Into the Breach ist der perfekte Snack für zwischendurch auf der Switch

Nur noch ein Versuch.

Links und rechts von euch kriechen die feindseligen Aliens aus dem Boden, bedrohen zivile Wohngebäude, Kraftwerke und alles, was ihnen noch in die Quere kommt. Ihr bewegt euren Mech neben eines der Viecher, verpasst ihm einen heftigen Hieb und schleudert es auf das nächste Feld der kleinen Karte. Jetzt hat sein Geschoss, dass die Kreatur in der nächsten Runde abfeuert, ein anderes Haus im Visier. Schnell lasst ihr den Panzer hinterher rollen und verpasst dem Vieh den Gnadenschuss.

Ein kleiner Teilerfolg in einem wenige Runden andauernden Gefecht, in dem jeder Fehler bittere Konsequenzen nach sich zieht. Into the Breach von den FTL-Machern von Subset Games ist kein einfaches Spiel. Eines, in dem es gilt, nicht überstürzt zu handeln. Denkt voraus, plant eure Züge und behaltet im Hinterkopf, was passiert, wenn ein Feind nach einem Angriff auf das benachbarte Feld rutscht. Blickt ihr von oben auf das Spielfeld hinab, erscheint das alles nicht so komplex. Im Grunde ist es ein simples Design. Lasst euch davon nicht täuschen, denn es zählt das, was dahinter steckt. Ein paar Fehler reichen aus und euer aktueller Durchgang ist ruiniert.

Jede einzelne Runde in Into the Breach ist ein echter Nervenkitzel. Ihr freut euch, wenn alles perfekt hinhaut. Und ihr ärgert euch, wenn ihr einen Fehler begeht und die gesamte Menschheit darunter leidet. Denn es dauert nicht lange, bis die fremdartigen Kreaturen die Herrschaft übernehmen. Ein Glück für euch, dass ihr nach dem Scheitern kurzerhand in der Zeit zurück reist und es von vorne probiert. So, wie es sich für ein Roguelike gehört. Dabei habt ihr die Möglichkeit, einen eurer Piloten mitzunehmen, ansonsten schenkt das Spiel euch nicht viel. Einmal befreite Inseln bleiben für den nächsten Durchgang als Startplatz verfügbar und das Gleiche gilt für freigeschaltete Vehikel. Ein klein wenig Belohnungsgefühl ist also dabei, auch wenn ihr erneut scheitert.

Alle eure Aktionen haben Auswirkungen und auch die müsst ihr beachten.

So geratet ihr schnell in die "Eine Runde noch"-Spirale, denn Into the Breach eignet sich aufgrund seiner kurzen Missionen hervorragend dafür. Und dank ihrer Mobilität ist die Switch die perfekte Konsole für diese gelungene Portierung. Im Bus oder in der Bahn unterwegs zur Arbeit oder in den Urlaub? Oder ihr habt nicht mehr als eine halbe Stunde Zeit zum Spielen? Reicht locker für ein paar Runden in Into the Breach. Dass ihr dabei die Zeit vergesst und am Ende länger spielt als geplant, wäre keine Überraschung.

Egal wie groß der Ärger über eine verlorene Schlacht ist, es ist faszinierend, wie Into the Breach unmittelbar zum nächsten Durchgang anspornt. Dafür bieten sich die schnellen Einsätze an, weil ihr nicht das Gefühl habt, ewig lange Missionen erneut zu spielen. Ihr lernt mit jedem Versuch neue Dinge hinzu, optimiert eure Taktik, verbessert euer strategisches Denken. "Jetzt zeige ich es euch", geht einem dabei öfter durch den Kopf.

Und das beginnt mit jeder befreiten Insel von vorne, denn auf jeder davon erwarten euch unterschiedliche Arten von Gegnern. Die erfordern dann neue Taktiken, neue Denkmuster und Vorgehensweisen. Habt ihr ein Eiland von Feinden gesäubert, seid ihr damit nicht automatisch für das gerüstet, was darauf folgt. Und das macht - denke ich - den Reiz dieses Spiels aus. Es bietet immer Neues, wenn ihr meint, das Spiel zu kennen. Dank Zufallsgenerierung passiert Unvorhergesehenes und es stellt eure taktischen Fähigkeiten in jeder Runde wieder auf die Probe, ganz egal wie gut ihr das Spiel beherrscht.

Fehler bestraft das Spiel meistens sofort. Es lohnt sich, zu Beginn auf 'Einfach' zu stellen. So lernt man schneller, wie das Spiel tickt.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist die Zusammenstellung eurer Truppe. Wie erwähnt schaltet ihr durch die Erfüllung von Leistungen neue Squads frei. Ihr nutzt dann diese vorgegebenen Dreiergruppen oder stellt aus allem Verfügbaren eine gemischte Einsatztruppe zusammen. Das birgt einiges an Experimentierfreude, während ihr herauszufinden versucht, mit welcher Kombination es besser klappt als mit anderen.

Am Ende ist Into the Breach ein Spiel, das euch trotz zahlreicher Rückschläge viele Stunden vor den Bildschirm fesselt. Hinter dem simplen Design steckt mehr, als es den Anschein hat, und die unbarmherzige KI macht euch das Leben mit Freuden schwer. Umso höher ist der Motivationsfaktor, es noch einmal zu versuchen und endlich zu schaffen, das nächste Squad freizuschalten und eine weitere Insel zu befreien. Dieses Gefühl verschwindet so schnell nicht. Dürstet es euch nach Rundenstrategie auf der Switch, die auch in kleinen Dosen prima funktioniert? Dann ist Into the Breach euer Spiel.

Entwickler/Publisher: Subset Games - Erscheint für: PC, Switch - Preis: 14,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Englisch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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