Monkey King: Hero is Back - Test: Charme ist nicht alles, Prügeln muss man auch können

Man äfft sich halt so durch ...

Der Monkey King kann zwar ein wenig mit den niedlichen Figuren punkten, aber lahmes Wandern und schwaches Prügeln halten es zurück.

Für den Monkey King wird Werbung geschaltet. Das Spiel ist in Läden recht präsent. Die Vorlage, ein chinesischer CGI-Film, hat ein paar Preise und scheinbar auch Herzen gewonnen. Monkey King scheint eine große Sache zu sein oder will es zumindest, also auf geht es!

Eine Stunde später ... Ich kann diese Stimmen nicht mehr ertragen. Die Synchro ist oft geradezu nervenaufreibend. Ich will nicht noch mehr stumpfe Kämpfe austragen. Ich will nicht mehr den Ladebildschirm sehen, der keine Berechtigung hat, so oft aufzutauchen ...

Drei Stunden später ... Es wird besser. Etwas. Glaube ich. Nicht, dass sich groß etwas entwickeln würde, die Story ist recht simpel, wird auch nicht komplexer und das Dauerprügeln nicht viel anspruchsvoller. Hat mich eine Art Gaming-Stockholm-Syndrom gefangen? Vielleicht. Das, oder ich habe mich damit abgefunden, dass Monkey King: Hero is Back im Grunde ein Ausflug zurück in die frühen 2000er ist und ich schließlich damals auch oft genug Spaß mit nicht sonderlichen komplexen Dingen hatte, die man sich beim Spielen schönredete.

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Eine niedliche, einfache Geschichte mit liebenswerten Figuren. Die zu einem guten Teil mit einer furchtbaren Synchro verunstaltet wurden.

Die Handlung orientiert sich dabei an dem Film, der wiederum einmal mehr lose an Journey to the West. Im Film musste dem der Affengott Dasheng von Buddha verbannt werden und ist nun in einem Kristall gefangen . 500 Jahre danach stolpern ein paar Kinder, deren Dorf von Monstern angegriffen wird, über den verbannten Gott, befreien ihn und seine Suche nach Vergebung bei Buddha läuft in erster Linie darauf hinaus, möglichst viele böse Monster zu verprügeln und die Kinder zu beschützen. Simpel, klar definiert, ideal für einen etwas einfachen, fast kindgerechten Prügler.

Und mehr ist es auch nicht, was okay wäre, wenn es sich nach göttlicher Affenwucht anfühlen würde. Ein Prügelspiel steht und fällt mit seiner kinetischen Pixel-Energie im Moment des Kontaktes zwischen Hitbox A und Hitbox B. Streets of Rage 2 lässt den Fernseher beben, wenn es passiert, Castle Crashers und Dragons Crown haben es, so wie auch Devil May Cry oder The Takeover. Monkey King hat es nicht. Jeder Treffer scheint auf Watte zu klopfen, es ist einfach keine Wucht dahinter. Nicht einmal das Laufen fühlt sich richtig an, mehr ein durch die Level schweben, wofür aus nicht näher geklärten Gründen eine übertriebene Laufanimation nötig ist. Es wird mit der Zeit und dazukommenden Kombos etwas besser, weil minimal anspruchsvoller, aber das richtige Feeling will einfach nicht aufkommen.

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Viel Show, keine Wucht dahinter.

Dann sind da die Ladebildschirme. Selbst auf einem zügig laufenden PC fallen sie auf, schlicht, weil ständig geladen werden muss. Ihr kommt keine zwei Minuten und zwei Kämpfe weit, da ist das nächste lächerlich kleine Areal schon wieder am Ende und das folgende muss geladen werden, als wäre es 2002 und eine PS2, die da vor mir steht. Nicht, dass ein 2019er Grund dafür erkennbar wäre. Die Gebiete wirken bis auf die paar wenigen Gegner und noch weit spärlicher verstreuten NPCs ausgestorben und detailarm. Monkey King ist zum Glück farbenfroh, das ist ein Bonus und es gibt hier und da ein paar nette Ausblicke in die Landschaft, aber ein Uncharted ist das hier sicher nicht. Und das hatte auch deutlich weniger Ladepausen als Monkey King.

Wenn gerade nicht gekämpft oder geladen wird, sollt ihr auch ein wenig die Welt erkunden. Damit gibt es aber das Problem, dass es nicht so viel an spanneden Dingen zu finden gibt. Eine Reihe von Sackgassen bietet am Ende ein paar nützliche Items, aber schon bald werdet ihr zu dem Schluss kommen, dass diese den Weg nicht wert sind. Zum einen ist die Gegner-KI nicht übertrieben enthusiastisch, dem Affen auf den Pelz zu rücken und zum anderen ist seine Laufanimation nicht nur irgendwie ... falsch ... , sondern vor allem sehr lahm. So lahm, dass jeder Spaß aus der Erkundung gesaugt wird und es alles zu einer Geduldsprobe verkommt.

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Die Bosse sind noch die Highlights, aber auch hier bleibt der Affe wenig königlich.

Monkey King Hero is back hatte Potenzial. Die Figuren sind niedlich genug, die Geschichte simpel, aber charmant. Auch das generelle Spielprinzip eines Brawlers passt ganz gut, das ist nicht das Problem. Aber die Macken, sei es das doch recht schlichte Kampfsystem, das wenig fordert, verbunden mit der Kardinalsünde eines solchen Titels, der fehlenden Wucht hinter den Schlägen, saugt viel vom Spaß aus den Kämpfen. Dazu kommen die ewigen Ladepausen und die bestenfalls befremdliche Laufanimation, die euch durch die Stages kriechen lässt, wo ihr rennen solltet, und es bleibt nicht mehr übrig als eine Filmumsetzung, die schlimmer sein könnte. Aber eben auch so viel besser.

Entwickler/Publisher: HEXADRIVE Inc. / THQ Nordic - Erscheint für: PC, PS4 - Preis: ca. 40 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch, Englisch und mehr - Mikrotransaktionen: ja (Outfits und Gameplay-Items)

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Über den Autor:

Martin Woger

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