Visceral hatte coole Ideen für Dead Space 4

Ob sie jemals aufgegriffen werden?

Seit der Veröffentlichung von Dead Space 3 im Februar 2013 gibt es keine Anzeichen dafür, dass EA die Reihe in nächster Zeit fortführt.

Visceral hatte Ideen für ein Dead Space 4, aber da das Studio geschlossen wurde, können sie es selbst nicht mehr umsetzen. Über diese Ideen sprach Ben Wanat, Creative Director von Dead Space und nun als Creative Director bei Crystal Dynamics tätig, mit unseren englischen Eurogamer-Kollegen.

Dead Space 4 sollte eine hoffnungslose Situation zeigen, in der die Spieler nach Vorräten suchen, um das Überleben der Menschheit zu sichern. "Der Gedanke war, dass du jeden einzelnen Tag gegen infizierte Schiffe ums Überleben kämpfst, nach einem Funken Leben suchst und Vorräte beschaffst, um dein eigenes kleines Schiff betriebsfähig zu halten und Überlebende zu finden", erklärt er.

Abseits der Story gab es viele Ideen für das Gameplay. Visceral hätte sich zum Beispiel gerne mehr in Richtung nicht-lineares Gameplay bewegt. Den Entwicklern schwebte eine Mischung aus Kapiteln und nicht-linearer Erzählung vor. Ein Beispiel dafür wäre, dass ihr in einem Bereich des Weltraums ankommt, einer Spur aus Schiffswracks folgt und zu einer Orbitalstation gelangt, wo ihr Teile und Treibstoff für euren Sprungantrieb findet.

Dabei hättet ihr gleichzeitig neue Details zur Story erfahren, die euch dann in einen anderen Sektor geführt hätte. Im späteren Spielverlauf wären die Möglichkeiten zur Erkundung umfangreicher geworden.

Angedacht war, den Schiffen, auf die ihr dabei stoßt, eine ähnliche "Persönlichkeit" zu geben wie der USG Ishimura. "Bei unseren ursprünglichen Prototypen für die Flottille in Dead Space 3 gab es einige wilde Designs. Ich wünschte, wir hätten sie nutzen können", sagt er.

Gerne hätten sich die Entwickler das Crafting-System aus Dead Space 3 noch mal näher angeschaut. Es habe den Waffen etwas von ihrer Synergie geraubt, die sie zu etwas Besonderem machte. Visceral wollte die Balance wiederherstellen und den Spielern gleichzeitig viel geben, womit sie herumspielen können.

Neue Necromorphs waren ebenso vorgesehen, dann wahrscheinlich auch mit Gegnern, die in der Schwerelosigkeit des Weltraums auf euch lauern. Wanat dazu: "Das Problem mit all den an den Boden gebundenen Feinden war, dass sie euch nicht in die Schwerelosigkeit folgen konnten. Das machte sie viel weniger bedrohlich."

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Das Ende von Dead Space 3 wurde bewusst offen gehalten, um bei einer Rückkehr mit Isaac, Carver, Ellie oder einem komplett neuen Charakter weitermachen zu können. "Mit der Apokalypse gab es die Möglichkeit für einen klaren Schnitt", erzählt er. "Es wäre für die Geschichte nicht notwendig gewesen, irgendeinen von ihnen zu berücksichtigen." Wanat hätte sich ein Spiel mit Ellie in der Hauptrolle gewünscht und stellte sie sich als Protagonistin von Dead Space 4 vor.

All die Konzepte waren außerhalb von Viscerals kleinem Story-Team nicht weit im Studio verbreitet. Nach der Vollendung des Spiels arbeiteten einige Mitarbeiter noch am DLC, der Rest half bei anderen Projekten aus.

"Zu dem Zeitpunkt war ziemlich klar, dass Dead Space 3 der letzte Teil sein würde", fügt Wanat hinzu. Trotz guter Kritiken und einer engagierten Community lohnte es sich nicht. "So sehr jeder weiter Dead-Space-Spiele entwickeln wollte, die Kosten für die Entwicklung waren angesichts der Verkäufe einfach zu hoch. Niemand kam je zu uns und sagte offiziell, dass es kein weiteres Dead Space mehr geben wird. Aber erstmals seit einer Weile tauchte es nicht mehr in den Plänen auf."

Wanat glaubt, dass Dead Space erfolgreich sein könnte, wenn man das Budget verkleinert, sich auf ein gutes Kernerlebnis konzentriert und auf einige der "lächerlich teuren, einmaligen Actionsequenzen" verzichtet.

Man habe auch eine Idee für das Ende von Dead Space 4 gehabt, wozu Wanat aber nichts sagen möchte, falls es doch noch zu einem neuen Teil kommt. Er hofft darauf und glaubt, dass die Entwickler eines neuen Teils viel hätten, mit dem sie arbeiten könnten. Das Dead-Space-Universum biete genügend Raum für Fortsetzungen, neue Geschichten und neue Ideen.

"Man weiß nie. Vielleicht blickt irgendwann jemand bei EA auf die alten Spiele zurück und denkt sich: 'Was ist eigentlich mit Dead Space passiert? Vielleicht sollten wir es zurückbringen'", sagt er.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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