Wenn du auf einen Link klickst und etwas kaufst, können wir eine kleine Provision erhalten. Zu unseren Richtlinien.

Wer Cross Blitz nicht spielt, verpasst etwas

Eure nächste Early-Access-Obsession auf Steam?

Im Trubel der gamescom 2023 habe ich nicht so richtig durchgeblickt, durch das Kampfsystem dieses immens putzigen Mix aus Pixel-Art RPG und Card-Battler. Zu laut der Stand, zu müde ich. Aber mir war klar, dass ich diesen Titel nicht aus den Augen verlieren durfte. Heute startet das Spiel im Early Access auf Steam und ich durfte die letzte Woche hindurch schon etwas Zeit damit verbringen.

Der gute Eindruck von der Messe, den zugegebenermaßen vor allem der Stil zu schleppen hatte, hat sich zum Glück bestätigt. Das Spiel könnte sogar die Sorte Renner werden, die den Dialog im Netz bestimmen, obwohl gerade alle damit beschäftigt sind, ihre Jahresbestenlisten zusammenzustellen. Der eine oder andere wird nachträglich sicher noch dieses kleine Juwel irgendwo darauf platzieren.

Trotzdem, ich sag’ es gleich: Der Einstieg ist nicht der leichteste. Vor allem, weil man beim Kampfsystem voller direkter und indirekter Effekte ein bisschen um die Ecke denken muss, habe ich eine Weile gebraucht. Marvel Snap ist das hier nicht! Will es aber auch gar nicht sein.

Was ist Cross Blitz

Wir fangen besser von vorn an. Cross Blitz ist im Kern ein Card Battler in einem fantasievollen Tierpiraten-Szenario, mit einer Galeonenladung Retro-Charme. Im zentralen Fables-Modus zieht ihr über ein Netzwerk an Hexfeld-Maps von einem Ereignis und Kampf zum nächsten und erlebt dabei für jeden der fünf Charaktere eine andere Geschichte, während ihr nebenher an eurem Karten-Deck feilt. Auch einen Roguelite-Modus, der auf Wiederspielbarkeit setzt, gibt es, aber die Story hat mich für den Anfang mehr gelockt.

Welche Variante ich auch immer spiele, ich kann nicht oft genug betonen, wie klasse ich den Stil finde. Das beginnt schon mit der Musik, das kurze Cross-Blitz-Thema kriege ich seit Tagen nicht aus den Ohren. Die großen Pixel, der hübsche (optionale) CRT-Filter und die kopflastigen Designs der ausdrucksstarken, farbenfrohen Figuren haben es mir wahnsinnig angetan. Das sieht aus, wie die Videospiel-Umsetzung eines Samstagmorgen-Cartoons, von dem ich wünschte, es hätte ihn gegeben.

In Sachen Substanz haben wir es mit einem Karten-Kampfspiel zu tun, in dem jeder Spieler zwei Viererreihen an Karten auslegt kann, um dem Gegner Schaden zuzufügen oder selbigen zu absorbieren. Ihr müsst ständig zwischen Offensive (Schaden am gegnerischen Spieler) und Defensive (eigenen Schaden durch dessen Karten mit euren eigenen blocken) abwägen. Und weil die meisten Karten ihre Attacke nicht sofort durchziehen, viele davon aber schon mit dem Ausspielen erste Effekte wirken, und ich im Tutorial überlesen hatte, in welcher Reihenfolge die Karten angreifen (spaltenweise von links nach rechts, die obere Karte jeweils zuerst) war ich zu Beginn noch etwas verloren.

Cross Blitz wickelt mit Charme und gutem Regelwert um den Finger - den Rest regelt der Early Access

Noch jetzt passiert es mir, dass ich im entscheidenden Zug diesen einen, gemeinen passiven Effekt einer früh vom Gegner gespielten Karte vergesse, der mich dann den Kopf kostet. Man muss schon eine Menge berücksichtigen, was wohl die Entwickler auch gemerkt haben. Seit der Demo im Sommer wurden die unterschiedlichen Reichweiten der Angriffe ersatzlos gestrichen – zum Glück, denn das war eine Limitation zu viel. So wie es jetzt ist, qualmt einem zwar immer noch ziemlich der Kopf, aber letzten Endes mag ich dieses Tauziehen um die Initiative und habe schon sehr viele knappe Matches gehabt, die wirklich spannend waren.

Jeder Gegner fordert auf eine dezent andere Art und mein Deck nach einem kurzen Misserfolg ein wenig anzupassen, hat mir viel Spaß gemacht. Aktuell finde ich es ein wenig schade, dass mir in späteren Phasen noch grundsätzlich die Karten in der Hand ausgehen und ich alternativlos das spielen muss, das mir zugeschustert wird. Aber für solche Balance-Fragen ist das Spiel ja im Early Access. Ab heute übrigens. Hatte ich das schon gesagt? 20 Euro hierfür sind nicht zu viel verlangt. Und wer noch nicht überzeugt ist, sollte sich zumindest mal die Cross Blitz Demo von Steam herunterladen.

In diesem artikel

Cross Blitz

PC

Verwandte Themen
Über den Autor
Alexander Bohn-Elias Avatar

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit über 20 Jahren über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

Kommentare