Nach Ansicht von CD Projekt Reds Chef Marcin Iwinski kann Gewalt in Sex in Spielen funktionieren, wenn es einerseits zur jeweiligen Welt passt und andererseits nicht überstrapaziert wird.

Als Beispiele dafür nennt er gegenüber Rock, Paper, Shotgun zum Beispiel die eigene Witcher-Reihe und George R.R. Martins Game of Thrones.

"Man muss das Ganze aus der qualitativen Perspektive betrachten", sagt Iwinski. "Wenn es [im Marketing] überstrapaziert wird, ist es vermutlich sowieso keine allzu große Sache. Ich denke wirklich, dass der Markt all diese Schwächen und billigen Tricks eliminiert, aber letzten Endes treffen Männer bestimmte Entscheidungen aufgrund ihrer Hormone. Leute werden dafür bezahlt, sich den Markt genau anzuschauen und ihn sehr gut zu kennen. Fühle ich mich dadurch manchmal beleidigt? Sicher."

"Und wenn Leute [diese Art von Dingen] nicht gut machen, gibt es offensichtlich eine Menge Kritik. Man muss da aber wirklich von Produkt zu Produkt unterscheiden und es hängt auch wirklich vom Geschmack eines jeden Einzelnen ab. Was The Witcher betrifft, nun, wir sind kein Dungeons and Dragons, in dem Küssen verboten ist. Wir sind nicht Barbie World. Game of Thrones ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Wo Sex Sinn macht, integriert man ihn. So lief es nun mal zu mittelalterlichen Zeiten und so funktioniert es heute."

Sowohl bei The Witcher als auch bei Game of Thrones gehe es schlicht um "Macht, Politik und Sex". All das könne man überstrapazieren, doch wenn es im Rahmen bleibt und zum Spiel passt, ist das laut Iwinski auch "nicht notwendigerweise ein Problem".

"Ich denke, das wird immer passieren, solange ein Teil eurer Zielgruppe männlich ist", erklärt er. "Der billigste Trick ist, sich ein schickes Auto zu schnappen und ein Booth Babe daneben zu stellen. Also ja, das gibt es. Ich glaube, dass solch eine Präsentation nicht notwendigerweise ein Problem ist, wenn es einen großen Teil des Spiels ausmacht. Es macht Sinn, weil das Spiel sich dann selbst verteidigt. Es ist einfach ein Teil der Welt."

"Einige Leute werden es überstrapazieren, andere nicht", sagt er.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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