Hunt: Showdown, Super Mario 3D World und WoW - Das haben wir am Wochenende gespielt

Und schönes Wetter war auch noch!

Alle gut durchs Wochenende gekommen? Meines war ganz in Ordnung, zumal es sogar von der Corona-Front nicht nur schlechte Nachrichten gab (in Israel verhinderte der BioNTech-Impfstoff offenbar die Weitergabe des Virus zu fast 90 Prozent) und mit einem Mal der Frühling dazusein schien. Am Bremer Weserdeich vertraten sich die Leute sichtlich gut gelaunt die Beine und für einen Moment wirkte es, als kehrte die Normalität zurück.

Wer gern und viel Videospiele spielt, für den tut sie das aber ohnehin fast täglich zumindest ein bisschen - selten wirkte Realitätsflucht in Spielwelten so gesund wie das letzte Jahr hindurch - und so zockte unsere Redaktion auch privat natürlich die vergangenen Tage nicht zu knapp. Was wir im einzelnen spielten, lest ihr im Folgenden...

Alex: Klar, wie sollte es auch anders sein: Natürlich nahm ich mir vergangenes Wochenende wieder Hunt: Showdown vor die Brust, das immer noch nicht nur Cryteks bestes Spiel, sondern vermutlich auch der packendste und aktuell ästhetisch originellste Shooter überhaupt ist, wenn es denn Multiplayer sein soll. Heftiger geht mir nirgends die Pumpe als hier und das schon seit bald 1000 Stunden. Das ist und bleibt Weltklasse-Kaliber, wie man es aus Deutschland nicht gewohnt ist und die den fünften Monat in Folge steigenden Steam-Spielerzahlen stimmen zuversichtlich für die Zukunft.

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Das war nicht dieses Wochenende, sondern die Woche davor. Aber es DER Move im Match mit Lead-Designer Dennis Schwarz, der nicht nur fantastische Calls macht und gut trifft, sondern mir auch Rede und Antwort zur Zukunft von Hunt Showdown stand. Mit diesem verstohlenen Abschuss nach langer, geduldiger Flankierung ebnete ich den Weg für unsere Flucht.

Es dürfte eine der letzten Sessions gewesen sein, bevor Patch 1.5 mit neuem Munitionssystem - unter anderem sind Brand- und Giftmunition dabei - einem vierten Bossgegner und zwei neuen Waffen mit interessanten Implikationen für das Meta deutlich umkrempelt, wie sich das hier spielt. Ich freue mich tierisch darauf, auch wenn es am Samstag für uns nicht so besonders für uns lief. An einem guten Abend schicke ich zwei, drei Jäger mit Level 25 oder höher in Rente und klettere so die Bloodline-Levels zweistellig empor. Da ich meine Schüsse aber einfach nicht traf und wir im Duo unterwegs waren, bekamen wir mindestens genauso oft auf die Mütze, wie wir erfolgreich evakuierten. Egal, nächstes Wochenende läuft's besser! Vielleicht dann ja schon auf dem Testserver.

Sogar Suikoden habe ich auf der PS Vita noch mal wieder angefasst und bin gleich wieder ein paar Stunden hängengeblieben. Immer noch eines der schönsten JRPGs, das vor allem durch seine guten Charaktere und die dramatische Handlung ein paar Game of Thrones Vibes versprüht. Millich Oppenheimer ist schonmal besiegt und ich denke, ich bleibe am Ball. Ach, und über Devolvers Loop Hero werdet ihr von mir im Laufe der Woche noch ein paar sehr, sehr warme Worte hören. Wenn ihr dann mitreden wollt, verweise ich noch einmal auf die Loop Hero Demo auf Steam. Es lohnt sich!

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Sieht nicht nach viel aus, macht aber irre Spaß: Loop Hero.

Benjamin: Mein Samstag stand größtenteils im Zeichen von Pokémon Go und dessen neuestem Ticket-Event, das sich über den ganzen Tag zog. Große Sache also. Und hat sich gelohnt. Ich konnte eine Menge schillernder Pokémon fangen, darunter einige, die ich bisher nicht hatte. Verknüpft mit einem abendlichen Spaziergang bei bestem Wetter, um noch ein wenig Sonnenschein und frische Luft zu tanken - und irgendwann muss man sich in Corona-Zeiten ja mal außerhalb der eigenen vier Wände bewegen.

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Gut gealtert!

Am Sonntag war dann weniger Zeit für Gaming. Ich holte noch mein NES, SNES, die PSone und den Game Boy neben anderen Dingen in die neue Wohnung, sammelte dann noch ein paar Erfolge in Star Wars Squadrons und Mars Horizons auf der Xbox und wir spielten noch ein paar Levels in Super Mario 3D World, wo ganz nah an den 100 Prozent dran sind. Und hey, diesmal kein Valhalla am Wochenende, mit dem ich immer noch nicht durch bin. Wird es je enden? Ich sag's euch in einem Monat. Vielleicht.

