Final Fantasy 7 Remake Intergrade bügelt auf PS5 den schlimmsten Fehler aus!

Clouds Tür sieht nicht mehr wie ein sonnengebleichter Fußabtreter aus.

Ich bin sicher, den einen oder anderen hier nervt es längst, dass für mich jedes Next-Gen-Upgrade allein wegen 60fps einen Artikel wert ist. Aber ich höre erst damit auf, wenn auch der Letzte meiner Meinung ist, dass 30 Bilder pro Sekunde noch so "cinematic" sein kann: Sobald man mit der Kamera über die Welt fährt, sieht man nur noch die Hälfte vom Spiel. Wie Details bei 60fps in der Bewegung hervortreten, ist einfach auf einem ganz anderen Level und lässt die Welt realer wirken - und mich die Arbeit der Artists und Designer noch ein bisschen mehr schätzen. Das Bisschen dezent nervtötendes Sendungsbewusstsein habe ich mir in 15 Jahren in diesem Job voller Sub-30-fps-Spiele verdient, denke ich. Deshalb müsst ihr da jetzt durch.

Machen wir es kurz: Die PS4-Version habe ich nur angespielt, um mir den Rest für die Next Gen aufzuheben. Und wie ich nach gut acht Stunden mit Intergrade sehe, war das die richtige Entscheidung. Final Fantasy 7 Remake INTERgrade für PlayStation 5 ist laut Tetsuya Nomura wohl nicht einmal alles, was es sein könnte. Aber es ist schon eine ganze Menge davon.

Unter anderem werden dem Meister zufolge noch nicht so recht die Dual Sense Trigger unterstützt, was mir erst rückblickend aufgefallen ist, nachdem ich die entsprechende News vom März zwecks Recherche für diesen Artikel noch einmal hoch gekramt habe. Was mir dagegen direkt aufgefallen war, ist, wie sehr das Final Fantasy 7 Remake schon auf PS4 seiner Hardware einen Schritt voraus schien. Denn diese neue Version fühlt sich nicht weniger Next Gen an als die meisten anderen topaktuellen Titel für die neuen Konsolen - und dabei ist hier nicht einmal das allermeiste passiert.

Was nicht heißt, dass nichts passiert wäre - es steckte nur einfach schon so eine Menge Liebe zum Detail in diesem Spiel. Trotzdem hat Square an klugen Stellen ein paar Anpassungen vorgenommen. Unter anderem wurde extra ein Team von Beleuchtungsexperten abgestellt, um das Optimum aus der filmreif durchgestalteten Prunkgrafik herauszuholen. Auf der PS5 durften sie vermutlich mit ein paar mehr virtuellen Scheinwerfern spielen, als noch auf der PS4. Überhaupt streichelt das Licht vielerorts noch zärtlicher die Szenerie. Das liegt sicher auch an den neuen Volumetrieeffekten liegt, wenn man etwa im Tunnel unter der Shinra-Anlage nach der einleitenden Sabotageaktion durch von kränklicher Notbeleuchtung erhellte Rauchschwaden schreitet.

Und natürlich sind die Texturen deutlich besser, die noch im PS4-Remake stellenweise für etwas Hohn sorgten, vor allem, wenn es um Beschriftungen ging, die oft zu spät "scharfstellten" und selbst dann meist nicht so knackig konturiert waren, wie man es sich gewünscht hätte. Auf die bestimmte Textur wies sogar der offizielle Twitter-Kanal von Final Fantasy 7 Remake hin

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Auch den Entwicklern ist der Aufschrei über die Türtextur nicht entgangen. Quelle: Square.

Die Tür zu Clouds Apartment in Stargazer Heights war in der Urfassung so niedrig aufgelöst, dass man den metallenen Stoßschütz im unteren Türviertel nur erahnen könnte. Das war eine Fototapete auf N64-Niveau. Vor der 4MB-Speichererweiterung. Das fiel so sehr auf, dass ich es seinerzeit sogar mitbekam, obwohl ich das Spiel auf die lange Next-Gen-Bank geschoben hatte. Jetzt sieht sie aus, wie sie aussehen sollte, man sieht sogar die Nieten, die das Metall am Holz halten.

Aber was soll ich sagen: Letzten Endes ist die Bildrate für mich der Star dieser Show, den Qualitätsmodus für volle 4K mag ich hiernach nicht mehr anfassen. Gerade im Kampf fühlt sich das Spiel soviel besser an. Man behält mehr Übersicht, kann vor allem die Superzeitlupe bei der Auswahl seiner ATB-Aktionen besser genießen und Details der Szenerie und vor allem der wundervollen, vor Leben nur so sprühenden Animationen treten auch im wildesten Getümmel so sehr hervor, dass man nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Komplettiert wird das Ganze durch einen Fotomodus. Leider ohne Emotes der Figuren, aber für Schnappschüsse ist die frei bewegliche Kamera, die auch Spielfiguren ausblenden kann, wirklich toll geeignet.

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Der Fotomodus fängt die gestalterische Qualität bestens ein.

Die Yuffie-Episode habe ich mir für später aufgehoben. Der 20-Euro-DLC dürfte mit seinen zwei Kapiteln aber für rund fünf Stunden Spiel gut sein. Womit wir beim Preis des Pakets wären... PS-Plus-Abonnenten müssen jetzt stark sein, denn wenn sie ihr FF7 Remake aus der Instant Game Collection upgraden wollen, gucken sie in die Röhre. Nur gekaufte FF7 Remakes bekommen das kostenlose Upgrade. Wer das Spiel noch nicht besitzt, legt für Intergrade den Vollpreis hin, bekommt Yuffies Kapitel aber inklusive.

Wer mehr über Final Fantasy 7 Remake wissen will, liest am besten noch mal Martins Final Fantasy 7 Remake Test, der weiterhin Gültigkeit behält. Dieses Remake ist alles, was man sich damals ausmalte, wenn man abends im Bett nach einer Session mit FF7 auf der PSone mit der Macht seiner jugendlichen Fantasie noch tiefer in diese Welt eintauchte. Komplett eigenständig und doch direkt zur Essenz des Originals vordringend, ist es ein Remake, wie es sich nur die Mutigsten trauen.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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