PlayStation Vita: Features und Möglichkeiten

Ein Sommer voller Features in Sonys Handheld: was sie jetzt schon können und was euch erwarten wird.

Sommerzeit = Handheldzeit. Zumindest jetzt, wo das Public Viewing mal wieder schmerzhaft zu Ende ging. Sonys PlayStation Vita ist mit allerlei Features vollgestopft, die euch rein theoretisch eine ganze Reihe von Möglichkeiten zum Spielen oder zum Erleben von Spielen bieten. Zugegeben, einige davon zählen mittlerweile sicherlich zum Standard, andere hingegen ganz und gar nicht. Einige Monate nach dem Verkaufsstart von Sonys jüngstem Handheld ist die Zeit reif, um sich einige dieser außergewöhnlichen Features noch mal genauer anzuschauen, wie sie sich entwickelt haben und was die Zukunft bieten könnte.

Internet

Zu eben jenen Standards zählt heutzutage sicherlich die Internetverbindung, ob nun via WiFi oder - optional - auch via 3G. Online spielen könnt ihr mit beidem, wobei das mit 3G besonders unterwegs in Bewegung - zum Beispiel im Zug - sicherlich nicht die angenehmste Art des Online-Spielens wäre. Davon abgesehen ist die Internetanbindung aber in viele andere Bereiche der Vita integriert. Punktestände, Spielbewertungen, Textnachrichten oder auch der Browser Twitter, Facebook und YouTube laden abseits des Spiels zu ein wenig Stöbern ein.

Hinzu kommt die "near"-Funktion des Geräts, vergleichbar mit dem StreetPass des Nintendo 3DS. Verbindet ihr euch mit dem Netz, könnt ihr in der Nähe nach anderen Vita-Besitzern suchen und dadurch etwa Ingame-Belohnungen für Spiele bekommen, von Usern generierten Content oder ihr nehmt Herausforderungen an. Künftig will man auch Geocaching unterstützen, mit dem virtuelle Items in der "realen" Welt platziert werden, womit man dann beispielsweise eine kleine Schnitzeljagd durchführen könnte.

Steuerung

In puncto Steuerung präsentiert sich die Vita vielfältig wie kaum ein anderes Gerät. Gegenüber der PlayStation Portable ist alleine schon der zweite Analog-Stick als gewaltiger Fortschritt zu betrachten, macht er das Spielen doch deutlich angenehmer, besonders bei speziellen Genres wie Shootern. Bestes Beispiel dafür ist Sonys Resistance: Burning Skies.

Hinzu kommt einerseits der Touchscreen des Geräts, der für all diejenigen, die über ein Smartphone verfügen, nun keine wirklich bahnbrechende Neuerung darstellen dürfte. Mit Fingerbewegungen oder Gesten könnt ihr hier - natürlich abhängig vom jeweiligen Spiel - bestimmte Aktionen ausführen, zum Beispiel Türen öffnen. Darüber hinaus dient der Touchscreen zur alleinigen Bedienung des Hauptmenüs der Vita. Clever ist zudem das Touchpad auf der Rückseite, mit dem man im Grunde die gleichen Dinge ausführen könnte - und das sogar, während ihr vorne die Buttons bedient. Ebenso möglich: Objekte mit Berührungen von vorne und hinten gleichzeitig anpacken und bewegen. Bislang wird diese Kombination allerdings noch nicht ganz so oft eingesetzt. Spiele, die wirklich davon profitieren, werden wir wohl erst in Zukunft sehen.

In eine ähnliche Kategorie fällt der Bewegungssensor. Eine der offensichtlichsten Nutzungsmöglichkeiten ist sicherlich das Balancieren einer Spielfigur, etwa Nathan Drake in Uncharted: Golden Abyss. Ohne Frage ein netter Zusatz, die echte "Killer App" für die berührungs- und bewegungssensitiven Steuerungsmethoden fehlt bislang allerdings noch.

Augmented Reality

Fotos mit der Front- und Rückseitenkamera der Vita kann jeder machen, einen spielerischen Nutzen hat die Integration dieser Kameras dank Augmented Reality aber auch. Ich muss zugeben, dass ich mich bislang wenig damit beschäftigt habe, aber die bei der Vita enthaltenen AR-Spielkarten und ein Download-Code für drei kostenlose Spiele laden dann doch schon mal zum Ausprobieren ein.

Dabei handelt es sich um die Spiele Table Football, Cliff Diving und Fireworks. Für die beiden letzteren braucht ihr nur eine AR-Karte (mehr für höhere Schwierigkeitsgrade), für Table Football alle sechs. Indem die Vita dann ihre Kamera nutzt, um die AR-Karte(n) zu erkennen, wird gewissermaßen auf der Karte ein dreidimensionales Objekt erstellt, zum Beispiel bei Fireworks ein Haus, aus dessen Garten Raketen starten, die ihr dann zum richtigen Zeitpunkt durch Betätigung des Touchscreens zur Explosion bringt.

Auch bei Table Football und Cliff Diving nutzt man den Touchscreen zur Steuerung, insgesamt sind das aber auch nicht mehr als kleinere Mini-Spiele. Nichts, was euch länger beschäftigen dürfte. Aber sie zeigen, was möglich ist. Es ist zweifellos eine nette Spielerei und interessant anzuschauen, auch wenn das Ganze nicht so sehr in die Realität übergreift und eure Hand beziehungsweise irgendein anderes Objekt als Hindernis sieht. Stellt ihr ein Glas auf das Spielfeld bei Table Football, passiert nichts. Die echte Welt dient also quasi nur als Hintergrund, auf den das Spielfeld projiziert wird und der keine Auswirkungen hat, ganz im Gegensatz zu Spielen wie etwa Happy Action Theater. Ein Ausblick auf künftige AR-Titel lässt aber vermuten, dass es bei gewissen Titeln auch auf der Vita möglich sein wird, dass echte Objekte wie Kaffeetassen das Spiel beeinflussen.

