Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega verklagt Activision wegen Call of Duty: Black Ops 2

Update: Activision bezeichnet die Klage als 'ungerechtfertigt'.

Update (23.09.2014): Activison bezeichnet die Klage von Manuel Noriega als „ungerechtfertigt“ und will erreichen, dass diese fallen gelassen wird. Dafür hat man sich auch den früheren New Yorker Bürgermeister und Anwalt Rudy Giuliani mit an Bord geholt.

“Es ist erstaunlich, dass der berüchtigte Diktator Manuel Noriega, der für seine abscheulichen Verbrechen im Gefängnis setzt, sich darüber aufregt, dass er in Call of Duty als Krimineller und Staatsfeind dargestellt wird. Das ist einfach absurd“, so Giuliani.

“Ich bin nicht daran interessiert, einem verurteilten Mörder und Drogenschmuggler wie Manuel Noriega entgegenzukommen, der von Activision und seinem beliebten Call-of-Duty-Franchise einfach nur deswegen Geld verlangt, weil sie von ihrem Recht auf Redefreiheit Gebrauch machen. Dass er mit den Rechten von Call of Duty ein Problem hat, sollte aber niemanden überraschen, wenn man bedenkt, dass er ein gesetzloser Tyrann ist, der die Rechte seiner eigenen Leute mit Füßen getreten hat.“

Den Einspruch hat man bei einem kalifornischen Gericht eingereicht. Man beruft sich dabei auf den Schutz der Redefreiheit vor unberechtigten Klagen.

Würde man der Klage stattgeben, hätte das laut Activision Einfluss auf die Darstellung zahlreicher historischer und politischer Personen - und das nicht nur in Spielen. Als Beispiele nennt man Einflüsse auf Filme wie Forrest Gump und Zero Dark Thirty oder TV-Shows wie Saturday Night Live oder Boardwalk Empire. Selbst Bücher könnten dann davon betroffen sein.

Originalmeldung (16.07.2014): Panamas früherer Diktator Manuel Noriega hat sich wohl ein Beispiel an Lindsay Lohan genommen, die gerade Rockstar wegen Grand Theft Auto 5 verklagt. Allerdings hat er kein Problem mit Rockstars Open-World-Titel, sondern mit Activisions Call of Duty: Black Ops 2.

Er wirft dem Publisher vor, sein Aussehen unrechtmäßig für den Shooter verwendet zu haben. Im Spiel spüren Alex Mason und Frank Woods Noriega in Panama City auf. Einen Ausschnitt daraus seht ihr weiter unten.

Der mittlerweile 80-jährige Noriega will sich das jedenfalls nicht gefallen lassen, eine entsprechende Klage wurde in Los Angeles eingereicht, berichtet Courthouse News Service.

„Um die Popularität und den Umsatz von Black Ops 2 zu steigern, haben die Angeklagten ohne Zustimmung und Einwilligung das Aussehen des Klägers in Black Ops 2 verwendet", heißt es. Im Spiel werde er als „Kidnapper, Mörder und Staatsfeind" dargestellt, ebenso verweist man auf die Szene aus dem Video.

Und nun will Noriega natürlich Schadensersatz von Activision haben.

Noriega war von 1983 bis 1989 Militärdiktator in Panama, gestürzt wurde er durch eine Invasion amerikanischer Truppen. Seitdem befand er sich unter anderem in den USA und Frankreich in Haft, aktuell sitzt er in Panama im Gefängnis.

Activision hat bislang noch nicht auf die Klage reagiert.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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