Hardware-Test: PlayStation 4

Digital Foundry unterzieht Sonys Next-Gen-Konsole einer genauen Analyse.

Seit Februar beschäftigen wir uns nun ausführlich mit der PlayStation 4 und endlich hat die lange Reise ein Ende gefunden. In diesem Artikel widmen wir uns allen voran der Hardware, da wir nun einige Zeit mit dem System verbringen konnten. Außerdem sprechen wir über das Interface, allerdings noch nicht in aller Ausführlichkeit, da die finale System-Software erst seit kurzem zur Verfügung steht. Diesbezüglich könnt ihr weitere Updates erwarten.

Was bleibt also noch übrig, worüber man sprechen könnte? Immerhin wurde über die Monate hinweg bereits über so gut wie jeden Aspekt der Spezifikationen diskutiert - und zwar bis ins letzte Detail. Nun, Tatsache ist, dass bis vor ein paar Wochen wirklich nur wenige Leute außerhalb von Sony tatsächlich eine funktionierende PlayStation 4 in ihrer finalen Form gesehen haben. Spiele auf Messen liefen auf Dev-Kits, daneben sah man leere Hüllen der finalen Hardware. Selbst auf den jüngsten Presse-Events zu Battlefield 4 und Killzone: Shadow Fall liefen die Spiele lediglich auf Entwickler-Hardware. Von der finalen Hardware, die wir nun hier in den Händen halten, war da noch keine Spur. Warum man das alles so handhabte, bleibt unklar.

Da wir nun aber über die finale Hardware verfügen, können wir alle restlichen Zweifel hinsichtlich der Qualität des fertigen Produkts beiseite schaffen. Die PlayStation 4 ist ein beeindruckendes, sehr gut designtes Stück Hardware und repräsentiert in puncto Konsolen-Performance einen echten Generationensprung - und das in einem Gehäuse, das sogar noch kleiner ist als die Slim-Veriante der PS3. Darüber hinaus verrichtet sie ihre Dienste weitestgehend leise und nur mit kleinen Bedenken hinsichtlich der Temperaturen und Wärmeabfuhr. Doch dazu später mehr.

"Das raue, Keil-artige und eckige Gehäuse ist bemerkenswert und unterscheidet sich deutlich vom eher kurvigen PS3-Gehäuse - ganz zu schweigen von den vielen sanften und runden Ecken, die wir bei vielen heutigen High-End-Elektronikgeräten sehen."

Das Innere der Konsole ist sehr geschickt gestaltet, aber was das Äußere der PlayStation 4 betrifft, ist es sicherlich eine Geschmacksfrage, wie man dazu steht. Das raue, Keil-artige und eckige Gehäuse ist bemerkenswert und unterscheidet sich deutlich vom eher kurvigen PS3-Gehäuse - ganz zu schweigen von den vielen sanften und runden Ecken, die wir bei vielen heutigen High-End-Elektronikgeräten sehen. Auf drei Seiten wird die Konsole quasi in zwei Teile getrennt, wodurch einerseits der umstrittene Look definiert wird, andererseits bietet man somit zusätzliche Lüftungsmöglichkeiten, die die größeren Lüftungsschlitze auf der Rückseite ergänzen. Die PS4 könnt ihr entweder vertikal oder horizontal aufstellen, unserer bescheidenen Meinung nach sieht sie in der vertikalen Stellung sehr viel besser aus (optionale Standfüße sind erhältlich).

Hardwarekonfiguration und Setup

Beim Einrichten der Konsole fällt uns das Fehlen eines analogen Video-Ausgangs auf - es gibt nur einen HDMI-Ausgang, ein Kabel ist in der Box dabei. Wir freuen uns obendrein über einen Toslink-SPDIF-Audio-Ausgang für Legacy-Receiver-Support, ebenso gibt es einen LAN-Anschluss für diejenigen, die die bestmögliche Verbindung zu ihrem Router bevorzugen. Die PlayStation Camera verfügt über ihren eigenen Eingang an der Rückseite, wobei die AUX-Bezeichnung womöglich weitere Funktionen abseits der Nutzung der Kamera andeutet.

