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Barrierefreiheit in Videospielen: Halo Infinite

Wie flexibel zeigt sich Microsofts Vorzeige-Shooter in den Kategorien Steuern, Sehen, Hören und Verstehen?

Das medienpädagogische Projekt Gaming ohne Grenzen testet mit Unterstützung von Mobilfunkanbieter congstar einige der aktuell beliebtesten Triple A-Titel in Hinblick auf Konfigurationsmöglichkeiten und Spielbarkeit für Menschen mit Behinderung.

Es gibt Spiele, die ihr Genre revolutionieren sobald sie erscheinen. Eines dieser Kult-Franchises, das die Gaming-Community seit vielen Jahren bis in die Gegenwart begleitet, ist das Halo-Universum. Und seit 2021 erleben Fans in Halo Infinite, dem jüngsten Kapitel der Saga, die neuen Abenteuer des Master Chief. Sie steigen in ihre Spartan-Rüstungen legen ihre Blaster an und tauchen in eine visuell beeindruckende Science Fiction-Welt ein, um die Menschheit zu retten. Auf der Reise zu den Halo-Ringen sind vor allem Treffsicherheit, schnelle Reflexe und strategisches Vorausplanen gefragt.

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Damit auch Shooter-Fans mit einer Behinderung Halo Infinite uneingeschränkt genießen können, hat das Entwicklerstudio von 343 Industries verschiedenste Accessibility-Features implementiert. Die verschiedenen Funktionen helfen dabei, die unterschiedlichsten Behinderungen auszugleichen.

Im Rahmen der Spieletest-Reihe hat Gaming ohne Grenzen ihre Testkriterien auch für eine Beurteilung von Halo Infinite zur Verfügung gestellt. Das von Mobilfunkanbieter congstar und der Aktion Mensch unterstützte medienpädagogische Projekt prüft in Jugendgruppen regelmäßig Spiele auf ihre Barrierefreiheit – vom kleinen Indie-Game bis zum Triple A-Titel wie Forza Horizon 5.

Da Gaming ohne Grenzen nur Spiele mit einer Altersfreigabe bis maximal 12 Jahre testet, hat sich das Team für den Spieletest die erfahrenen GoG-Botschafter*innen Dennis Winkens und Melanie Eilert zur Verstärkung geholt. Sowohl Dennis als auch Melly sind Expertinnen in barrierefreier Spielsteuerung und haben die verschiedenen Features von Halo Infinite auf Basis der Projekt-Kriterien von Gaming ohne Grenzen gründlich unter die Lupe genommen.

Erfahre jetzt und hier wie barrierefrei sich der Singleplayer-Modus von Halo Infinite auf PC und Konsole spielen lässt, welche Accessibility-Funktionen es gibt, an wen sie sich richten und wie gut sie bestehende Behinderungen ausgleichen können. Du willst mehr über das medienpädagogische Projekt Gaming ohne Grenzen erfahren? Dann wirf hier einen Blick in unseren Intro-Artikel, in den inklusiven Spieletest zu Forza Horizon 5 oder in den Test zu Minecraft.

Allgemeines Vorab

(+) Im Hauptmenü unter „Spiel laden“ lässt sich jederzeit der Schwierigkeitsgrad zwischen Leicht, Normal, Heroisch und Legendär wechseln. Einfluss hat dies darauf, wie viel Schaden die Gegner bzw. der Master Chief selbst einstecken können. So lassen sich die Anforderungen des Spiels auch im Nachhinein an die Fähigkeiten der Spieler*innen anpassen.

(+) Im Akademie-Hub gibt es u.a. einen Trainings-Modus, in dem Spieler*innen ohne Leistungsdruck experimentieren und ausprobieren können.

(+) In den Einstellungen gibt es einen eigenen Reiter zu Barrierefreiheit. Dies erleichtert das Auffinden hilfreicher Features und erhöht die Sichtbarkeit von Accessibility.

Testkategorie Hören

(+) Über insgesamt sechs Tonregler lässt sich die Lautstärke von Stimmen, Soundeffekten, Menü-Musik, Umgebungssounds, Treffer-Soundeffekten sowie der Hauptanzeige des Spartans auf jeweils 10 Abstufungen regulieren.

(+) Untertitel-Optionen können entweder gezielt nur innerhalb der Story oder für sämtliche Dialoge aktiviert werden.

(+) Es gibt drei Optionen für die Größe der Untertitel: Klein, Mittel und Groß.

(+) Die Transparenz des Untertitel-Hintergrunds kann angepasst werden.

(+) Für die Untertitel-Farben können verschiedene Modi aktiviert werden: So können verschiedene Sprecher*innen oder ganze Dialogzeilen durch verschiedene Schriftfarben gekennzeichnet werden.

(+) Text zu Sprache-Funktion liest getippte Nachrichten an Mitspieler*innen vor.

(-) Es gibt keine Untertitel für Umgebungsgeräusche. Da diese auf Gegner-Aktivität hinweisen können, ergibt sich unter Umständen ein Nachteil für nicht hörende Spieler*innen.

