Performance-Analyse: Just Cause 3 - Digital Foundry

Grund zur Sorge?

Einige Spieler hatten bereits früher Zugriff auf Just Cause 3 und erste Berichte zur Konsolen-Performance des Spiels waren nicht gerade positiv - besonders eine vorläufige Analyse der Xbox One-Version bereitete einige Sorgen. Als wir unsere Tests begannen, stellten wir uns daher die Frage, ob die Konsolenversionen von Just Cause 3 wirklich in schlechtem Zustand sind? Immerhin war Avalanches vorherige Cross-Plattform-Arbeit bei Mad Max geradezu vorbildlich. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie es mit der PS4-Version aussieht.

Unsere Analyse basiert auf beiden Fassungen mit der Version 1.01. Was die Bildqualität betrifft, können wir bestätigen, dass die PS4-Version tatsächlich in nativen 1080p läuft, die Xbox One in 900p. Anfängliche Vergleiche der Assets, Effekte und Beleuchtung deuten an, dass beide Versionen die gleichen visuellen Features nutzen. Avalanche hielt es nicht für nötig, die GPU-intensiven Elemente wie die Schattenqualität anzupassen - in der Hinsicht entsprechen beide den hohen Einstellungen der PC-Fassung.

Im Endeffekt sehen sich beide Versionen von Just Cause 3 sehr ähnlich, aber optisch hat die PlayStation 4 mit ihrem schärferen Bild die Nase vorn. Das tatsächliche Problem ist vielmehr die Performance. Beide Versionen peilen 30 Frames pro Sekunde an und es scheint auf beiden Plattformen eine Art adaptives V-Sync zum Einsatz zu kommen - aber wie bei vielen anderen Spielen, die zuletzt diese Technik nutzen, beschränkt sich das Tearing auf den oberen Bereich des Bildschirms. In Bewegung fühlt sich Just Cause 3 im Großen und Ganzen wie ein V-Sync-Titel an und sieht auch so aus. Indem man das Tearing auf die obere Seite des Bildschirms verlagert, hofft Avalanche, mit einem etwas flexibleren Ansatz im Hinblick auf das Rendering-Budget des Spiels die Latenz zu verringern und Ruckler zu reduzieren.

Just Cause 3 auf PS4 und Xbox One im Vergleich. Optisch haben wir es hier mit 1080p und 900p zu tun, aber die Performanceunterschiede sind ein größeres Problem.

Klar ist, dass keine Version von Just Cause 3 die 30 FPS stabil halten kann, aber es ist tatsächlich die Xbox-One-Fassung, die deutlich weniger flüssig läuft. In unseren Tests haben wir sowohl Zwischensequenzen als auch Gameplay miteinander verglichen. Die niedrigste gemessene Framerate hatten wir auf der Xbox One, wo eine gewaltige Explosion die Bildrate bis auf 20 FPS fallen ließ. Die PS4-Version fiel unter gänzlich anderen Umständen auf einen Tiefstwert von 24 FPS - die CPU-Leistung ist wahrscheinlich ausschlaggebend für diesen Engpass in puncto Performance.

Zwischen den Schießereien gelingt es beiden Versionen meistens, 30 FPS zu halten, aber sobald es zur Sache geht, wird klar, dass Microsofts Maschine mehr zu kämpfen hat. Es ist ein wenig enttäuschend, dass keine Version des Spiels die angepeilte Framerate halten kann - rasante Actionsequenzen mit jeder Menge anspruchsvollen Alpha-Effekten verursachen Probleme auf beiden Geräten -, aber der PlayStation 4 gelingt das häufiger. Besonders enttäuschend ist, dass die Xbox One selbst in Bereichen, in denen wenig oder gar nichts passiert, Probleme haben kann. Wenn wir uns in einen Wald begeben und auf der Stelle drehen, fällt die Performance der Engine in den mittleren 20er Bereich, während die PS4-Version hier den Löwenanteil ihrer Performance beibehält.