Melanie: Wisst ihr noch letztes Mal, als ich meinte, ich vermisse die gute alte Team-Ranked-Zeit? Tja, dieses Wochenende bin ich diesem Teamgefühl so nahe gekommen wie schon lange nicht mehr, denn vier Freunde und ich haben uns für das Clash-Turnier angemeldet. Ein kleiner unbedeutender Wettkampf, der Spielern alle paar Wochen die Möglichkeit gibt, League of Legends endlich so zu spielen, wie es sinnvoll und angedacht ist: als volles Team. In einer Gruppe aus acht anderen haben wir uns mit mehr oder weniger Mühe bis auf den ersten Platz gekämpft und einen kleinen symbolischen Pokal für unser Profil erhalten.

Mit einer koordinierten Pick-und-Bann-Phase und einem "Shot caller", der mit guten Ansagen die Taktik vorgibt und geistesschnell entscheidet, verliert das Spiel seinen üblichen Frust und gewinnt ordentlich an Motivation. In unserer Gruppe gab es dabei wirklich die unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen. Von "der Malphite ultet einfach irgendjemanden und auch immer nur einen" und "der Eisen-Jarvan analysiert die Situation präzise und springt im absolut unpassendsten Moment unter unseren Turm und stirbt (überraschtes Pikachu ist überrascht)" bis hin zu einem Platin-Ezreal, der jeden Skillshot trifft und einer unglaublich guten Janna, die ihm Rückenwind gibt, war jeder Teamskill vorhanden. Gegen die schwächeren Gegner am ersten Tag habe ich einen meiner Lieblingspicks ausgepackt und meinen Carries mit Brand in Sachen Schaden Konkurrenz gemacht.

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Am zweiten Tag waren die Gegner schon etwas schwerer. Was mache ich also? Noch mal Brand spielen! Warum sollte ich auch ein funktionierendes System aufgeben? Leider haben sich die guten Gegner an diesem verfluchten Tag IMMER auf der Botlane versammelt und mein lodernder Brand vom Vortag war am Sonntag nur noch ein Streichholzflämmchen. Im letzten Spiel musste ich dann doch mit der Tradition brechen und habe Lux gepickt. Meine liebe Lulu wurde mir ja eiskalt vom gegnerischen Support vor der Nase weggeschnappt. Gewonnen haben wir letztendlich trotzdem. Einen schöneren Abschluss für das Wochenende kann es gar nicht geben.

Judith: Die kleine Judith ist nicht immer von der schnellen Sorte, was Spiele betrifft, denn gerade entdecke ich mit wachsender Begeisterung zwei Titel, die eigentlich jeder schon kennt. Erstens habe ich zum Geburtstag das ultimative Anarcho-Spiel gegen das spießige Establishment bekommen: Es gibt kaum was Besseres für einen faulen Samstag-/Sonntag-Nachmittag als Untitled Goose Game - in meinem Fall auf der Switch. Die perfekte Pflege für die eigene Schadenfreude, langweiligen Kleinstadtbürgern mal saftig einzuheizen - was fällt denen auch ein, einen entspannten Nachmittag genießen zu wollen? Manche wollen die Welt einfach nur brennen sehen und in dem Fall ist es eben eine Gans: "HONK!"

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Meine zweite "Entdeckung" war noch überfälliger: Witcher 3: Wild Hunt genieße ich gerade tatsächlich zum ersten Mal voller Staunen und twittere so begeistert darüber, als hätte ich einen Geheimtipp ausgegraben. Ist ja auch nur so ein unbekannter Indie-Titel *hust*. Die beiden ersten Witcher-Teile haben mich mit eckigen Kämpfen, Macho-Allüren und Pest-oder-Cholera-Entscheidungen nicht wirklich abgeholt. Wild Hunt hält für mich dagegen total, was alle versprechen: Eine aufregende Welt, interessante Charaktere, fantastischer Soundtrack und Spannung in jeder Haupt- und Nebenquest... wenn man bei ein paar Dark-Fantasy-Klischees mal ein Auge zudrückt. Das Ganze dann noch auf der Xbox Series und die Schnellreisen werden zum Teleport. Traurig bin ich nur, dass die Witcher-Welt voller Katzen ist, die aber leider keine Hexer mögen - mit Geralt süße Miezen streicheln, das wäre noch das i-Tüpfelchen! Ach ja, übrigens: Wie wär's mit einer Partie Gwent?

