South Park: Der Stab der Wahrheit - Episodenguide

Oh großer Krieger 1, von nun an soll dein Name Volldepp sein. So hat der weise Magier gesprochen.

Cartman: "Oh großer Krieger, wähle deinen Namen."

New Kid: "Großer Krieger 1"

Cartman: "Du wirst also Volldepp genannt."

New Kid: "Nein."

Cartman: "Bist du sicher, dass dein Name wirklich Volldepp sein soll?"

New Kid: "Nein."

Cartman: "Dann sei es so. Von nun an soll dein Name Volldepp lauten."

Von der ersten Minute der Charaktererschaffung an seid ihr in South Park und es hört keine Minute auf. Die Präsentation dauerte etwa 20 Minuten, die Länge einer Episode, und für die gesamte Zeit verschwand kein Grinsen im Raum. Es war böse, es war laut, es war absurd. Und jeder hat gefeiert. Falls es trotz der Mitarbeit der beiden Schöpfer Parker und Stone Zweifel gegeben haben sollte, dass der Humor vielleicht nicht eingefangen wird, gibt es eine erste Entwarnung. Wie viel noch folgt, wird sich zeigen, aber der Start ist legendär bis bekloppt. Oder auch beides, wie der "Stein des Wahnsinns" zeigt. Zu viel kann ich aber euch nicht über ihn verraten. Es würde direkt in seine Hände spielen.

Und habt ihr jetzt gefragt, was das für ein Spiel sein soll, dann kann es auch hier die erste Lockerung der Anspannung geben. Blickt man einmal hinter die brillant und vor allem getreu der Serie exakt umgesetzte Visualisierung, zeigt sich ein sehr konservatives Rollenspiel. Nach der Einleitung, in der ihr als "das neue Kind am Orte" in South Park einzieht und zu der bekannten Freak Show zu einer Live-Rollenspielrunde in den Garten - das "Königreich" - eingeladen werdet, seid ihr auch schon mittendrin in einem surrealen Crossover aus "realem" South Park und der Fantasiewelt der Kids. Die euch natürlich erst mal eine Klasse zuweisen müssen.

Krieger oder Magier sind schön und gut, aber immer noch wird Die Beste Charakterklasse Aller Zeiten, "Der Jude", unter Verschluss gehalten. Er hätte eigentlich in der Auswahl dabei sein müssen, aber die Klasse, die mit jedem verlorenen Lebenspunkt stärker wird, fehlte leider noch. Also ein Krieger, der auch gleich in Aktion gehen kann. Das Königreich wird von ein paar anderen Kids überfallen und als "Depp" zieht ihr aus, sie zu verprügeln. Das läuft ziemlich Final-Fantasy-ig in getimten Runden ab, was jeden Retro-Lover glücklich stimmen sollte. Aktion wählen, kurz warten, der Nächste ist dran. Wie gesagt, auf die spielerischen Elemente heruntergebrochen, ist das Spiel so grundlegend unspektakulär wie der Animationsstil der Serie. Ob aber darin auch dessen Brillanz liegt, wird sich zeigen müssen. Im Mindesten sah es jedoch wie eine sichere Nummer aus.

Die Kids sind schnell verprügelt, aber dass der Stock der Wahrheit in falsche Hände gerät, konntet auch ihr nicht verhindern. Und so beginnt eine große Quest, die euch tief in das Herz von South Park und darüber hinaus führen wird. Oder so, wer weiß das schon, aber wo es auch immer hingeht, es führt zum ersten Mal eine feste Topografie durch die kleine Stadt, die bis dahin eher locker skizziert war. Aber das machen Rollenspiele halt. Fantasie muss fest auf Papier verortbar sein, sonst zählt es nicht.

Statt jedoch mehr von South Park zu zeigen, gab es noch ein paar Einblicke in das spätere Kampfsystem und das Loot. Die Rüstungssets sahen erstaunlich langweilig aus. Kinder-Live-Rollenspielkram halt, der in der richtigen Kombi Bonuspunkte gibt. Klassisch halt. Die Waffen jedoch... von der Baseballkeule über eine Vibroklinge - gut als rosa Vibrator erkennbar - hin zu genau so betitelten Fucking Ninja Stars gibt ein Arsenal, das gleichzeitig Humor wie auch Effizienz bietet. Und die Spezialangriffe sind dann so richtig South Park. Cartmans Feuerfurz - genannt "Drachenatem" - ist da noch zahm, Mr. Slave, der den Gegner einfach in seinem dunkelsten Ort verschwinden ließ, spielt schon in einer ganz anderen Liga. Fans der Serie werden in diesen und ähnlichen Details reihenweise belohnt, es finden sich immer wieder die kleinen und großen Anspielungen und die Gezeigten fügten sich perfekt ein. Wie oft es jedoch lustig ist, dass sich Mr. Slave einen Gegner in den Hintern schiebt, wird sich im Spielbetrieb zeigen. Wahrscheinlich länger, als es bei Final Fantasy mit den endlosen, nicht abbrechbaren Supermonstern der Fall war. Aber nicht viel länger. Hoffentlich kann man Mr. Slave irgendwann überspringen. Und wie alles, was man über Mr. Slave sagt, klingt das ziemlich sexuell wertvoll. Vielleicht sollte ich wirklich mal 50 Shades of Grey lesen.

Tja, das war es eigentlich auch schon, selbst gespielt werden konnte mal wieder nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Steuerung am Ende ein Problem werden wird. Wie es mit den Quests aussieht, ob der Humor seinen haushohen Level halten kann, ob die Geschichte den kompletten Wahnsinn erfolgreich von der Leine lassen kann, davon hängt jetzt alles ab. Um das Erste kümmert sich Obsidian, die genau in diesem Bereich Experten sind, für den Rest sind Parker und Stone zuständig. Und die haben oft genug und nach 16 Staffeln bewiesen, dass sie das immer noch drauf haben. Nach dem lustig-fulminanten Einstieg bin ich guter Dinge, dass dies Das Beste Rollenspiel Aller Zeiten Mit Der Besten Klasse Überhaupt werden wird.

Und weil ich noch gerne länger über South Park: The Stick of Truth reden würde, mir aber das Material ausging, verabschiede ich mich mit den fünf South Park-Folgen, die ihr gucken müsst (neben vielen, vielen anderen):

  • Weihnacht im Walde - Season 8 / 14 - Weil es die beste Weihnachtsepisode überhaupt ist. In allen Serien, die es gibt.
  • Fantasieland 1, 2 und 3 - Season 11 / 10-12 - Weil es die epischste und zweitdurchgeknallteste Episode ist.
  • Pandemic 1 und 2 - Season 12 / 10-11 - Weil es die durchgeknallteste Episode ist (Es gibt Riesen-Piraten-Meerschweine...).
  • Make Love Not Warcraft - Season 10 / 8 - Weil man nicht töten kann, was nicht lebt.
  • Schwule Verschwörung - Season 7 / 8 - Weil Crab People "Crap People" singen. Und es irrationale Ängste rückständiger Menschen denkbar surreal aufs Korn nimmt. Mit Crab People.

Viel Spaß!

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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