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World of WarCraft: Wrath of the Lich King

Heute ein König

Was ist das denn? Ein Wrath of the Lich King-Test? Warum soll man das denn testen? Kauft doch eh jeder, der World of WarCraft spielt, egal welche Note unter dem Text hier steht. Und außerdem ist das Ding mittlerweile vier Jahre alt. Eine Erweiterung zu einem vier Jahre alten Spiel, dessen Gameplay sich auch noch mehr wie ein zweiter Job anfühlt? Vielen Dank, aber nein. Ohne mich.

Kommt das irgendwem bekannt vor? Solche Reaktionen muss man als World of WarCraft-Spieler schon mal aushalten können. Aber natürlich nur von Ungläubigen, die denken, dass es sich bei Arthas um eine Auto-Versicherung und bei einer 25er-Instanz um eine Dauerkarte im Bräunungssalon handelt. Aber wie auch immer man zum erfolgreichsten (westlichen) MMO und der zweiten Erweiterung Wrath of the Lichking steht, es ist zweifelsfrei einer der Höhepunkte des Spielejahres 2008.

Mittlerweile sind zwei Jahre seit dem Release des letzten Add-Ons The Burning Crusade vergangen und da wird es natürlich höchste Zeit, dass Blizzard die treue Community mit neuem Content füttert. Wie es sich gehört, bringt Lichking deshalb einen zusätzlichen Kontinent, die Erhöhung auf Maximalstufe 80, neue Fähigkeiten und selbstverständlich jede Menge frische Quests.

Auf dem Papier erst mal nichts Besonderes für eine MMO-Erweiterung und das hat sich Blizzard scheinbar auch gedacht. Um der Gemeinde und dem vier Jahre alten Spielprinzip etwas mehr Schwung zu geben, liefern sie auch noch die erste neue Charakterklasse seit dem Release im Herbst 2004. Und das ist dann auch nicht irgendeine daher gelaufene 08/15-Klasse, sondern die erste Heldenklasse: der Todesritter.

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Das Nordend-Startgebiet zeigt gleich, auf was für tolle Landschaften Ihr Euch freuen dürft.

Um dem Namen gerecht zu werden, zaubert Blizzard schon bei der Einführung des Todesritters etwas Besonderes auf Euren Bildschirm. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten: gleich nach der Erschaffung des Ritters, der mit Stufe 55 beginnt, begegnet Ihr dem Lichkönig Arthas und Darion Mograine persönlich. Unter der Herrschaft des gefallenen Prinzen zieht Ihr dann in die Schlacht gegen die aufziehende Macht von Neu-Avalon. Egal ob man ernsthaft plant, die Klasse bis zum maximalen Level zu bugsieren oder nicht, jeder Spieler ist es sich selbst schuldig, zumindest die aufwendige Einführung zu spielen, um seinen Teil zur Entwicklung der großartigen Story beizutragen.

Aber zurück zum MMO-Alltag. In der Hierachie einer Gruppe übernimmt der Todesritter entweder die Rolle eines Tanks oder eines unterstützenden Nahkämpfers. Also immer in der ersten Reihe. Von seinem Kampfverhalten bietet er dabei einiges mehr an Möglichkeiten als vergleichbare Klassen. So teilt er mit einer Zwei-Hand Waffe, also voll auf Angriff ausgerichtet, beachtlich hohen Schaden aus, auch wenn er einen vollwertigen Defense-Krieger im High-End-Bereich vermutlich nicht ersetzen kann.

Auf Blut geskillt haut der Todesritter immer noch kräftig zu, kann sich aber zusätzlich auch noch selber heilen. Dritte Variante: Spezialisierung auf den Fertigkeiten-Baum Unheilig. Die rückt ihn etwas mehr in Richtung Waffen tragender Hexermeister und er bekommt einen dauerhaften Begleiter in Form eines Ghuls zur Verfügung gestellt.

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So weit die Knochen tragen.

Aber wie auch immer man den Todesritter spielt, Möglichkeiten bietet die lang erwartete Klasse genug und Spaß macht es alle mal. Durch seine vielfältigen Karrieremöglichkeiten und die aufwendigen Kampf- und Zauberanimationen bietet er auch alteingesessene Veteranen spannende Spielelemente.

Zweite große Stärke: die „Phasing Zones“. Um den Eindruck einer echten Geschichte zu untermauern, bedient sich Wrath of the Lichking einer technischen Neuerung. In „Phasing Zones“ verändern sich Questgebiete, Orte und NPCs dynamisch für jeden Spieler. Habt Ihr verschiedene Aufgaben erfolgreich beendet, kommen Personen hinzu oder veschwinden, Gebäude brennen ab oder die Landschaft ändert sich entsprechend der erlebten Ereignisse. Aber eben nur für Euch. Für alle Spieler, die diese Quests noch nicht absolviert haben, bleibt die Welt auf ihren Monitoren unverändert.

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