Warhammer 40.000: Dawn of War 2 - Retribution

Schuld und Sühne

Ich mag Relic. Für ihre unkonventionelle Denkweise, ihren Mut zum Risiko und ihren unbändigen Innovationsdrang. Klar, die Jungs in Vancouver sind nicht so perfektionistisch wie Blizzard, produzieren aber fast immer Spiele mit Herz. Spiele, die neue Dinge ausprobieren und sich nicht mit Bewährtem ausruhen. Deshalb kann ich ihnen auch nicht böse sein, wenn es mal etwas holpriger wird.

Dawn of War 2 war so ein Titel. Für mich eine absolute Offenbarung, auch wenn er viele kleine Macken und Probleme hatte. Schon zum Release, aber auch mit dem ersten Add-On wurden Dutzende Verbesserungen eingebaut, die die Qualität stark anhoben und jedes Mal kam einem der Gedanke: „Warum denn nicht gleich so?".

Mit Warhammer 40.000: Dawn of War 2 - Retribution macht die Serie wieder einen Schritt nach vorne beziehungsweise zurück zu Dark Crusade, dem genialen Add-On des ersten Dawn of War. Statt nur eine Rasse in der Kampagne zu spielen, kann man bei Retribution alle Rassen in den Kampf führen. Man betritt dabei zwar stets die gleichen Karten, aber die Helden, die Missionsziele und sogar die Story werden angepasst. Auch hier: „Warum nicht gleich so?"

Die Antwort: Weil Relic nun mal viel ausprobiert und herumexperimentiert. Das Endergebnis dieser Entwicklung und wohl bisher beste Add-On konnte ich bei der THQ Gamer's Week in New York ausprobieren, dabei gleich mit mehreren Fraktionen in den Krieg ziehen und die neue Kampagnenstruktur ausführlich antesten. Und eins steht fest, ich war begeistert.

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Ursache und Wirkung: Die Chaos-Truppen müssen vor dem Exterminatus fliehen.

Meine Wahl für den ersten Durchgang war klar: Die Imperial Armee, der Neuzugang bei Retribution und eine wirklich erstklassige Erweiterung der taktischen Möglichkeiten. Während die meisten Fußsoldaten der menschlichen Fraktion sehr verletzlich und wenig schlagkräftig ausfallen, sorgen die Fahrzeuge für gehörigen Wumms. Ihre Supereinheit, ein Baneblade, besitzt satte 13 Kanonen, viel Lebensenergie und mäht feindliche Fußsoldaten im Dreier-Pack aus den Latschen. Als einzige Fraktion können sie mit dem Sentinel schon im ersten Tier ein Fahrzeug herbeirufen und beeindruckende Abwehrstellungen aus dem Hut zaubern.

In der 16 Missionen langen Kampagne seid ihr mit dem Lord General unterwegs, der gleich zu Beginn auf eine Inquisitorin trifft. Diese Superagentin und Super-Dominatrix des Imperiums hat einen Exterminatus angefordert, der das ganze Aurelia-System vernichten soll. Der Seitenarm der Galaxie hat zu viel Blut gesehen, zu viel Böses hervorgebracht. Er muss bestraft werden. Und die Jungs von der Inquisition sind begierig, diese Strafe mit Feuer, Schwert und Cyclonen-Torpedos durchzuführen.

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Der Baneblade ist ein wahres Monster, das mit wirklich jedem Gegner fertig wird.

Ihr habt nur noch wenige Stunden Zeit, um dem Feuersturm zu entkommen und bis dahin wichtige Missionsziele zu verhindern, wie zum Beispiel die Auferstehung eines Dämonen. Gleich die erste Karte macht klar, wie das neue Kampagnensystem funktioniert. Wie gehabt bewegt ihr euch auf einer Karte von A nach B. Auf dem Weg trefft ihr auf feindliche Einheiten, müsst Verbündete unterstützen und Bossgegner ausschalten.

Doch während ihr als Imperialer zum Beispiel einen Trupp Eldar gegen Orks unterstützt, müsst ihr als Tyraniden alle töten und als Orks euren Vettern unter die Arme zu greifen. Auch die Zwischensequenzen ändern sich. Endlich wird wie beim ersten Dawn of War die Geschichte über Ingame-Cutscenes erzählt. Dadurch entsteht eine viel dichtere Atmosphäre als bei Dawn of War 2, bei dem es nur ein paar Talking Heads zwischen den Missionen gab. Die unterschiedliche Truppenzusammenstellung, die verschiedenen Helden und Missionsziele sollen euch ermutigen, den Titel mehrmals durchzuspielen. Außerdem könnt ihr erstmals Produktionsgebäude einnehmen und Truppen produzieren. Alternativ steckt ihr eingesammelte Ressourcen aber auch in eure Helden, um das Add-On so ähnlich wie das Hauptprogramm zu spielen. Kurz: Vielseitigkeit steht diesmal an erster Stelle.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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