Creative Sound Blaster X3 - Test: Überzeugendes Sound-Upgrade für PC oder Laptop

Für Konsolen eher weniger.

Wer kennt das nicht: Ihr habt einen Laptop, aber der Sound ist, gelinde gesagt, nicht das Gelbe vom Ei? Und mit Lautsprechern hört es sich zwar besser an, wenngleich perfekter Sound anders klingt? Womit ich nicht sagen möchte, dass Creatives Sound Blaster X3 den perfekten Ton in allen Belangen liefert, denn das tut es nicht. Vor allem im musikalischen Bereich zeigen sich deutliche Verbesserungen, in anderen Territorien wie Spielen überzeugt es nicht ganz - oder sagen wir es so: es hängt dort maßgeblich von der Plattform ab.

Gehört ihr zu den Audio-Enthusiasten, die nach einer USB-Lösung für guten Sound suchen, ist Creatives Sound Blaster X3 einen Blick wert. Wobei natürlich nicht allein Laptops dafür infrage kommen. Sie sind es häufig, die über wenig Audio-Anschlüsse verfügen, was ebenso für manche PCs gilt. Und für diesen Zweck eignet sich ein digital-to-analog converter (DAC) - zu Deutsch: Digital-Analog-Umsetzer - wie dieser.

Es ist eine günstigere Alternative zur Sound BlasterX AE-9 und AE-5 und verfügt über eine ganze Reihe von Anschlüssen: Vier 3,5mm-Ausgangsbuchsen für den Betrieb eines 7.1 Surround Setups, einen optischen Toslink-Ausgang (ohne DTS Audio) und ein USB-C-Slot zum Anschluss an das jeweilige Gerät auf der Rückseite. An der Vorderseite befinden sich noch jeweils ein Anschluss für ein Headset und für ein Mikrofon. Möglich sind eine 32-Bit-/192-kHz-Wiedergabe bei 115 dB DNR/SNR.

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Von vorne. (Creative Sound Blaster X3 - Test)

Obendrauf findet ihr zum einen drei Buttons. Mit dem Linken von ihnen schaltet ihr das Mikrofon stumm oder aktiviert beziehungsweise deaktiviert die Audio-Balance, die verschiedene Quellen ausgleicht. Der mittlere Button schaltet zwischen verschiedenen Wiedergabemodi für Musik oder Filme durch, ebenso aktiviert ihr den Scout Mode zur verbesserten Wiedergabe von Schritten und entfernten Geräuschen oder den Direct Mode. Der rechte Button schaltet Creatives Super X-Fi Technologie an oder aus, ebenso wechselt ihr zwischen Kopfhörer und Lautsprecher. Und in der Mitte gibt es noch einen Drehknopf, der die Lautstärke regelt oder per Knopfdruck den Sound deaktiviert.

Abseits von Windows und Mac lässt sich das Gerät auch mit PlayStation 4 und Switch nutzen. Dabei ermöglicht es euch der Sound Blaster X3, jedes analoge Headset mit den Konsolen zu betreiben. Ihr habt auf den Konsolen Zugriff auf die verschiedenen Wiedergabemodi und Super X-Fi, diskretes oder virtuelles 5.1 und 7.1, Dolby Digital Live oder der Scout Mode funktionieren indes nicht. Was den Sound betrifft, merkt ihr auf PC und Konsolen gleichermaßen, dass die Super-X-Fi-Technologie nicht zwingend für Spiele gemacht ist. Sie profitieren nicht wirklich davon, vielmehr ist es eher sinnvoll, die Funktion dort zu deaktivieren, um klaren und sauberen Sound zu haben.

Musik profitiert einfach mehr vom virtuellen Raumklang von Super X-Fi, als es Spiele tun. Auf den Konsolen verzichtet ihr darüber hinaus auf Virtual Surround Sound, den bekommt ihr allein auf PC und Mac, da die Konsolen den Sound Blaster X3 als USB-Headset erkennen. Was nicht heißt, dass das Gerät nichts für Spieler böte. Zum einen gibt es den erwähnten Scout Mode, der auch beim Sound Blaster X AE-9 enthalten ist. Dieser Modus macht in der Theorie leise und entfernte Geräusche lauter - und hält dieses Versprechen in der Praxis. Das allein macht euch jetzt nicht zum besseren Spieler, ihr seid aber in der Lage, zum Beispiel Schritte besser und früher zu hören. Der Nachteil: Unter Umständen habt ihr den Eindruck, unter Beschuss zu stehen, da entfernte Geräusche besser zur Geltung kommen. Es braucht ein wenig Eingewöhnungszeit, ist aber nützlich.

