EA: "Dungeon Keeper war zu innovativ"

"Die Spieler waren nicht darauf gefasst."

EAs Dungeon-Keeper-Neuauflage steht für viele sinnbildlich dafür, was am Prinzip free-to-play richtig hässlich sein kann, wenn man es nicht richtig integriert. Laut EAs Chef der Mobilsparte, Frank Gibeau, innovierte man vielleicht einfach zu sehr. Das Gesicht, das ihr gerade aufsetzt, ist das eine brasilianischen Fußballfans, der zwischen Minute 23 und 29 des WM-Halbfinales nur kurz auf der Toilette war.

"Dungeon Keeper litt unter einigen Dingen", so Gibeau im Gespräch mit GamesIndustry. "Ich glaube, wir haben es nicht unbedingt gut vermarktet oder mit den Fans über ihre Erwartungen gesprochen, was Dungeon Keeper letzten Endes werden würde oder werden sollte."

"Eine Marke lässt immer nur einen gewissen Grad an Freiheiten zu, wenn es um Änderungen geht. Und ich glaube, wir haben vielleicht zu viel innoviert oder einige andere Dinge probiert, auf die die Leute einfach nicht gefasst waren."

Vor allem waren sie nicht darauf gefasst, dass statt des Spielens hauptsächlich das Warten umsonst sein würde, was dem Titel den hämischen Titel des "free-to-wait" einbrachte.

"Direkter gesprochen waren wir nicht auf einer Wellenlänge mit dem, was uns die Marke eigentlich erlaubt hätte. Wir mögen die Idee, dass man bei EA eine Marke zurückbringen ihr einen neuen Ausdruck verleihen kann. Wir hatten an der Front einige Erfolge, aber im Fall von Dungeon Keeper fanden wir aus verschiedenen Gründen keinen Zugang zum Publikum."

Ein Grund reicht eigentlich: Das konstante Handaufhalten der App, das nur signalisierte, dass EA immer noch nicht verstanden hat, was ein gutes Free-to-play-Spiel ausmacht. Abgesehen davon darf man davon ausgehen, dass Entwickler Mythic unter all der Wartezeit-Gängelung ein zumindest funktionales Spiel erschuf.

Das alteingesessene MMO-Studio wurde im Zuge des Dungeon-Keeper-Debakels kürzlich geschlossen. Außerdem untersagte mittlerweile die britische Werbeaufsichtsbehörde die Bewerbung des Titels als kostenlos.

Eine andere, kritisch beäugte "Innovation" Dungeon Keepers war, dass die direkte Weiterleitung zur jeweiligen Store-Bewertungsseite nur dann funktionierte, wenn man angab, fünf Sterne vergeben zu wollen. Wahrhaft ein wagemutiger Innovator, dieses Spiel.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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