Der neue DualShock 4 (einer ist enthalten) erfordert ein anfängliches Aufladen und kann wie sein Vorgänger via USB angeschlossen werden. Der Unterschied ist, dass Sony diesmal auf einen bei Smartphones üblichen Micro-USB-Anschluss setzt. Wir haben bereits zuvor ausführlich über die Next-Gen-Controller gesprochen und unsere Meinung hat sich nicht geändert: Der DualShock 4 ist ohne Frage die bislang beste Variante von Sonys Pad - er hat das richtige Gewicht und allen voran die präzisen Analog-Sticks stechen hervor. Ein Headset ist ebenfalls enthalten, allerdings handelt es sich dabei um die einfachste Version, die man sich vorstellen kann - und vermutlich ist es auch der Teil des Gesamtpakets, der die niedrigste Qualität aufweist. Es fühlt sich eher so an, als hätte man es erst nachträglich hinzugefügt, ähnliche wie bei einem Handy.

"Es ist das Ende für analoge Video-Ausgänge. Die PlayStation 4 ist ein rein digitales Gerät, unterstützt lediglich HDMI- und Toslink-AV-Ausgänge."

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Die Rückseite des Geräts zeigt einige größere Lüftungsschlitze sowie die digitalen Video- und Audio-Ausgänge, einen LAN- sowie den Stromanschluss.

Das Gerät zu starten, ist tatsächlich nicht so unkompliziert, wie ihr euch das vielleicht vorstellt. Die Power- und Eject-Buttons sind fast versteckt - schmal und dünn und auf der Vorderseite in die Rillen integriert. Sie sind berührungssensitiv und bieten kein wirkliches Feedback, ähnlich wie bei der Launch-PS3. Wir hätten hier viel lieber die hochqualitative Methode der ersten PS3 Slim gesehen, bei der man echtes Feedback bekommt. Wie ihre Vorgängerin könnt ihr die PS4 anschalten, indem ihr den PS-Button des DualShock 4 drückt.

Die Ähnlichkeiten zur PlayStation 3 hören hier nicht auf. Die PS4 startet und fährt mit den gleichen Pieptönen herunter, die man bei allen PS3-Modellen hört. Die neue Konsole startet ohne eine schicke Animation. Ihr seht lediglich ein weißes PlayStation-Logo auf komplett schwarzem Hintergrund, bevor ihr ins neue Menü der PlayStation gelangt. Wir sind drin.

Aber es ist nicht so, dass ihr viel mit eurer PS4 anstellen könntet, sobald ihr sie mit der ausgelieferten Firmware-Version 1.01 startet. Ihr habt Zugriff auf die Playroom-App (PlayStation Camera erforderlich), aber davon abgesehen benötigt der Großteil der Funktionen einen PSN-Account - das gilt auch für das Vita-Remote-Play und sogar den Webbrowser. Jeder, der vor Veröffentlichung des Updates auf Version 1.5 die Konsole erhalten hatte, konnte sich im Grunde nicht viel mehr als die Einstellungen anschauen und eine Internetverbindung einrichten (zwar ohne 802.11n 5GHz WiFi, aber ansonsten sehr solide), aber sonst nicht viel.

Firmware-Updates könnt ihr über Spiele-Discs oder über das Internet installieren, via USB-Stick müsst ihr erst das Wiederherstellungsmenü aufrufen. Aber zumindest können Spiele mit der 1.01-Firmware abgespielt werden. Call of Duty: Ghosts wurde bereits Wochen vor Release an Händler ausgeliefert und dadurch konnten wir die Performance der Hardware auch ohne das wichtige System-Update messen.

"Nach dem Auspacken kann man mit der Auslieferungs-Firmware 1.01 beziehungsweise dem 'Ppgrade' auf 1.05, das dem ersten Packen Spiele beiliegt, kaum was anfangen."

