Red Dead Redemption

Wow!

Update: Unsere Lösung zu Red Dead Redemption ist online.

Wow. Mehr fällt mir nach ca. 20 Stunden Red Dead Redemption nicht mehr ein. Was Rockstar hier, allen Unken- beziehungsweise Ehefrauenrufen zum Trotz, auf die Beine gestellt hat, macht sprachlos und fasziniert. Mal ganz abgesehen von einem eher mittelmäßigen und wenig beeindruckenden Einstieg, macht der Titel sonst praktisch alles richtig. Story, Charaktere, Vielfalt, Steuerung, Grafik und vor allem Interaktivität bewegen sich auf absolutem Spitzenniveau. Mir fällt ernsthaft kein nennenswerter Fehler ein, den sich Red Dead Redemption über die gesamte Spielzeit erlaubt.

Im Rahmen des Themas und des Genres hat Rockstar ein Meisterwerk voller Kreativität und Seele auf die Bühne der Videospiel-Welt gezaubert. Ein Tribut an unser liebstes Hobby, ein Vorbild für die versammelte Konkurrenz und eine Liebeserklärung an den Wilden Westen. Ein Abenteuer voller einmaliger Momente, tragischer Story-Wendungen und einer Welt, die wahrhaft lebt und atmet. Und das Beste? Ihr bekommt das Ganze von uns ohne Spoiler oder sonstige Schweinereien geliefert.

Dabei fängt die Geschichte, wie schon im ersten Absatz erwähnt, Rockstar-typisch mal wieder recht gemächlich an. Ohne Vorstellung des Hauptcharakters bekommt ihr ein paar atmosphärische Bilder, verwirrende Dialoge und erste Figuren geliefert. Das Team aus San Diego fällt nicht mit der Tür ins Haus und liefert auch keinen Kugelregen. Langsam, fast zärtlich werdet ihr an die Geschichte und die einzelnen Spielelemente herangeführt. Das Spiel lässt sich Zeit und kann euch so auch nach zehn bis 15 Stunden überraschen.

Schon das erste Areal rund um das kleine Städtchen Armadillo erreicht dabei gigantische Ausmaße. Ihr galoppiert durch viele Quadratkilometer Steppe, enge Canyons, nebelige Sümpfe und dutzende kleiner Siedlungen. Bestaunt im weiteren Verlauf prächtige Sonnenaufgänge am Rio Lobo, werdet von der Sonne Mexikos gebraten und schlagt euch im strömenden Regen durch die weite Prärie des Mittleren Westens. Eine Welt, die nahezu perfekt von der Rage-Engine in Szene gesetzt wurde. Ein echter Qualitätssprung im Vergleich zu Grand Theft Auto IV.

Red Dead Redemption - Nuevo Paraiso

Dutzende neue Effekte wie Wolkenschatten, voluminetrisches Licht und der stark erhöhte Detailgrad der Figuren sorgen für die bislang hübscheste Open-World-Erfahrung. Red Dead Redemption bewegt sich an manchen Stellen sogar fast auf Uncharted-2-Niveau und das mit komplett gestreamten Leveln, mehreren Kilometern Sichtweite und einem extrem komplexen Physik-System, das vor allem die Kämpfe auf ein neues Niveau befördert – aber dazu später mehr. Nur wenn man ganz genau hinschaut, fallen ein paar suboptimale Texturen auf.

Doch bevor sich Hauptdarsteller John Marston in diese schier unendliche, bildhübsche Weite stürzt, lernt ihr einen ersten beeindruckenden Charakter kennen. Bonnie McFarlane. Retterin, erster Kontakt und Paradebeispiel für die erneut erstklassige Charakterzeichnung in Red Dead Redemption. Eine Frau, die ohne Mann und Brüder eine riesige Farm leitet, wie ein Windhund reitet und mit dem Gewehr genauso umgehen kann wie mit dem Brandeisen.

Statt euch sofort auf die Suche nach euren ehemaligen Gang-Kumpanen zu machen, die ihr im Auftrag der Regierung zur Strecke bringen müsst, gilt es erst einmal Hasen zu erlegen, Kühe auf die Weide zu treiben und die Farm vor Raufbolden zu beschützen. Doch lange hält es John dort nicht aus. Seine Familie wurde von dem FBI-Vorgänger Bureau of Investigations in Gewahrsam genommen und gewaltsam festgehalten. Erst wenn er seinen Job erledigt, darf er Frau und Sohn wieder in die Arme schließen.

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