PUBG Lite: Wie gut ist die gratis spielbare Version des Battle-Royale-Klassikers?

Alex wirft sich mal für eine Runde rein.

Dieser Tage ging nach der Kaufversion an PC und Konsole, sowie einer Mobile-Ausgabe für alles, mit dem man eigentlich surfen oder telefonieren sollte, das dritte Standbein von PUBG Corp an den Start: PUBG Lite.

Konzipiert als eine abgespeckte und Ressourcen-schonende Free-to-play-Version für alle, die auch unterwegs am Laptop nicht auf hohe Bildraten verzichten wollen - oder schlicht und ergreifend nicht die neuesten PCs besitzen, war die Marschrichtung klar: Nachdem selbst eigentlich fähige PCs und die nicht mehr ganz frischen, aber nun auch nicht gerade zum Alteisen gehörenden Konsolen mit PUBG schon mal mehr Probleme hatten, als sie vielleicht hätten haben sollen, zog man für die Lite-Variante alle Lehren aus der überraschend gut laufenden Mobile-Version.

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Hier seht ihr die Hardware-Anforderungen von PUBG Lite.

Soll heißen: Das hier läuft selbst auf einer Kartoffel, wie es in Enthusiastenkreisen so gerne und gar nicht abschätzig heißt. Am oberen Ende empfiehlt der Anbieter eine Geforce GTX 660, eine sieben Jahre alte Grafikkarte, los geht's bereits mit Intel HD-GPUs der 4000er Reihe - und dass die schon mal jemand für spieletauglich befunden hätte, wäre mir fremd. Passend dazu Ist auch die Installation sehr überschaubar. Zunächst zieht ihr euch gut 160 Megabyte Client, der dann nach der Anmeldung ein Spiel von circa 2,7 Gigabyte herunterlädt.

Das Spiel ist schnell installiert, noch schneller gestartet und der Optionsumfang kann sich durchaus sehen lassen. FOV-Einstellungen gibt es ebenso wie unterschiedliche Sensitivitäten für verschiedene Zielfernrohre. Dynamische Auflösung wird ebenso geboten wie manuell justierbare Bildraten und Optionen für die Sichtweite. Auch in Sachen Gameplay- und Steuerungsoptionen bewegt sich PUBG Lite erfreulich nah am Original.

Geht es dann ins erste Match, merkt man dann direkt, wo die Schere angesetzt wurde: Die Texturen wirken selbst auf Ultra-Einstellungen platt und mit der großen Rolle aufgetragen, Vegetation wird schon in nicht allzu weiter Ferne ausgeblendet, was in blankgezogenen Bergen resultiert. Was das für Distanzkämpfe bedeutet, muss sich erst noch zeigen. Auch als die ersten Leute über Erangel aus dem Flugzeug springen, muss man sich schwer wundern. Man sieht zwar die Zahl der Spieler runterticken, je mehr sich in die Tiefe stürzen, aber die Spieler selbst sieht man nicht. Es ist kein schöner Anblick - aber es funktioniert und rennt. Ok, mein Rechner ist nicht gerade schwach auf der Brust (i7 6700K, GTX 1080 in 1440p, installiert war es testweise auf einer alten HDD), aber im Grunde fiel die Bildrate auf maximalen Einstellungen selten unterhalb der 160 Bilder pro Sekunde.

Der gravierendste Unterschied auf der spielerischen Seite ist, dass die Vegetation so dünn daherkommt, dass Verstecken schwerer fällt. Und das Waffenhandling und die Ballistik kommen offenkundig deutlich simpler daher. Anders kann ich mir meine Treffsicherheit bei meinem Kar-98-Schuss im Video nicht erklären, nachdem ich lange nicht wirklich PUBG gespielt hatte. Auch die Innenräume sind nicht so verschachtelt, hier und da fehlt eine Wand, was sicherlich auch ein Überbleibsel der Mobile-Version ist. Es ist definitiv eine Run-and-gun-Version dieses Spiels. Aber das Wichtigste ist: Die Spannung, die Abläufe, der Vibe von PUBG, sie sind intakt. Die alten Automatismen greifen sofort wieder, die gleichen taktischen Entscheidungen werden belohnt und direkt spürt man die gleiche Spannung, wie sie ein gutes Battle Royale nun mal so gut wie von selbst erzeugt.

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Es gibt eine Menge zu kaufen. Wer's mag, schlägt zu. Alle anderen konzentrieren sich darauf, die Konkurrenz auszustechen.

In Sachen Inhalt enthält PUBG Lite Duos, Vierer-Squads, 1-Mann-Squads und den Solo-Modus in der Egosicht oder der Third-Person-Perspektive auf Erangel, Miramar und Sanhok. Einen normalen und einen Premium-Battle-Pass muss es natürlich ebenso geben, wie vier verschiedene Währungen (Battle Points, L-Coin, Chicken-Medaillen und Silver Bullets) für all die Dinge im Store. Ich werde nicht so tun, als blickte ich bei den Mikrotransaktionen noch durch, aber das Gute ist, mich zwingt keiner, mich damit zu befassen. Alles, was man kaufen kann, sind Dinge, die die eigene Eitelkeit bedienen. Und ich bin nicht eitel. Ähm ... zumindest nicht virtuell.

Das hier ist nicht das PUBG meiner Wahl und wird es wohl so schnell nicht werden. Muss es aber auch nicht sein - mein PUBG gibt es bereits, am PC, mit allem Kladderadatsch, den ein starker Rechner so ermöglicht. Aber das, was es soll, macht es gut: Zugänglichkeit schaffen - für Leute jeden Geldbeutels und jedweder Ausstattung. Das hier ist vor allem für diejenigen ein lohnendes Experiment, die schon immer mal ein Battle Royale ausprobieren wollten, das nicht Fortnite heißt. Etwas Hartherzigeres, mit mehr Kante und zumindest gut vorgetäuschtem Realismus. Und wer ohnehin nicht mit dem stärksten Rechner gesegnet ist, darf sich sowieso angesprochen fühlen. Schraubt man seine Ansprüche ein wenig zurück, beschwört PUBG Lite kompetent das gewohnte Battle-Royale-Feeling.

Herunterladen könnt ihr PUBG Lite hier.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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