Hitzeentwicklung, Kühler und Energieverbrauch

Mit dem System unter Volllast können wir endlich die Frage beantworten, ob Sony ästhetischen Gesichtspunkten mehr Aufmerksamkeit gewidmet hat als profanen Dingen wie Geräusch- und Hitzeentwicklung. Wegen der geringen Gehäusemaße der Konsole gab es im Netz einige Bedenken, besonders im Vergleich zur relativ üppig dimensionierten Xbox One. Einerseits möchte man eine kleine, unauffällige Konsole im Wohnzimmer, Büro oder Schlafzimmer stehen haben, andererseits soll sie zuverlässig arbeiten. Die Faustregel lehrt, dass eine Konsole eher das Zeitliche segnet, je heißer sie im Betrieb wird. Während sich besonders Microsoft in dieser Hinsicht mit ihren ersten zwei bis drei Xbox-360-Varianten nicht mit Ruhm bekleckert hat, lässt sich festhalten, dass die ersten Konsolen-Varianten der letzten Generation allesamt Probleme hatten, weil sich zu viel Hitze in einem zu kleinen Kasten entwickelt hat - in Kombination mit bleifreiem Lötzinn, der unter solchen Bedingungen weniger widerstandsfähig ist.

Mit der kommenden Generation geht Microsoft auf Nummer sicher. Die schiere Größe des Gehäuses, die Kühlung und das große externe Netzteil (250W bestätigt) verraten die dahinter stehende Designphilosophie, dass hier Zuverlässigkeit vor Schönheit geht. Sony auf der anderen Seite versucht beides zugleich. Die PlayStation 4 ist offensichtlich kleiner, das Netzteil wurde ins Gehäuse integriert und die Kühlkonfiguration sieht wesentlich spartanischer aus als ihr Pendant in der Xbox One - schon allein wegen des kleineren Lüfters. In Anbetracht der leistungsfähigeren GPU und des aufnahmehungrigen GDDR5 RAM behauptet Microsoft, dass die PS4 vermutlich heißer und lauter würde als die Konkurrenz.

In der Praxis zeigt sich, dass Sony recht gute Arbeit geleistet hat. Wir werden uns gleich den genauen Zahlen zuwenden, aber auf den ersten Blick schaut die Angelegenheit gut aus. Beim Start ist die Hardware vorbildlich leise, fährt man mit Spielen fort, nehmen Geräuschentwicklung und Hitze zu. Die PS4 gönnt sich auch einen ordentlichen Schluck Saft: 80W im Leerlauf und im Hauptmenü (namentlich "PlayStation Dynamic Menu"), 95W während der Videowiedergabe im Spiel und um die 110 bis 120 Watt während der eigentlichen Spielinhalte, was grob 10 bis 20 Watt mehr sind als bei der ersten Slim-Version der PlayStation 3. Interessanterweise zieht das System noch einmal mehr Strom, wenn man die Menüs während eines laufenden Spiels öffnet - bis zu 140W sind es dann insgesamt.

"Den maximalen Energieverbrauch von 140W erreichten wir auf der PS4, indem wir ein Spiel laufen ließen und gleichzeitig den 'Options-Button' betätigten, um das Hauptmenü aufzurufen. Kurz darauf meldeten sich die Lüfter laut zu Wort."

Die Statistik vermittelt ein üppiges Bild, doch tatsächlich werkelt die PlayStation 4 ziemlich diskret, während man spielt. Auf jeden Fall ist sie leiser als es die PS3 damals bei Launch war, aber nicht ganz so unauffällig wie das aktuelle PS3-Super-Slim-Modell (sofern das Blu-Ray-Laufwerk inaktiv bleibt). Nur wenn man ein Spiel laufen hat und dann die Menüs öffnet, erhöht sich die Hitzeentwicklung. Hinten haben wir Abluft mit 50 Grad Celsius gemessen (besser raus als rein, sagen wir) und das Gehäuse selbst erwärmte sich auf 45 Grad. Damit bewegen wir uns auf PS3-Launch-Niveau.

Wir ließen ein paar Tests laufen und brachten ein Infrarot-Thermometer zum Einsatz, das wir auf den "Hotspot" des Gehäuses richteten, wo die Temperaturen stets am höchsten waren. Außerdem benutzten wir ein Gerät zur Lautstärkemessung, um ein Bild von der Geräuschentwicklung zu gewinnen. Die Bedingungen waren nicht ganz ideal - die Umgebung schlug mit 40dB zu Buche - aber die Lüfter waren in einem Meter Abstand erheblich leiser und kaum hörbar bei drei Metern Abstand. Die Messung mit dem geringsten Abstand entspricht der Geräuschentwicklung direkt vor dem Lüfter, wo die Konsole erwartungsgemäß am lautesten ist.

