Weg ist, bis die Steam-Deck-Kompatibilität da ist, wo sie sein sollte.

Wenn es jedoch funktioniert, ist es ein Wunder. Im Vorfeld der Veröffentlichung und bei anderen Marketingaktionen hat Valve die Erwartungen vielleicht etwas heruntergeschraubt. Als ich das erste Mal Material von Control gesehen habe, schien es damit zu kämpfen, die 30fps zu erreichen und zu halten. Nach meiner eigenen Erfahrung mit Einstellungen, die über die PS4-Qualität hinausgehen, kann das Spiel problemlos mehr als 30 Bilder pro Sekunde erreichen - es ist ein großartiger Vorzeigetitel für den Handheld. Forza Horizon 5 schien in der Vorab-Berichterstattung (und auch während des Testzeitraums, um ehrlich zu sein) Probleme zu haben, aber seit dem letzten großen SteamOS-Upgrade lasse ich es mit einer hohen Voreinstellung mit 4x MSAA bei 30 Bildern pro Sekunde laufen - es ist wie eine Mini-Xbox-One-Version des Spiels, nur mit verbesserten Qualitätseinstellungen gegenüber der One-S-Version. Doom Eternal? Schaltet alles auf Ultra-Einstellungen, aktiviert die dynamische Auflösungsskalierung, um Frame-Einbrüche bei großen Explosionen und Glory Kills auszugleichen, und es bleibt von Anfang bis Ende bei 60 Bildern pro Sekunde - unglaublich. Es gibt Einschränkungen, die man beachten muss, und bestimmte Schwachstellen, auf die man achten muss. Erst recht, wenn CPU und GPU um Systemressourcen konkurrieren, aber Tatsache ist, dass diese Steam Machine ein atemberaubendes Leistungsniveau für jedwedes tragbare Gerät bietet, ganz zu schweigen von einem Handheld.

Es bedarf zwar einiger Anpassungen, aber die Ergebnisse sind es wert. Das Steam Deck kann selbst bei anspruchsvollen Titeln eine Leistung auf Konsolen-Niveau liefern. Natürlich sinkt die Auflösung von den dort üblichen 1080p auf die für Mobilgeräte geeigneten 720p oder 800p.

Das Design des Steam Deck: Groß, aber letztlich sehr komfortabel

Aber was ist mit dem Formfaktor, der Größe und dem Gewicht? Wir wissen, dass das Steam Deck groß ist, aber hat das Auswirkungen auf den Komfort und die Spielbarkeit? Valve hat Digital Foundry eine 512-GB-SSD-Version geschickt (256-GB- und 64-GB-Versionen sind ebenfalls erhältlich) und der erste Eindruck entspricht den Erwartungen: Das Gerät ist in der Tat groß und dick, vor allem im Vergleich zur Nintendo Switch. Das ist der Preis, den man für die Leistung zahlt: Eine angemessene Kühlung erfordert Platz, ebenso wie der große 40-Wh-Akku. Was mich überrascht hat, ist, dass der Komfort während des Spielens die Switch übertrifft, ich fand das Steam Deck sogar einfacher zu bedienen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die eckigen Kanten der Joy-Cons bei längeren Spielsitzungen in die Handflächen bohren. Kombiniert man das mit der geringen Möglichkeit zum Abstützen, bekomme ich oft Taubheitsgefühle und leichte Schmerzen. Das Steam Deck hat jedoch leicht zu haltende Griffe, die nicht nur die Komfortprobleme lösen, sondern auch genug Halt bieten, um das Gewicht des Geräts problemlos zu bewältigen. Das Steam Deck wird warm, aber nie heiß, und die Griffe halten eure Hände von den wärmsten Bereichen des Gehäuses fern.

Das Controller-Setup ist übersichtlich, komfortabel und fühlt sich gut an. Man kann sich die Analog-Sticks, das D-Pad und die Buttons als eine interessante Verschmelzung von Xbox- und Switch-Designprinzipien vorstellen - und es funktioniert. Die beiden Pads auf beiden Seiten unter den Sticks ermöglichen es dem Steam Deck, auf mausgesteuerte Spiele zuzugreifen, während die beeindruckende Haptik des Steam-Controllers auch hier zum Tragen kommt. Die Schultertasten und Trigger fühlen sich großartig an. Und es ist zwar schön, dass sich auf der Rückseite des Geräts Paddles für zusätzliche Funktionen befinden, aber ich habe sie oft aus Versehen aktiviert. Die Kompatibilität ist gut und greift auf die bestehende Bibliothek der Steam-Controller-Einstellungen zurück, obwohl ich in Dark Souls 3 auf die mit dem Gyroskop verbundene Kamerabewegung hätte verzichten können.

