In Gears Pop trifft Clash Royale auf Deckung und merkwürdiges Funko-Pop-Design

Lieber gut kopiert als schlecht erfunden.

Es dauert nicht mehr lange, bis mit Gears 5 der vermutlich letzte Xbox-One-Teil der Reihe erscheint. 2019 betitelte Microsoft daher kurzerhand als "The Year of Gears", das jetzt Gears Pop einläutet. Im Grunde als eine Art Einstimmung auf den fünften Teil. Ob ein Free-to-play-Titel tatsächlich die richtige Stimmung für Gears 5 aufkommen lässt, ist eine andere Frage.

Seit Kurzem ist das Spiel jetzt erhältlich und bedient sich dabei vornehmlich bei einem anderen erfolgreichen Titel: Clash Royale. Und das dann mit einem ordentlichen Gears-Anstrich, inklusive bekannter Charaktere wie Marcus Fenix oder Raam. Macht nicht den Fehler, hier ein echtes Gears - einen Deckungsshooter - für unterwegs zu erwarten.

Gears Pop konzentriert sich primär auf PvP-Kämpfe gegen andere Spieler und ist ein Tower-Defense-Spiel. Ihr habt ein kleines Schlachtfeld vor euch, das ihr aus der Vogelperspektive betrachtet und zwischendrin in regelmäßigen Abständen Deckung. Ihr stellt euch zuvor ein Deck zusammen, dass aus insgesamt acht verschiedenen Charakteren und/oder Waffen besteht. Und die erstrahlen alle im merkwürdigen Design der Funko-Pop-Figuren. Wer mag die Dinger eigentlich?

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Ein gewöhnungsbedürftiges Figurendesign.

Im Spielverlauf füllt sich dann regelmäßig eine Leiste mit Punkten, durch die ihr eure Einheiten spawnen lasst oder zum Beispiel eine Granate werft. Diese kosten unterschiedlich viele Punkte, abhängig von ihrer Effektivität. Kleineres Kanonenfutter verlangt zum Beispiel nicht nach mehr als einem Punkt, Marcus Fenix im Gegenzug mehr. Einheiten zu spammen, ist somit nicht immer der richtige Weg. Ab und an lohnt es sich, ein wenig abzuwarten und effektive Kämpfer aufs Schlachtfeld zu schicken. Das Ziel? Die komplette Basis des Gegners zerstören - oder alternativ die meisten der drei Türme pro Spieler, wenn die Zeit abläuft.

Ihr macht dabei nicht viel mehr als die Einheiten auf dem Schlachtfeld zu platzieren - sie kämpfen automatisch. Die Frontlinie bewegt sich dabei dynamisch, abhängig vom Erfolg beider Teilnehmer bei der Eroberung von Deckung. Je weiter die Frontlinie sich in Richtung Gegner bewegt habt, desto weiter vorne lasst ihr eure Einheiten auftauchen - und umgekehrt. Wer sich zuerst langsam heranwagen möchte, bestreitet Übungsmatches gegen die KI. Die Matches sind je nach Gegenspieler durchaus spannend und kurzweilig. Wie das bei vielen Mobile-Spielen so ist, eignet sich auch Gears Pop prima für kleine Runden zwischendurch.

Was Gears am nächsten kommt, ist ein Horde-Modus. Natürlich ist es eine kooperative Angelegenheit, in der ihr es gemeinsam mit mehreren Wellen an Locust aufnehmt. Die Voraussetzung für den Erfolg ist eine gute Zusammenarbeit, was mit zufällig zusammengewürfelten Spielern nicht immer gut funktioniert. Mit jeder erfolgreichen Runde erhaltet ihr "Pins", wie die Charaktere hier heißen, oder Münzen. Auch doppelte Pins helfen euch weiter, sammelt ihr genügend davon, entwickelt ihr eure Kämpfer weiter und stärkt sie.

Mehr als 30 Charaktere gibt es insgesamt, diese umfassen Menschen und Locust. Als weitere Option steht euch ein Ultimate-Angriff zur Verfügung, der sich im Spielverlauf auflädt. Es gibt hier mehrere, die ihr mit der Zeit freischaltet. Zu Anfang öffnet ihr zum Beispiel ein Loch im Boden des Schlachtfeld, aus dem ein paar niedrigstufige Kämpfer hervorkriechen und euren Gegner attackieren.

Davon abgesehen habt ihr das übliche Programm an In-App-Käufen, Lootboxen und Mikrotransaktionen. Die sollen euch natürlich locken und versprechen weitere Pins, mit denen ihr neue Charaktere freischaltet oder vorhandene verbessert. Und genau das ist problematisch in einem PvP-fokussierten Spiel, denn wer Geld investiert, hat die Möglichkeit, seine Charaktere schneller zu stärken, kauft sich somit Vorteile. Durch die Verknüpfung auf Xbox Live nutzt ihr euren Fortschritt auf verschiedenen Plattformen, neben Mobilgeräten ist Gears Pop ebenso auf dem PC spielbar.

Gears Pop ist im Grunde kein schlechtes Spiel, aber auch keines, das das (Zahn-)Rad neu erfindet. Die Entwickler haben sich ein bekanntes, erfolgreiches Spielprinzip geschnappt, "Gears" drauf geschrieben und es um ein paar serientypische Elemente, wie die Deckung und den Horde-Modus, ergänzt. Es ist simpel, schnell erlernt und taugt für eine Runde zwischendurch. Und doch fühlt sich was nicht richtig an. Zum einen durch den Pay-to-win-Aspekt und zum anderen durch das merkwürdige Figurendesign, das mir nicht zusagt. Weiterhin sehe ich hier nichts, was dazu in der Lage wäre, mich dauerhaft ans Spiel zu fesseln. Was bei mir abseits weniger Ausnahmen wie Pokémon Go ein allgemeines Problem mit Mobile-Titeln ist, nichts Gears-Pop-spezifisches.

Entwickler/Publisher: Mediatonic/Microsoft - Erscheint für: PC, Mobilgeräte - Preis: Kostenlos - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: PC - Sprache: Deutsch, Englisch und andere - Mikrotransaktionen: Ja (0,99 Euro bis 104,99 Euro)

PC-Spiele testen wir auf Lenovo Legion PCs und Laptops, die uns von Lenovo zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden. Hier erfahrt ihr mehr über Gaming-Laptops 2019 im Allgemeinen und hier geht es zur Website von Lenovo Legion Gaming.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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