"Unter Vollast und bei maximalem Energieverbrauch werden die Lüfter etwas lauter - aber während des normalen Betriebs fällt die Lautstärke der PS4 kaum ins Gewicht."

Idle Blu-Ray Gaming Spiel + UI
Max Temp 40 Grad Celsius 41 Grad Celsius 44 Grad Celsius 45 Grad Celsius
Energieaufnahme 80W 100W 131W 140W
Geräuschentwicklung: Direkt 42dB 42dB 51dB 53dB
Geräuschentwicklung: 1 Meter 40dB 40dB 42dB 42dB
Geräuschentwicklung: 3 Meter 40dB 40dB 41dB 41dB

Bei 23 Grad Umgebungstemperatur macht die PlayStation 4 eine gute Figur. Die Geräuschentwicklung geht im Abstand von einem Meter völlig in Ordnung, bei drei Metern Abstand ist die Konsole extrem leise. Für Regionen mit hohen Durchschnittstemperaturen oder während der heißen Sommermonate haben wir ein wenig Bedenken, wie sich die Hardware wohl schlagen wird. Auch ist es merkwürdig, dass sich der gleichzeitige Betrieb eines Spiels und des Hauptmenü-UIs derart deutlich beim Energieverbrauch bemerkbar macht. Das wird man hoffentlich mit einem Update der Firmware verbessern können.

Das Dynamic Menu der PlayStation

Das Dynamic Menu ist eine ziemlich nette Angelegenheit. Ein mittig angeordneter Balken zeigt eure Inhalte, gewährt euch Zugang zum Web-Browser, Sonys audiovisuellen Diensten und erlaubt euch, auf eure Bibliothek an PlayStation-Inhalten zuzugreifen. Oberhalb dieses Balkens findet ihr diverse nützliche Sachen: Einstellungen, Party-Konfiguration, Freundeslisten, Post, Trophäen, Benachrichtigungen und den PlayStation Store. Unterhalb des Balkens interagiert ihr mit euren Spielen und Diensten in etwas tiefer gehender Manier. Ein Überblick der Spiele und eine Zusammenfassung eurer kürzlichen Aktivitäten erscheint, während euch die Medienfunktionen eine Reihe personalisierter Vorschläge an Material erstellen, das für euch etwas sein könnten oder eben nicht. Wir vermuten außerdem, dass an dieser Stelle die sozialen Elemente des Interfaces integriert sind. Da aber niemand unserer Freunde schon eine PS4 besitzt, konnten wir das nicht in der gebotenen Ausführlichkeit testen.

Dafür konnten wir uns kurz den Schlüsselfeatures widmen. Der PlayStation Store hat optisch viel mit dem aktuellen PS3-Design gemein. Obwohl wir ihn immer noch etwas unhandlich und langsam finden, ist er schon eine große Verbesserung gegenüber der Current-Gen-Version. Zudem freuen wir uns darüber, wie prominent die Upgrades von PS3 zu PS4 vertreten sind. Im US-Store konnten Assassin's Creed 4, Call of Duty: Ghosts, Battlefield 4 und Injustice: Gods Among Us für nur 9,99 Dollar aufgewertet werden. Sound Shapes und Flower (6,99 bzw. 14,99) waren als Cross-Buy-Titel verfügbar, was bedeutet, dass man sowohl die PS3- als auch PS4-Version in einem bekam.

"Sobald man ein Upgrade auf Firmware 1.5 durchgeführt hat, steht der PlayStation Store zur Verfügung. PSN-Features wie das Vita-Remote-Play und der Web-Browser werden dann ebenfalls zugänglich."

Der Web-Browser macht allerdings nicht gerade eine beeindruckende Figur. Die Funktionalität stimmt allgemein, aber der DualShock ist für das Browsen nicht besonders geeignet, das Scrolling ist zuckelig und die Reaktionsschnelligkeit mäßig. Obwohl die PS4 erkannte, dass eine USB-Maus angestöpselt war, unterstützte der Browser diese nicht. Im Vergleich mit so gut wie jedem anderen Mainstream-Internetgerät - ob nun Mobile, Laptop oder Desktop - wirkt die PlayStation 4 klobig und reaktionsträge.