Mit dieser Art von Test stellen wir normalerweise das VRAM bei PC-Grafikkarten auf die Probe, aber bei den Konsolen mit ihrem einheitlichen Arbeitsspeicher waren wir überrascht, dass sich das Problem auf diese Weise zeigt. Die offene Welt von Just Cause 3 wurde reichhaltig gestaltet und die Entfernungsdetails sind sehr nah der PC-Version in ihrer besten Form dran. Es gibt daher eine Menge Daten zu streamen, auf der Xbox One könnte es also ein Problem mit der Bandbreite des Arbeitsspeichers geben - oder aber es ist eine Frage des Speichers.

PlayStation 4Xbox One
Einmal mehr sehen wir 1080p vs. 900p, bei der Pixelzahl hat Sony also Vorteile. Auf Standbildern manifestiert sich das anhand einer leichten Unschärfe auf Microsofts Konsole.
PlayStation 4Xbox One
In Bewegung sind die Auflösungsunterschiede kein großes Problem. Motion Blur kommt auf beiden Systemen zum Einsatz und kaschiert viele der Upscaling-Probleme auf der Xbox One. Pixel-Popping zeigt sich meist bei nahen Kanten der Geometrie auf der Xbox One.
PlayStation 4Xbox One
Alpha-Effekte sind auf beiden System effektiv identisch. Bei dem Maß an Zerstörung, das ihr hier seht, ist eher die Performance das Problem.
PlayStation 4Xbox One
Hier seht ihr eine etwas beschaulichere Szene und sie zeigt uns, dass beide Konsolen die gleichen reichhaltigen LODs nutzen. In großer Distanz sind die Details identisch.
PlayStation 4Xbox One
Eine weitere detailreiche Szene, die zeigt, wie nah beide Konsolen in puncto visuelle Features beieinander liegen.

Just Cause 3 ist für seine explosive Action bekannt und dabei verlässt man sich wiederum auf die Zuverlässigkeit seines Physik-Modells. Avalanche haut hier mit der Havok-Middleware ordentlich auf den Putz, aber das verursacht Performanceprobleme auf beiden Konsolen. Das Sprengen einer Brücke mit Sprengsätzen verursacht Einbrüche in den mittleren 20er Bereich auf beiden Konsolen, während die Struktur in ihre Einzelteile zerfällt. Wenn man bedenkt, dass visuell gesehen in dieser Szene sonst nicht viel passiert, scheint die Jaguar-CPU-Architektur beider Konsolen hier an ihre Grenzen zu stoßen. Und das ist wirklich eine Schande - das chaotische Gameplay macht den Charme dieses Spiels aus und diese Probleme sind daher etwas frustrierend. Aber natürlich ist das hier nur eine anfängliche Analyse - wir kratzen bislang nur an der Oberfläche dieses Spiels und in einem Open-World-Spiel wie diesem ist es denkbar, dass die Engine zu einem späteren Zeitpunkt noch weit mehr beansprucht wird.

Das ist also der aktuelle Zustand von Just Cause 3. Unser Plan ist, die Konsolen-Performance noch genauer unter die Lupe zu nehmen und die optischen Features mit der PC-Version zu vergleichen. Was wir derzeit mit ziemlicher Sicherheit sagen können, ist, dass eine GTX 950 mit einem Haswell-Core-i3-Prozessor Just Cause 3 ohne Probleme in 1080p, mit vollem SMAA-Anti-Aliasing und 8x Anisotropic Filtering oberhalb der 30 FPS darstellen kann. Die für unseren Budget-Gaming-PC ausgewählte Karte, die GTX 750 Ti, hat jedoch Probleme und fällt selbst dann bis auf 23 FPS, wenn wir die Schattenqualität auf die hohe Einstellung reduzieren (eine Übertaktung kann aber helfen). Bei diesen Komponenten steht jedoch der Preis im Vordergrund. Ein leistungsstärkerer Mittelklasse-PC sollte wenig Probleme damit haben, das Spiel gut darzustellen.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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