Metal Gear Solid: Peace Walker - Test
Du bist nie allein. Oder solltest es zumindest nicht sein.
Hier ist die Eine-Million-Euro-Frage, wenn ihr darüber philosophiert, ob Metal Gear: Peace Walker das richtige Game für euch ist: Wie viele Freunde habt ihr mit einer PSP und dem Wunsch, darauf mit euch zusammen Metal Gear zu spielen? Geht es euch wie mir und diese Frage lässt sich locker mit „Null“ beantworten, dann Willkommen in der Gruppe, die die erschlagende Mehrheit der westlichen PSP-Spieler stellt. Wir sind einsam und trotz einer soliden Verkaufszahl an Geräten scheint man nie jemanden zu treffen, der auch eine besitzt, geschweige denn die gleichen Games zocken möchte.
In Japan sieht es natürlich ganz anders aus. Zur Geburt gibt es den DS, zum zweiten Geburtstag die erste PSP und Chancen, ein öffentliches Verkehrsmittel zu betreten, ohne dabei jemanden mit einer Konsole in der Hand – meist eine PSP mit Monster Hunter – zu erwischen, scheinen gering bis Null. Gut für sie, könnte in einer solchen Konstellation von Konsole und Verbreitung Metal Gear: Peace Walker doch das nächste Monster Hunter werden. Dann entfaltet dieses Spiel, vom Start weg für den Koop-Betrieb konzipiert, seine ganze Wucht.
Die komplette Kampagne lässt sich durchgehend zu zweit, in vielen Missionen auch zu viert bestreiten. Die bange Frage dabei lautet, wie sich das Spiel anpasst, sobald nur einer eine einsame PSP in der Hand hält. Die überraschende Antwort lautet, dass es das praktisch nicht tut. Und so kommen wir auch gleich zum Frust des einzelkämpfenden Peace Walkers. Die Bosskämpfe sind schlicht lächerlich. Lächerlich schwer, zeitraubend, nervenaufreibend, aberwitzig hart. Sie wurden nämlich für mindestens zwei Snakes ausgelegt.
An dem Hind-Hubschrauber bin ich fast verzweifelt. Rambo ließ es so leicht aussehen, aber ich hatte gegen dieses Monster so meine liebe Mühe, um es mal vorsichtig auszudrücken. Einige Elitesoldaten begleiten den Hubi am Boden und beschäftigen euch von dort, während der selber den Tod von oben verteilt. Vier Magazine später hatte ich einen seiner Lebenspunkte entfernt, das kann also nicht die Lösung sein. Diese lautet, erst die Wachsoldaten zu beseitigen, dann deren eintreffende Verstärkung, dann deren Verstärkung und noch ihre entfernten Freunde, die die letzte Gruppe der Fuß-Belästigung bilden. Dann erst poppt der Kopf des Piloten aus der Kanzel und mit gezielten Schüssen lässt sich endlich ordentlich Schaden machen.
Metal Gear Solid: Peace Walker - E3 Trailer
Habt ihr in Metal Gear mal 20 oder 25 Soldaten auf offenem Feld besiegt, während ihr von einem Heli beschossen werdet? Unnötig zu sagen, dass hier plötzlich jeder Trick im Buch zählt, inklusive Rauchgranaten und der unfreiwilligen Extraktion betäubter Feinde per Ballon. Was ein ziemlich cooles Gadget ist. Und trotzdem dauert dieser Kampf im Alleingang endlos. Zu zweit, dritt oder gar viert sieht die Welt natürlich anders aus, einer hält den Hubschrauber bei Laune und die anderen kümmern sich nach und nach um die Wachmannschaft. Immer noch kein Kinderspiel, aber reizvoll und sehr fair.
Die Missionen zwischen den insgesamt, zumindest für das sonstige Metal-Gear-Niveau, uninspirierten Bosskämpfen, zeigen dagegen gut, dass es leicht ist, in Metal Gear schlecht zu spielen und wie schwer es wird, wenn man es so bewältigen will, wie es wahrscheinlich eigentlich gedacht ist. Selbst allein habt ihr mit Run&Gun-Techniken keinerlei Probleme. Snake hat genug Lebensenergie, ein paar Rationen sind auch immer dabei und ein halbwegs geübter Shooter-Spieler ballert sich durch wie Arnie in Commando.
Das System belohnt euch für Schleicheinlagen, nicht-tödliches Vorgehen und Tempo, nur sind das alles Dinge, die sich zu zweit oder mehr leicht erreichen lassen, während man allein mitunter schlicht aufgeschmissen ist. Zu zweit kann sich einer zur Seite pirschen und die Wache ablenken, die hartnäckig auf die einzige Angriffsrichtung stiert. Solo muss man mehr arbeiten und beide Rollen spielen. Das entspricht dem Metal Gear, das wir kennen, nur mitunter tougher. Da ist es verlockend, schnell mal die M16 zu ziehen und einfach durchzustürmen.