Ja, es ist groß. Es ist sehr groß und der Vergleich mit der Switch hinkt - aber das Steam Deck liegt wohl besser in den Händen.

Das Audio- und Videoerlebnis, das der Handheld bietet, ist sowohl gut als auch schlecht. Als vor ein paar Wochen die ersten Hardware-Tests auftauchten, wurden Bedenken über die Qualität des Bildschirms geäußert und das Display fühlt sich tatsächlich nicht ganz so gut an. Farbwiedergabe, Schwarzwert und Helligkeit sind allesamt durchschnittlich und das Fehlen einer variablen Bildwiederholrate (VRR) ist eine verpasste Gelegenheit für ein System, bei dem so viele Spiele ohne Framerate-Begrenzung zwischen 45 und 60fps erreichen. Wenn man das Steam Deck mit dem OLED-Display der Switch vergleicht, ist das ein himmelweiter Unterschied zugunsten des Nintendo-Geräts und ich glaube, ich bevorzuge sogar das LCD-Display der Switch. Die Akustik ist eine gemischte Sache: Einerseits sind die Lautsprecher selbst extrem beeindruckend und es ist selten, dass man ein mobiles System für seinen Basspegel loben kann - das ist großartig! Allerdings ist das Lüftergeräusch zweifellos störend. Es ist nicht so, dass das Steam Deck als solches laut ist, es ist eher so, dass die hohe Tonhöhe des Lüfters unter Last problematisch ist.

An der Unterseite des Geräts gibt es außer dem MicroSD-Kartenslot keine weiteren Anschlüsse, während sich auf der Oberseite der Power-Button, die Power-LED, der Lautstärkeregler, ein 3,5-mm-Stereo-Klinkenanschluss für Headsets sowie ein USB-C-Anschluss für Stromversorgung, Videoausgang und USB-Erweiterung befinden. Valve veröffentlicht ein maßgeschneidertes Dock, aber jeder anständige USB-C-Hub auf dem Markt sollte die Aufgabe erfüllen, wenn ihr bereit seid, eine etwas weniger elegante Lösung in Kauf zu nehmen - stellt nur sicher, dass du einen mit USB-C Power Delivery Passthrough nehmt. Ihr werdet es brauchen.

Das Steam Deck ist deutlich dicker als die Switch - und zwar dramatisch. Die Audioqualität ist hervorragend, aber die Bildschirmqualität ist durchschnittlich. Das OLED-Display der Switch spielt in einer ganz anderen Liga.

Wie die Steam-Benutzeroberfläche auf dem Handheld funktioniert

Wenn ihr das Steam Deck einschaltet, seht ihr eine maßgeschneiderte Version der Steam-Benutzeroberfläche. Einerseits ist sie im Vergleich zu einer Standard-Konsolen-Benutzeroberfläche definitiv überwältigend und auch etwas träge zu navigieren, besonders auf den Store-Seiten. Andererseits handelt es sich um Steam. Heißt: Mit ein wenig Eingewöhnung befindet man sich auf vertrautem Terrain. Unterhalb des Trackpads auf der linken Seite befindet sich die Steam-Taste, mit der ihr einfachen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen von Steam habt - den Startbildschirm, eure Bibliothek, den Store - sowie auf eine Reihe detaillierter Einstellungen.

Auf der rechten Seite bietet eine Menütaste schnellen Zugriff auf Benachrichtigungen, Freunde, einen Bildschirm mit reduzierten Einstellungsoptionen und, was am interessantesten ist, ein Performance-Menü. Hier könnt ihr verschiedene Stufen interner Performance-Metriken festlegen, zwischen einer Bildrate von 30 und 60 Bildern pro Sekunde umschalten und sogar die thermische Leistungsgrenze des "Van Gogh"-Prozessors von AMD und die GPU-Taktrate ändern. Die 30fps-Option ist äußerst nützlich und wird von mir ausgiebig genutzt, aber ich würde empfehlen, die anderen Einstellungen so zu lassen, wie sie sind.

Die Skalierungsoptionen sind vielleicht hilfreicher, wenn es angedockt ist, aber im Wesentlichen sagt diese Einstellung dem Deck, was passieren soll, wenn ein Spiel mit einer Auflösung unter 800p oder 720p läuft. Man kann mit einer linearen Standardtechnik hochskalieren, mit einem Nearest-Neighbour-Algorithmus, der sich gut für Retro-Emulatoren eignet, und mit einer Integer-Option, die das Spiel im Grunde bei der nativen Auflösung belässt, während es angedockt ist, und schwarze Ränder hat.