In einigen unerwarteten Bereichen gibt es aber auch Eindrucksvolles zu berichten. In unserem Preview des Xbox-One-User-Interface gefiel uns vor allem, dass Kinect User scannen konnte und auch die Stimmerkennung war ziemlich cool. Von der PlayStation-Kamera haben wir von Entwicklern dagegen bislang nicht allzu viel versprechendes gehört. Dennoch klappte das Spieler-Login per Gesichtserkennung sehr gut und auch die Stimmerkennung war in der kurzen Testphase zu 100 Prozent akkurat. Es funktionierte einfach. Bislang ist es nicht möglich, die PS4 per Stimme zu starten, aber Sony ergänzt diese Funktionalität hoffentlich noch. Das System zu starten und ein Spiel zu booten, einfach, indem man das Zimmer betritt und mit der Konsole spricht, klingt vielleicht nach einem Gimmick, ist in der Praxis aber erstaunlich cool. Es könnte die Sorte Stimmsteuerung werden, die man tatsächlich auch benutzen würde.

Auch die Sharing-Features funktionieren bereits. Videos über Facebook zu teilen, geht exakt so vonstatten, wie es auf dem PlayStation-Meeting im Februar demonstriert wurde. Ein kurzer Blick auf die Festplatte der PS4 verrät, dass 15 Minuten Call-of-Duty-Gameplay 567 MB belegen. Zunächst nahmen wir an, dass der PS4-Hardware-Encoder 720p30-Videos bei 5mbps generiert. Dennoch kamen bei einer vergleichbaren Menge Battlefield-4-Action satte 915 MB zusammen. Es ist schade, dass Facebook aktuell die einzige Plattform zum Teilen von Videos ist. Warum Sony es nicht erlaubt, die Videos auf einen USB-Stick zu ziehen, wo der User sehr viel mehr damit anstellen könnte, es beispielsweise auf YouTube hochladen, erschließt sich uns nicht. Gleichermaßen können auch Screenshots nicht exportiert werden - sie müssen via Facebook oder Twitter geteilt werden. Es ist sehr nützlich, dass die Funktion des Share-Button angepasst werden kann. Im Standard-Modus ruft ein kurzer Tastendruck das Share-Menü auf, während ein langer Druck auf die Taste einen Screenshot macht. Im Easy-Screenshot-Modus ist es umgekehrt, während in beiden Modi ein Doppelklick auf die Taste den Startpunkt für einen Videoclip markiert.

"Die Medien-Sharing-Funktionen der PlayStation 4 sind interessant. Es ist nur schade, dass es anscheinend keinen Weg gibt, Bilder und Videos auf ein externes USB-Laufwerk zu kopieren."

Downloads im Hintergrund

Die Nemesis von PlayStation-Gamern überall auf der Welt sind die langen, wahnsinnig nervigen Pflicht-Installationen. Ob es nun System-Updates sind, Patches oder beides. Die PlayStation 3 machte in dieser Hinsicht von allen aktuellen Konsolen die meisten Probleme. Wie versprochen, haben sich die Dinge mit der PlayStation 4 geändert.

Das System kann seine Updates im Hintergrund laufen lassen, sodass sich eure Maschine leise und sogar ohne euer Wissen aktualisiert - solltet ihr das so wünschen. Das ist auch gut so, denn das Update in der klassischen "dasitzen und zugucken"-Variante war kein so großes Vergnügen. Das Update brauchte für den Download drei Minuten über eine sehr schnelle Leitung und dann noch einmal fünf für die Installation.

Ein Spiel aus dem Playstation Store zu laden, war eine interessante Erfahrung. Wir haben uns für Battlefield 4 entschieden und damit massive 35 Gigabyte. Die PS4 erlaubte es uns, das Spiel zu starten und zu spielen, als die ersten 6.288 MB heruntergeladen waren. Das ist das, was die gesamte Einzelspieler-Kampagne ausmacht. Um online zu gehen und die komplette Multiplayer-Erfahrung zu bekommen, muss der Rest allerdings erst vollständig auf der Konsole sein. Das ist nicht ganz die nahtlose PlayGo-Erfahrung, die wir uns erhofften, aber sicher schon mal besser als nichts.