Das ist simpel. So simpel, dass ich bis zum letzten Drittel des Solo-Spiels damit durchkam, ohne groß zu schleichen oder überhaupt auf etwas achten zu müssen. Dafür bekam ich dann natürlich solide Abzüge auf mein Hero-Ranking und damit wurden weniger Extramissionen und Items freigeschaltet. Will man diese Sachen doch haben, wird es hart. Wirklich hart - und damit meine ich nicht nur den Solo-Durchgang. Die einzelnen Missionen bestehen teilweise aus sechs oder sieben kleinen Arealen mit teilweise haarigen Passagen, sofern man niemanden töten möchte. Passiert dann irgendwo zum Ende hin doch ein Ausrutscher und man möchte nochmal starten, macht sich das gleiche Phänomen bemerkbar, dass schon Lost Planet 2 letztens mitunter etwas nervenaufreibend gestaltete.
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Kommentare (13) Latest comment vor 2 Jahren
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Portable Ops war auch nicht schlecht
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Du musst es einfach mal in relation zu Japan sehen.
z.B. bei Monster Hunter.
es gibt wohl kaum einen öffentlichen Ort in Japan an dem nicht min. 1 anderer Mitspieler zu finden ist.
In Deutschland ist das unvorstellbar und dadurch geht ne Menge an Spielspaß verloren!
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Das ist kein Zitat und das würde ich auch nie schreiben. Schreib also bitte nicht "Zitat" davor, wenn Du nicht zitierst.
Es bekommt einen Punkt weniger, weil der Single-Player nicht annähernd mit dem Multiplayer mithalten kann. Die Bewertung ist diesmal schwierig, weil es im Prinzip das gleiche Spiel ist. Nur, dass es halt im Verbund Spaß macht und allein nicht so sehr. Das Problem ist hier auch, dass es keine offene Online-Lobby gibt, in der ich alle anderen PSP-Spieler Deutschlands finde. Wenn Du genug Leute mit PSPs und Metal Gears hast, dann kannst Du Dich freuen, im Geiste den Punkt dazuzählen und Dich beneidet fühlen. Den meisten anderen geht es halt nicht so und es musste auch in die Wertung einfließen, dass sie schlicht Pech und ein geringeres Spiel haben.
Das Spiel ist halt für japanische Verhältnisse ausgelegt und ich finde es auch nicht schlimm, dass es so ist. Aber man muss hierzulande schon bewerten, dass der Ansatz eben nicht überall auf der Welt gleich gut funktioniert.
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Originalzitat: "Wäre Deutschland mit PSPs so zugepflastert wie Japan, würde einer 9 mit einem Bienchen für Fleiß und Missionszahl nichts im Wege stehen."
...ist natürlich was völlig anderes als
OtaQ-Zitat: "Weil es in Deutschland nicht so viele PSPs gibt, bekommt es einen Punkt weniger"
Ich versteh jetzt einfach net warum MGS:PW jetzt aufgrund der mangelnden Verbreitung der PSP einen auf die Mütze kriegt... bzw. so langsam halte ich nix mehr von den EG.de Wertungen da immer irgendwas zurechtgeschoben wird, damit die Wertung halbwegs plausibel rüberkommt, eine klare Linie bzw. Wertungslinie ist da net mehr zu erkennen.
Da werden schlechte Steuerungen zu "herausfordernd und taktisch" was wiederrum positiv ist und der nazi-mäßige-Kopierschutz Ubisofts ist dann z.B. gar nicht in die Wertung mit einzubeziehn, weil er sich ja gaaar nicht auf den Spielspaß auswirken kann (unerwartet stürzt der Router ab und das Spiel gleich mit... 24h disconnect) - bei Peace Walker sind die Verkaufszahlen der PSP allerdings wiederrum doch total entscheidend, weswegen man gleich einen Punkt abzieht :P
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Diesen Zustand haben wir in Deutschland (und größten Teilen der westlichen Welt) leider nicht. Plötzlich muss man den Solo-Modus getrennt betrachten und der ist einfach nicht so gut. Zurechtbasteln würde heißen, dass ich jetzt eine hohe Wertung ziehe, bei der ich von der bestmöglichen aller Welten (oder zumindest Japan) ausgehe und einfach behaupte, dass das Spiel super ist, wenn man es nur unter Bedingungen spielt, die hier kaum jemand hat. Wiederum: leider.
Jetzt stehe ich also vor einem Spiel mit einem guten Solo und einem grandiosen Multi, vergebe aber nur eine Wertung. Natürlich muss ich da einen Kompromiss finden.
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Btw. wer hat denn hier den Minusbutton entdeckt!?^^
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Ich sage doch nur das MGS PW ein Ad-Hoc Modus hat und wenn man niemanden in der Nähe hat man auch Ad-Hoc Party mit der PS3 nutzen kann um gegen/mit andere zu spielen.
Und das mitm Multiplayer testen ist eher gemeint das es irgendwie ein bisschen doof ist darauf zu begründen das wenige PSP Besitzer in Deutschland gibt und es dann keiner spielen wird. Man sehe einfach nur mal bei Ad-Hoc Party an wieviele Monster Hunter unite 1/2 Räume es gibt...
Und nein ich weiss das man minus/plus geben kann aber aus Faulheit benutze ich es erst gar nicht wozu auch ?!
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7 Für den Singleplayer und 9 für den Multiplayer...
Anscheind sind die Unterschiede der Modi so gewalltig, dass man diese unterschiedlich ablichten muss.
Macht unterm strich ne 8... was is daran jetzt so schwer zu verstehen?