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Von hinten. (Creative Sound Blaster X3 - Test)

Und vor allem beim PC-Gaming liefert der Sound Blaster X3 im Zusammenspiel mit einem guten Headset einen sehr überzeugenden 7.1 Virtual Surround Sound. Ihr hört die Geräusche aus der Richtung, aus der sie kommen. Ist was hinter euch, merkt und wisst ihr das anhand dessen noch bevor ihr es seht. Zugleich profitieren Rennspiele davon, ob jetzt in Form der eigenen Motorengeräusche oder der brummenden Motoren der Kontrahenten, die euch einen Hinweis darauf geben, dass er gerade einen Überholversuch wagt.

Durch den optischen Anschluss eignet sich der Sound Blaster X3 auch fürs Heimkino, wenngleich ihm weniger Optionen offen stehen als bei der teureren AE-9-Variante. Was nicht überraschend ist. Der X3 schickt nur ein 5.1 Dolby Digital Signal weiter, DTS unterstützt das Gerät ebenso wenig wie Dolby Atmos.

In Sachen Musik liefert Creatives Super X-Fi zu großen Teilen das, was es verspricht. Obendrein gibt es über Sound Blaster Command und die Super-X-Fi-App Profile für diverse Headsets. Nicht allein von Creative, andere Hersteller wie Sennheiser haben ebenso eigene Profile. Super X-Fi erweckt den Eindruck, als würdet ihr die Musik nicht zwingend aus einem Kopfhörer hören, sondern aus dem Raum um euch herum. Das funktioniert erstaunlich gut, wobei die Resultate je nach Song ein wenig schwanken (vor allem in Bezug auf die Höhen).

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Und noch einmal ein wenig schräg von der Seite. (Creative Sound Blaster X3 - Test)

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Detaileinstellungen sind über die Software möglich. Zum einen habt ihr vorgefertige Profile für Musik, Filme oder Spiele, darunter für einzelne Titel wie Call of Duty oder verschiedene Musikgenres. Wenn euch nichts davon zusagt, geht ihr einen Stufe weiter und dreht an den einzelnen Einstellungen, bis ihr das für euch passende Setup gefunden habt. Im Super-X-Fi-Modus lassen sich bis zu vier Equalizer-Profile mit eigenen Vorlieben speichern. Insgesamt präsentiert sich die Software detailliert und einfach zu bedienen. Zwei Eigenschaften, die nicht immer miteinander harmonieren, hier tun sie das aber.

Inwiefern euch Super X-Fi gefällt oder nicht, ist eine persönliche Geschmacksfrage. Manche Songs klingen besser, andere weniger. Zum großen Teil gefällt mir der Effekt und wenn ihr mitten in einem Lied umschaltet, hört ihr klar den Unterschied. Mehr Anpassungsoptionen in der Software hätten Super X-Fi aber nicht geschadet, um einzelne Effekte ein wenig zu regulieren. Ich bin gespannt, wie sich die Technik künftig noch entwickelt.

Insgesamt ist der Sound Blaster X3 kein Allrounder, der in allen Bereichen die perfekten Resultate abliefert. Durch Super X-Fi gewinnen Spiele wenig, umso besser klingt das Gerät zusammen mit einem vernünftigen Headset und Virtual Surround Sound beim Spielen am PC - und auch bei Filmen. Den Sound überträgt das X3 klar und sauber und die Software bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Virtual Surround Sound habt ihr ebenso in den teureren AE-5- oder AE-9-Varianten, dort fehlt indes Super X-Fi. Ist euch das wichtig, ist das X3 eine Überlegung wert.

Vor allem dann, wenn ihr es an einem PC nutzt. Mit Switch und PS4 klappt es ebenso, ihr müsst aber auf einzelne Features wie den Virtual Surround Sound verzichten. Mit Super X-Fi klingt es so, als käme der Sound aus Boxen, die in eurem Raum stehen, wenngleich Spiele somit wenig hinzugewinnen und ich hier die Option ohne Super X-Fi bevorzuge. In dem Fall setze ich eher auf ein auf die jeweilige Konsole abgestimmtes Headset wie das Turtle Beach Elite Pro 2.

Für Konsolen ist der Sound Blaster X3 somit nicht die erste Wahl. Habt ihr indes einen PC ohne freien Slot für eine der teureren Sound-Blaster-Karten oder möchtet besseren Sound aus eurem Laptop herauskitzeln, ist das X3 eine empfehlenswerte Option. Wenn ihr mit eurem vorhandenen (On-Board-)Sound unzufrieden seid, bekommt ihr hiermit definitiv ein Upgrade mit klarem Sound und umfangreicher Software zu einem vernünftigen Preis.

Hersteller: Creative - kompatibel mit: PC, Mac, Switch, PS4 - Preis: 124,99 Euro - Erscheint am: erhältlich

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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