Die Steam-Benutzeroberfläche ist vollständig vorhanden, bis hin zu den Cloud-Spielständen, die einwandfrei funktionieren. Und ja, ein Performance-Menü bietet eine Reihe von Überwachungs- und Optimierungsoptionen, bei denen es sich lohnt, einen Blick darauf zu werfen.

Es gibt auch auf Systemebene Unterstützung für AMD FidelityFX Super Resolution - FSR. Ihr wählt die Anzeigeauflösung im Spiel und die FSR-Option skaliert sie dann auf die native Pixelzahl des Bildschirms, wobei eine Schärfeeinstellung verfügbar ist, um den Kantenverbesserungseffekt anzupassen. Es handelt sich in der Tat um FSR, aber es unterscheidet sich etwas von den Spiel-spezifischen Implementierungen, die meiner Meinung nach immer der Option auf Systemebene vorgezogen werden sollten. Richtige Implementierungen im Spiel arbeiten mit dem 3D-Inhalt und belassen die HUD-Elemente in der nativen Auflösung. Soweit ich das beurteilen kann, skaliert FSR auf Systemebene alles hoch.

Valve hat viel Aufwand betrieben, um das, was eigentlich ein tragbarer PC ist, in einen Konsolen-Hybrid zu verwandeln - und das fängt mit der Suspend-Funktion an. Ähnlich wie bei der Nintendo Switch wird das Spiel durch Drücken des Netzschalters während des Spiels in einen Energiesparmodus versetzt, der das System ausschaltet. Durch erneutes Drücken des Netzschalters wird das System wieder zum Leben erweckt, und zwar genau dort, wo man sich im Spiel befand - und das in nur wenigen Sekunden. Das ist beeindruckend, aber auch hier ist weitere Arbeit erforderlich. Im Moment ist es nicht möglich, Spiele in diesem Modus herunterzuladen - das System muss voll aktiv sein, inklusive Lüftergeräusch.

Die Steam-Benutzeroberfläche skaliert je nach Auflösung und wird umso voller, je höher die Pixelzahl des Bildschirms ist. So sieht das vom Deck empfohlene Layout auf einem 1440p-Display aus.

Die Performance des Steam Decks übertrifft die Erwartungen bei Weitem

Die Leistung ist das Überraschungspaket beim Steam Deck, denn basierend auf meinen Tests übertrifft es mühelos AMDs vorherige, Vega-basierte Grafik - selbst bei Titeln, die nicht unter nativem Linux laufen. Um die Spitzenleistung des RDNA-2-GPU-Kerns im Van-Gogh-Prozessor zu unterstreichen, habe ich Spiele wie Control, Death Stranding und Shadow of the Tomb Raider auf dem Steam Deck und auf einem Asus-Zephyrus-G14-Laptop mit einem Ryzen-9-4900HS-Prozessor mit Vega-8-Grafik und einem TDP von 35 W getestet.

Ich hatte erwartet, dass die zusätzliche Effizienz des Steam Decks durch das 2,3-fach höhere Energiebudget des 4900HS kompensiert werden würde, um ähnliche Frameraten (oder annähernd gleiche) zu erzielen. Tatsächlich habe ich aber festgestellt, dass die GPU des Steam Decks zwischen 51 und 61,5 Prozent mehr Leistung bietet. Wenn man bedenkt, dass wir die Linux-Leistung mit dem Proton-Kompatibilitätslayer vergleichen, der bei Spielen wie Control und Death Stranding zum Einsatz kommt, finde ich das ziemlich bemerkenswert. Die Leistungssteigerung von RDNA 2 ist der Schlüssel zu der beeindruckenden Leistung des Decks - sie ermöglicht es uns, PC-Portierungen von Konsolenspielen mit Konsolen-ähnlichen Einstellungen auf dem Handheld abzuspielen.

Performance ohne Grenzen: PS4 1080p vs. Steam Deck bei 720p und 800p. Bei denselben Qualitätseinstellungen und verstärkt durch die niedrigere Auflösung kann das Steam Deck tatsächlich höhere Bildraten liefern.