Martin: Was habe ich denn so gespielt? Rogue Heroes, richtig, sogar sehr ausgiebig! Dazu werde ich in Kürze noch mal ein paar Sätze sagen, denn es ist ein sehr, sehr netter Rogue. Und dabei dachte ich, dass ich nach Hades erst mal genug hätte, aber der "Zelda - A Link to the Past"-Look hat mich gelockt und nach einem initial etwas harten Grind konnte ich dann der Verlockung guter Dungeon-Runs und Upgrades nicht widerstehen. Rogue Heroes ist ein gutes Beispiel für einen Titel, der es ein wenig schwer hat, sich zu verkaufen. Es sieht nicht besonders aufregend aus, startet etwas zäh, aber nach und nach lernt man seine Politur und Qualitäten zu schätzen. Vor allem, wenn ihr mit Freunden spielt, dann ist es eine echte kleine Perle.

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Ich liebe vor allem die Oberwelt, die wie ihr visuelles Vorbild damit lockt, dass man schon sieht, wo es langgeht, aber dass man einfach noch nicht das Werkzeug hat. Aber dann, wenn der Dungeon bezwungen wurde und man stolz zu dem Hindernis zurückkehrt, fühlt man sich wie ein König! Mit dem hier werde ich noch ein wenig länger Zeit verbringen. Und dann habe ich eine Runde Soul Calibur auf der Dreamcast gewagt. Eigentlich wollte ich nur gucken, ob die Konsole läuft, aber dann wurden doch drei Stunden draus. Immer noch eines der besten seiner Art.

Rogue Heroes auf Steam

Rogue Heroes im Nintendo Shop

Ana: Es ist kein gutes Wochenende, wenn man nicht ordentlich Spielstunden abarbeitet, Phantasiewelten schöner gestaltet als sein eigenes Wohnzimmer und mehr Management an den Tag legt, als in den realen To-Do-Listen. So ging es mir zumindest die letzten zwei Tage. Zwischen einem Umzug und warmen Frühlingstagen war nur in der Bahn Zeit, um die Switch auspacken und für Grindstone, wenn ich auf meine Pizza beim Lieblingsitaliener warte, weil der mal wieder überrannt wird. Über Grindstone kann ich mich nie beschweren, es macht einfach Laune, sich die längsten Strecken durch ein paar süße Monster zu legen und dann genüsslich zuschauen, wie sie zerlegt werden. Manchmal fallen Diamanten aus ihnen, manchmal ihre Innereien. Die sind bunt und süß, nicht eklig. Das ist einfach total beruhigend und man vergisst gerne, dass man in der Kälte auf irgendetwas wartet.

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Alchemie, Bauen und gegen Feen kämpfen? Mein persönliches 'Lo-Fi Games to Relax to.'

Der Switch-Titel in der Bahn fällt größer (und beschämender) aus. Es ist der erste Teil der Atelier Ryza-Reihe, den ich immer hinten angestellt habe, weil immer ein wichtigeres, besseres, schöneres Spiel dazwischen kam. Dabei wollte ich es vor der Erscheinung des zweiten Teils im Januar beendet haben. Kennt ihr das: Ihr stellt das Spiel, das Euch am meisten Spaß macht hinten an, weil es immer Spaß macht und ihr für die anderen Spiele "in der mood" sein müsst? Seit letztem Sommer begleite ich Ryza und ihre Freunde nun schon durch die Abenteuer einer faszinierenden Welt. Das Schönste daran ist die Alchemie. Ich kann craften, was das Herz begehrt. Ich kann in seliger Ruhe jedes Gebiet erforschen, die schönsten Gegenstände sammeln und sie dann in meinem selbstgebauten Gartenhäuschen zusammenmischen. Es ist eine Reise in die perfekte Kindheit voller Forschungsdrang, Erkundungstouren und Abenteuern. Leider werde ich nach nur einer halben Stunde in der Bahn rausgerissen, wenn meine Haltestelle ertönt. Naja, man kann nicht alles haben.

Markus: Sonntag ist immer Raidtag mit der Gilde in World of Warcraft. Nachdem wir bereits am ersten Raidabend Schrillschwinge, Xy'mox, Kael, Altimor und den hungernden Zerstörer abgehakt hatten, stand der mystische Kampf gegen Lady Inerva Dunkelader auf dem Programm. Da unser Firstkill noch nicht so lange zurückliegt, läuft der Kampf bei uns gerne noch etwas chaotisch ab... nicht aufgefangene Flaschen (abgefüllte Anima), verfehlte Damage-Breakpoints, Spieler die von rotierenden Lasern zersäbelt werden, nicht unterbrochene Adds und so weiter führen gerne zum Wipe oder Reset. Immerhin haben wir die Tante mit unserer üblichen Raid-Taktik - stoisches Dagegenrennen, bis der Boss fällt - noch umgeflext und konnten zum Rat des Blutes weiterziehen, an dem wir uns derzeit noch die Zähne ausbeißen.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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