Cross-Play

Wesentlich interessanter ist da momentan schon Cross-Play, das plattformübergreifende Spielen. Auch dabei gibt es noch den einen oder anderen Unterschied. Zum Beispiel bei Titeln wie Capcoms Street Fighter x Tekken, das im Herbst erscheinen wird. Hier können die Vita-Spieler dann in Online-Matches gegen Besitzer der bereits erhältlichen PS3-Version des Spiels antreten - natürlich ohne die jeweils andere Version besitzen zu müssen. Das Gleiche gilt auch für Sonys PlayStation All-Stars Battle Royale, in dem die Käufer ebenfalls auf PS3 und Vita gegeneinander antreten können.

Außerdem umfasst das Ganze den Datenaustausch zwischen Vita und PS3. Genauer gesagt die Übernahme von Spielständen, was natürlich besonders bei Multi-Plattform-Entwicklungen zum Tragen kommt. Beispiele dafür wären etwa aktuell Konamis Metal Gear Solid HD Collection oder das kommende Sly Cooper: Thieves in Time, bei denen die Spielstände untereinander kompatibel sind. Ihr könnt also zum Beispiel abends eine Runde auf der PS3 spielen und nehmt dann am nächsten Tag die Vita mitsamt Spielstand mit, zockt im Zug oder in der Mittagspause ein wenig weiter und abends geht es dann wieder auf die PS3. Oder ihr schnappt euch eure Vita und begebt euch an einem sommerlichen Tag in den Park, um dort eine Runde zu zocken, anstatt das in den eigenen vier Wänden zu tun. Voraussetzung ist verständlicherweise, dass die Spiele inhaltlich auf den beiden Plattformen identisch sind.

Nachteil für einige: Man muss das Spiel auf beiden Plattformen kaufen. Eine Lösung dafür zeigt Sony selbst auf. Wenn man etwa Titel wie Hustle Kings oder MotorStorm RC für eine Plattform kauft, gibt es die jeweils andere Version kostenlos dazu. Wer bereits WipEout HD und HD Fury auf der PS3 besitzt, bekommt die jeweiligen DLC-Pakete mit Inhalten daraus für WipEout 2048 kostenlos. Und auch DLC-Käufe für Ultimate Marvel vs. Capcom funktionieren auf der jeweils anderen Plattform. Es ein Paradebeispiel dafür, wie man solche Dinge in Zukunft handhaben kann, vielleicht sogar muss, wenn man Cross-Play weiter fördern will. Denn zwei Versionen werden sich wohl die wenigsten Spieler kaufen.

Weitere Vorteile will man durch die Cross-Goods bieten, also den Tausch virtueller Items zwischen Vita und PlayStation 3. Capcoms Street Fighter x Tekken wird das ebenso unterstützen wie Assassin's Creed 3 und Assassin's Creed 3: Liberation, Sound Shapes, LittleBigPlanet 2 oder PlayStation All-Stars Battle Royale.

Remote-Play

Von der PlayStation Portable übernommen hat die Vita natürlich auch die Remote-Play-Funktion, mit der ihr über euren Handheld auf das Menü der PlayStation 3 zugreifen könnt, Musik abspielt, Videos oder eben auch unterstützte Spiele. Im Grunde so ähnlich, wie das auch bei der Wii U und ihrem GamePad funktionieren wird - mit der Ausnahme, dass die Vita zum Beispiel über ihren eigenen Prozessor verfügt. Ihr könntet so also etwa auch spielen, wenn eure bessere Hälfte oder irgendjemand anderes gerade den Fernseher besetzt. Künftig will Sony das Angebot an Spielen, die die Remote-Play-Funktion unterstützen, mit Ico, God of War 1 und 2 oder Shadow of the Colossus um weitere Titel ergänzen.

Mikrofon

Theoretisch ließe sich das Mikrofon der Vita zum Beispiel für Sprachbefehle in Spielen nutzen, davon abgesehen bietet Sonys jüngster Handheld aber auch die Möglichkeit von Crossgame-Chats, mit der ihr selbst über verschiedene Spiele hinweg mit anderen Leuten plaudern könnt. Und natürlich ist das unter anderem für Multiplayer-Shooter eine nützliche Sache, wenn man sich koordinieren beziehungsweise absprechen will. Party-Chats mit bis zu acht Teilnehmern sind möglich.

Sonstiges

Wer gerne mal den einen oder anderen Moment festhalten möchte, kann durch gleichzeitiges Drücken der Start- und PlayStation-Taste Screenshots schießen und diese anschließend kinderleicht auf den PC übertragen. Ein klein wenig störend ist nur die Tatsache, dass während des Speicherns des jeweiligen Screenshots die Steuerung für mehrere Sekunden nicht reagiert. Ein wenig Optimierung wäre in dem Punkt wünschenswert. Und vielleicht könnte man ja hier zum Beispiel auch das Mikro einsetzen? Einfach nur "Screenshot" sagen zu müssen und es wird ein Bild aufgenommen, wäre eine sehr angenehme Lösung. Wer gerne Musik hört, kann seine MP3s unterdessen auf den Handheld laden und im Hintergrund beim Spielen für die passende Musikuntermalung sorgen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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