Insgesamt ist die Leistung des Steam Decks jedoch wirklich beeindruckend, sodass sich die Frage stellt: Was kostet dieses Leistungsniveau? Der Preis des Geräts ist nicht das Problem: Das Steam Deck in der Basisversion für 419 Euro bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber auch die 512-GB-SSD-Version im oberen Preissegment für 679 Euro ist ein Schnäppchen. Es geht hier um die Akkulaufzeit. Ich könnte euch mit Tests zu verschiedenen Spielen überschwemmen, aber ich halte sie ehrlich gesagt für ein wenig sinnlos. Tatsache ist, dass ihr die Kontrolle über die Spieleinstellungen, die angestrebte Bildrate und die Auflösung habt: All diese Dinge wirken sich auf die Akkulaufzeit aus. Was ihr nicht kontrollieren könnt, sind die Spielinhalte, die sich schnell ändern und sich ebenfalls auf die Akkulaufzeit auswirken können - im Guten wie im Schlechten.

Um eine vernünftige Akkulaufzeit zu erreichen, muss der Benutzer das Spiel bei Bedarf anpassen und die Einstellungen im Spiel und die Tools auf Systemebene nutzen, um die Akkulaufzeit auf den gewünschten Wert zu bringen. Es dreht sich alles um Mathematik: Das Deck verbraucht maximal 27 W (15 W für den Prozessor, der Rest entfällt auf Bildschirm, Speicher, Arbeitsspeicher, WiFi usw.) und das Deck hat einen 40-Wh-Akku. 40 geteilt durch 27 ist 1,48, was bedeutet, dass ihr bei anspruchsvollen Spielen eine Akkulaufzeit von rund anderthalb Stunden erreicht. Reduziert man jedoch die Einstellungen, die Auflösung und vor allem die Bildwiederholrate auf 30 Bilder pro Sekunde, sinkt die Belastung des Akkus, was die Ausdauer des Systems verbessert. Valve stellt euch dazu ein nützliches Overlay mit Leistungsdaten zur Verfügung, das alle Berechnungen für euch durchführt. Wenn man God of War auf der PS4-Qualitätsstufe mit uneingeschränkter Bildrate spielt, kann man mit etwa anderthalb Stunden rechnen, was sich auf zwei Stunden erhöht, wenn man die Bildrate auf 30fps begrenzt. Allerdings konnte ich Cuphead mit 60 Bildern pro Sekunde weit über sechs Stunden lang spielen.

Die Akkulaufzeit des Steam Deck beträgt mindestens 1,5 Stunden, also ist die Optimierung der Einstellungen entscheidend. Wenn man hier die 30fps-Obergrenze auf Systemebene verwendet, erhält man 36 Minuten an Laufzeit zurück - und das Spiel fühlt sich auch flüssiger an.

Die 30fps-Begrenzung auf Systemebene beim Steam Deck funktioniert gut - und sie ist unerlässlich

Meine allgemeine Faustregel beim Spielen der neuesten Spiele auf Steam Deck besteht darin, herauszufinden, ob sie auf der PlayStation 4 oder Xbox One mit 30 oder 60 Bildern pro Sekunde liefen. Dann habe ich die Einstellungen auf dem Steam Deck entsprechend angepasst - aber es hilft mir, dass ich die zu den Konsolen passenden oder optimierten Einstellungen für die PC-Titel habe, die Alex Battaglia für uns getestet hat. An dieser Stelle muss ich Valve ein Lob für die 30fps-Obergrenze auf Systemebene aussprechen: Sie ist nicht ganz perfekt, es kann kleine Schwankungen geben, aber der Punkt ist, dass die 30fps meistens mit 33,3ms pro Frame geliefert werden: ein neues Bild für jede zweite Bildschirmaktualisierung.

Ja, der 30fps-Limiter des Steam Decks versucht ein konsistentes Frame-Pacing zu liefern. Nur so können 30fps auf einem 60fps-Bildschirm flüssig und beständig aussehen. Valve hat dies verstanden und implementiert. Und ja, das bedeutet auch, dass Konsolenspiele, die 30fps "falsch" darstellen, auf dem Steam Deck richtig funktionieren - Dark Souls 3 ist ein Beispiel dafür.

Die 30fps-Obergrenze des Steam Deck auf Systemebene ist nicht perfekt, aber sie kommt nahe ran. Hier ist Dark Souls 3 mit dem gleichmäßigen Frame-Pacing, das die PS4- und Xbox-One-Versionen nicht liefern.

