gamescom 2017 - Lost Sphear: Zurück zu Setsuna

Jetzt auch mit Inns

Ihr wollt noch mehr von dem guten, alten 90s-Feeling in euren Rollenspielen aus Japan? Kein Problem, Lost Sphear wird euch Anfang nächsten Jahres ziemlich genau das bieten. Der Titel kommt aus dem gleichen Hause wie das 2015er I am Setsuna und baut direkt in vielen Punkten darauf auf. Tokyo RPG Factory scheint sich die "alte" Engine geschnappt zu haben, polierte ein klein wenig die Kopffüßler und schickt sie in eine neue Welt aus. Es ist noch nicht klar, ob dies die gleiche Spielwelt ist und zu einer anderen Zeit spielt oder ob es sich um eine andere handelt, aber sie haben auf jeden Fall eine gemeinsame Komponente: Weiß.

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Stilistisch bleibt man sich treu.

War Setsuna oft tief weiß verschneit, leiht sich Lost Sphear ein paar Gedanken aus dem Michael Ende Klassiker Die unendliche Geschichte. Gebäude, Orte und ganze Landstriche scheinen sich in eine weiße Silhouette aufzulösen und aus der Welt zu verschwinden. Warum das so ist, was die auf den ersten Blick in Sachen Berufe und Berufungen übliche Gruppe an Helden dagegen tun kann und was die Erinnerungen an diese Orte genau damit zu tun haben ist etwas, das ihr herausfinden werdet.

Die Prämisse ist interessant genug und passt gut zu dem, was man auf spielerischer Seite vorhat. Setsuna war ein sehr solider Versuch, die Magie der 90er-16-und-32-Bit-RPGs aufzugreifen und in willentlicher Ignoranz der Jahre weiterzumachen, wo diese aufhörten. Ihr lenkt eure Kopffüßler durch eine Oberwelt, die Orte und Dungeons verbindet. In den Orten habt ihr nun endlich Inns, was eine wichtige Lücke schließt: Wie kann man sich in einer JRPG-Welt wirklich gesund fühlen, wenn man nicht gelegentlich mal in einem Inn vorbeischaut? Daneben stehen auf Ewigkeit in einem kleinen Laden die Händler von Waffen und Rüstungen nebeneinander und jeder NPC sagt brav seinen Satz zur Lage der Nation.

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Der Kampf ist nun weniger statisch und es gibt Mech-Rüstungen - oder zumindest etwas, das dem entspricht.

In den weniger friedlichen Momenten hat sich etwas mehr geändert, schon auf dem Weg zur Ausrüstung. Das zuvor etwas willkürlich eingebundene und spielerisch überdesignte wie wenig effektive Magie-Crafting-System wurde noch nicht gezeigt, soll aber nun schlüssiger sein und sich besser in die Welt wie auch das Gameplay einbinden. Im Kampf selbst arbeitet ihr immer noch in den losen Runden eines Active Time Battles, dürft euch, seid ihr dann am Zug, auch ein wenig Bewegen, um Flächenzauber- und angriffe effektiver einzusetzen. Außerdem - und ich gehe davon aus, dass es in der Handlung einen guten Grund dafür gibt - könnt ihr jederzeit für kurze Zeit ein paar sehr Ultraman-inspirierte Kampf-Rüstungen überwerfen und zig-fachen Schaden austeilen. Ob ihr dabei einfach nur ein paar 08/15-Feinde mit übertriebener Härte strafen wollt oder lieber auf den nächsten Boss wartet, bleibt euch überlassen.

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Stadt, jetzt auch mit Inns.

Der kurze Blick auf Lost Sphear - gesehen auf der Switch, wo es sich richtig heimisch fühlen dürfte - zeigte keinen Umbruch, sondern eine ganz entspannte Weiterentwicklung dessen, woran Tokyo RPG Factory Spaß hat und von dem die Welt eigentlich auch immer noch eines vertragen kann: Gutes, altmodisches Kopffüßler-RPG. Ob die Verfeinerungen und Inns reichen, um es diesmal auf eine Stufe mit den großen Alten zu setzen, weiß ich nicht, aber es spielt auch keine echte Rolle. Setsuna war gut, Lost Spheare sieht aus, als wäre es besser, das reicht für einen guten Start ins Spielejahr 2018. Passt ja auch. Wenn es denn noch schneien sollte in der Welt, dann geht das ja Hand in Hand mit dem farblichen Grundthema der Tokyo-RPG-Factory-Rollenspiele.

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Über den Autor:

Martin Woger

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