Weiter geht es mit den Discs. Call of Duty wird eingelegt und wie ein ganz normales Spiel gestartet und gespielt. Ihr könnt sofort loslegen, während im Hintergrund die 32 Gigabyte Daten auf das System gezogen werden. Wir hatten noch keine Zeit für eine vollständige Analyse der Leistung währenddessen, aber erst einmal schien die Spielerfahrung nicht beeinträchtigt zu sein. Der einzige bemerkbare Unterschied waren die längeren Ladezeiten der Level, bevor das Spiel vollständig im Speicher ist. Der erste Level zum Beispiel lädt, sobald er einmal installiert ist, 16 Sekunden schneller.

Es wird schnell klar, dass sich hier jemand viele Gedanken machte und wir sind schon auf kommende Spiele gespannt. Wo wir noch unsicher sind, ist die Frage, in welchem Umfang die Online-Downloads ein komplett nahtloses Spielerlebnis bieten können und welche Bandbreite dafür nötig sein wird. Sonys Erwartungen an die Qualität eurer Breitbandanbindung sind bis heute nicht genau bekannt. Wenn man bedenkt, wie sehr das Screen-Sharing und Live-Streaming bei der Vorstellung im Vorfeld im Vordergrund stand, kommen wir nicht umhin uns zu fragen, wie viele Leute vielleicht deswegen von diesen coolen Features ausgeschlossen sein könnten.

"Der gefürchtete Download-Balken ist nicht gänzlich verschwunden, aber er ist auf der P4 längst nicht mehr so aufdringlich und frustrierend wie noch zuvor."

PlayStation 4 - Unsere bisherigen Eindrücke

Normalerweise schließen wir unsere Hardware-Tests mit einem finalen Urteil ab, doch bevor wir nicht mehr Zeit mit dem User-Interface und einzelnen essenziellen Features wie dem Vita-Remote-Play verbringen konnten, beschränken wir uns auf ein paar erste Eindrücke.

Was wir hier haben, ist mit Sicherheit ein Stück herausragender Technologie. Sony liefert eine hochwertige, vom Format her traditionell große Box ab, die neueste Prozessortechnik mit Tonnen an Grafikleistung in einer durchdachten Verpackung kombiniert. Diese bleibt vielleicht nicht super-kühl, aber gibt diese Wärme gut ab und das, ohne dabei selbst in wärmeren Umgebungen zu laut zu werden. Was wir natürlich aber demnächst als erstes tun werden, ist die Heizung im Büro ordentlich aufzudrehen, um zu sehen, wie sich das System in den warmen Sommermonaten verhalten wird. Die einzige Sorge, die wir haben, wenn wir das System dann an die Grenzen treiben, sind die extra 20 Watt, die das User-Interface in Kombination mit einem laufenden Spiel braucht und das Lüftergeräusch merklich nach oben treibt.

Auch die anderen Teile des Gesamtpakets - DualShock 4 und die PlayStation Kamera - schlagen sich mehr als nur gut. Der neue Controller fühlt sich so ausgezeichnet an, dass Guerilla Games sich sogar traut, das automatische Zielen bei Killzone abzuschalten. Ein gewisses Risiko, bedenkt man die Erfahrungen mit den Current-Gen-Controllern, aber zumindest ist es eine Herausforderung, der die PS4 mehr als gewachsen ist. Die Gesichts- und Stimmerkennung der Kamera scheint ebenfalls gut zu funktionieren. Wir haben nie erwartet, dass es so wie Kinect integriert wird, aber es ist trotzdem beeindruckend und komplett optional.

Was das User-Interface angeht, halten wir uns mit dem Urteil noch zurück. Wir hatten nicht annähernd genug Zeit, um alles im Detail auszutesten. Damit im Hinterkopf können wir aber zumindest schon einmal sagen, dass das Ganze - einigen Stolpersteinen im Store zum trotz - einen gut strukturierten Eindruck macht. Alles lässt sich leicht finden und es werden viele sinnvolle Funktionalitäten geboten. Schon allein der Fakt, dass sich die von der PS3 bekannten Download- und Installationsbalken rar machen, ist auf jeden Fall positiv.

Die Technologie der PlayStation 4 mag sich sehr nah am PC orientieren, aber es fühlt sich einfach weit mehr nach einer Konsole - einem reinen Spielevollblut - an, als es noch beim Vorgänger der Fall war.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

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Technology Editor, Digital Foundry  |  digitalfoundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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