Eine letzte Warnung gibt es allerdings. Das Steam Deck sieht aus wie eine Konsole, aber es ist keine Konsole. Es ist immer noch sehr stark ein PC. Zumindest im Moment gibt es nicht viele Hilfestellungen für das Deck und damit liegt es in der Regel am Benutzer, die Dinge zum Laufen zu bringen. Einstellungen ausbalancieren, die Akkulaufzeit für ein bestimmtes Spiel herausfinden - das fällt alles euch zu. Wenn man zum Steam Deck kommt, nachdem man zum Beispiel eine Switch benutzt hat, merkt man, wie sehr Entwickler und Plattformbetreiber sich dort um euch kümmern, um das Beste aus einem Ressourcen-beschränkten Stück Hardware herauszuholen.

Das Steam Deck gibt euch Freiheit, aber es kann einige Zeit dauern, bis ihr herausfindet, was ihr da tut - und zwar von Spiel zu Spiel. Und ja, erwartet nicht, dass jedes Spiel funktioniert. Ich habe bereits erwähnt, dass viele Titel noch nicht laufen und es kann vorkommen, dass ein Spiel, das früher funktioniert hat, ein Update erhält, mit dem das Steam Deck Probleme hat - Cyberpunk 2077 lief früher, aber das neuste Update 1.5 änderte das und es stürzt während des Spielstarts ab.

Wenn euch die Tatsache, dass die Kompatibilität noch nicht ausgereift ist, und die Beschränkungen der Akkulaufzeit nicht abschrecken, macht der Gedanke daran, dass dies keine Konsole ist und dass die traditionellen PC-Einstellungen eine Konstante bleiben, den Unterschied aus. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus meiner Zeit mit dem Steam Deck ist, dass man ein größeres Verständnis dafür entwickelt, wie Entwickler und Publisher einen Großteil der harten Arbeit für euch machen - eine Situation, die sich verbessern könnte, wenn mehr Spiele Deck-spezifische Profile erhalten.

Ja, die berühmt-berüchtigte PC-Portierung von Batman: Arkham Knight kann ziemlich konstant auf dem Steam Deck laufen. Die 30fps-Obergrenze ist am stabilsten, mit nur gelegentlichem, Streaming-bedingtem Stottern.

Software und Kompatibilität müssen verbessert werden - aber das Steam Deck ist sehr beeindruckend

Was die Hardware betrifft, hat dieser Handheld die Erwartungen wirklich übertroffen. In den vergangenen Tagen gab es so viele Momente, die mich wirklich begeistert und erfreut haben: Wie hoch kann ich Doom Eternal einstellen, bis ich anfange, Frames zu verlieren? Funktionieren Ultra-Einstellungen mit dynamischer Auflösungsskalierung? Ja! Ich pflügte durch dichtes Blattwerk in Forza Horizon 4 mit annähernd konstanten 30 Bildern pro Sekunde... auf hohen Einstellungen? Ja! Übertrifft God of War mit einer uneingeschränkten Framerate bei 800p die Gold-Master-PS4-Version (ebenfalls ohne Begrenzung) bei 1080p? Ja, das tut sie! Klasse.

Der PC-Port von Horizon Zero Dawn hatte seine Probleme, aber kann das Steam Deck solide 30fps mit PS4-äquivalenten Einstellungen liefern? Abgesehen von etwas gelegentlichem Stotterern beim Streaming im Hintergrund kann es das! Jetzt wollen wir es wirklich wissen: Kann es die viel gescholtene PC-Portierung von Batman: Arkham Knight mit einer konstanten Bildrate ausführen? Ja, das kann es, und zwar auf maximalen Einstellungen - exklusive Nvidia-Funktionen natürlich ausgenommen. Diese Liste lässt sich weiterführen.

Ja, es gibt noch viele Verbesserungen, die auf Software-Ebene vorgenommen werden müssen. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Dinge wie das Lüftergeräusch und die Akkulaufzeit nur mit einem überarbeiteten Prozessor auf einem effizienteren Prozessorknoten behoben werden können. Obwohl ich die Hardware jetzt eine Weile verwendet habe, bleiben noch viele Fragen, die beantwortet werden müssen - zum Beispiel, wie gut sich der Handheld mit installiertem Windows bewährt. Es gab viele Herausforderungen beim Test des Steam Decks und viele Enttäuschungen in den vergangenen Wochen. Als jedoch die ersten Erfolge eintrudelten, war ich nur noch faszinierter und begeisterter von dem System und dem Potenzial, das es bietet. Das Steam Deck zu rezensieren bedeutet im Grunde, einen PC zu rezensieren, und das kann man auf viele verschiedene und interessante Arten tun. Und in diesem Sinne kann ich es kaum erwarten, andere Rezensionen zu lesen und herauszufinden, welche weiteren Überraschungen das System zu bieten hat.


Im englischen Original von Richard Leadbetter, Technology Editor, Digital Foundry

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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