Zensur-Vorwürfe gegen Wild Games Studio wegen Day One: Garry's Incident

Das Studio ließ ein Video mit negativer Kritik von YouTube entfernen.

Im Internet bleibt so gut wie nichts unbemerkt. Diese Erfahrung musste nun auch Wild Games Studio machen, nachdem man ein Video von John „TotalBiscuit" Bain von YouTube entfernen ließ.

Das geschah angeblich aus Copyright-Gründen und weil Bain von der Marke des Studios profitiere beziehungsweise damit Geld verdiene - ein ähnliches Vorgehen gab es etwa auch von Nintendo bei Let's-Play-Videos zu Luigi's Mansion 2.

Die Tatsache, dass gerade das Video von Bain zu Day One: Garry's Incident besonders negativ war, ist hier aber der entscheidende Faktor. Und andere, ähnliche Videos - in denen das Spiel wiederum nicht so schlecht weg kam und mit denen die Video-Anbieter jeweiligen ebenfalls Geld verdienen -, ließ man nicht von YouTube entfernen, berichtet Gamasutra.

„Kritiken und Tests werden zurecht durch US-Gesetze geschützt", so Bain. „Die Vorstellung, dass man das Markenschutzrecht benutzt, um diejenigen zu attackieren, die einen kritisieren, ist ein Affront gegen die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit. Es ist unglaublich kundenfeindlich und ohne Frage eine Form der Zensur."

Ihm zufolge hatte er bei der Anforderung eines Keys zu Testzwecken unmissverständlich klar gemacht, dass er ein entsprechendes Video produzieren werde, welches auch zur Monetarisierung benutzt wird. Bei mehr als 500 bisherigen Videos hätte es bislang auch noch keine derartigen Probleme gegeben.

„Ist es nicht ein wenig merkwürdig, dass das Video, das auf mysteriöse Art und Weise nicht das Recht hatte, zur Monetarisierung genutzt zu werden, das am meisten angeschaute, bestbewertete und kritischste Video zum Spiel war?"

Gegenüber Kotaku gab Wild Games ein Statement ab und beteuert, dass es sich mehr oder weniger um ein Missverständnis handelte und man das Thema Monetarisierung hätte deutlicher ansprechen sollen. Gleichzeitig entschuldigte man sich bei Bain und allen, die glauben, man hätte ihnen das Recht auf freie Meinungsäußerung verweigert.

Was wie eine nette Geste erscheint, dürfte aber letztendlich nur ein Versuch der Schadensbegrenzung sein, zumal es keine Erklärung dafür ist, warum man aus Copyright-Gründen keinerlei andere, positivere Videos von YouTube entfernen ließ.

Das ursprüngliche Video von Bain ist mittlerweile auch wieder online.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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