Testkategorie Verstehen

Unser Tipp: Halo Infinite ist ein USK16-Titel und ist daher für jüngere Spieler*innen ungeeignet. Eine Eignung für Spieler*innen mit kognitiven Behinderungen sollte individuell beurteilt werden. Wir empfehlen, die ersten Spiel-Sessions gemeinsam zu bestreiten, um auf eventuelle Fragen oder aufkommende Ängste eingehen zu können. Das Spiel ist verhältnismäßig komplex, was für manche Spieler*innen mit Behinderung überfordernd sein könnte.

(+) Zu jedem Menü-Punkt gibt es eine detaillierte Beschreibung, die die Funktion erläutert.

(+) Tutorials können jederzeit im Akademie-Hub noch einmal absolviert werden – dies erleichtert den Wiedereinstieg nach längeren Pausen.

(+) Im Akademie-Hub gibt es ergänzende Informationen aus dem Halo-Universum, falls Spieler*innen die Handlung noch einmal nachlesen wollen.

(+) Auf der Map werden Missionsziele immer markiert und deutlich kommuniziert – so kommt keine Orientierungslosigkeit auf.

(-) Halo Infinite bietet extrem viele Anpassungsmöglichkeiten – dementsprechend komplex ist das Menü.

(-) Die Alienrasse der Banished kann unter Umständen furchteinflößend wirken.

(-) Die militärische Handlung zeigt auch Gewaltdarstellungen und kann unter Umständen Angst machen, was das Shooter-Genre grundsätzlich allerdings auch auszeichnet und schwierig anders darzustellen ist.

(-) Bluteffekte können nicht ausgeschaltet werden.

Testkategorie Sehen

(+) Die Schriftgröße sämtlicher Texte lässt sich anpassen.

(+) Die Textlaufgeschwindigkeit lässt sich über einen Regler individuell einstellen.

(+) Die Anzeigezeit und die Transparenz des Textchat-Hintergrunds lassen sich anpassen.

(+) Für das User Interface kann eine Sprachausgabe aktiviert werden, was Spieler*innen mit Sehbehinderungen helfen kann.

(+) Die Geschwindigkeit und die Lautstärke der UI-Sprachausgabe können individuell angepasst werden.

(+) Die Transparenz des Head Up-Displays lässt sich anpassen, so dass die Informationen leichter zu erkennen sind.

(+) Gegnern, Verbündeten und Feuerteams können unterschiedliche Farben frei zugeordnet werden. So können auch Menschen mit Farbfehlsichtigkeit die unterschiedlichen Figuren gut auseinanderhalten.

(+) Die Umriss-Stärke der verschiedenen farblich markierten Figuren kann angepasst werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

(+) Die Transparenz der Fadenkreuzlinien können für eine bessere Sichtbarkeit verstärkt werden.

(+) Visuelle Ablenkungen können deaktiviert werden, um sich besser auf das Spielgeschehen konzentrieren zu können.

(+) Sprache zu Text-Funktion transkribiert eingehende Sprachchat-Nachrichten.

(+) Grafisch eventuell überfordernde Effekte wie u.a. radiale Unschärfe und Bildschirm-Erschütterungen können via Regler reguliert werden.

(-) HUD-Elemente können nicht frei arrangiert und in ihrer Größe oder Farbe angepasst werden. Die Schrift innerhalb dieser Elemente ist daher eher schwer zu lesen.

(-) Die Farbkontraste innerhalb der Spielwelt sind deutlich ausgeprägt – besonders in den Tiefen können Details übersehen werden. Dennis Tipp: Hier hilft eine Nachjustierung des Bildschirm-Farbraums. Die sensitivere Einstellung macht Objekte an dunklen Orten leichter erkennbar.

(-) Aufnehmbare Items sind nur schwach mit einer Umrisslinie gehighlightet und können unter Umständen übersehen werden.

Testkategorie Steuern

(+) Halo Infinite bietet die Möglichkeit, Spielsteuerung und Tastenbelegung an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

(+) Adaptive Controller wie der Xbox Adaptive Controller profitieren von der individuellen Tastenbelegung.

(+) Auch die Empfindlichkeit und der benötigte Widerstand von Triggern und Sticks des verwendeten Controllers sind einstellbar.

(+) Ein optionaler Navigationsmodus hebt besonders wichtige Steuerelemente optisch hervor und erleichtert den Wechsel zwischen verschiedenen Optionen innerhalb des Menüs.

(+) Das regulär notwendige Gedrückthalten für Ducken und Zoomen kann deaktiviert werden. Dies erleichtert Spieler*innen mit wenig Kraft in den Fingern das Spielen.

(+) Automatisches Springen, Klettern sowie die automatische Anpassung der Sprunghöhe können aktiviert werden – dies erleichtert die Bewegung und das Klettern innerhalb der Spielwelt maßgeblich.

(-) Typisch für Shooter erfordern das Zielen und Schießen ein gewisses feinmotorisches Geschick. Dies kann für Spieler*innen mit motorischen Behinderung unter Umständen eine Herausforderung darstellen.

(-) Es gibt keinen Ein-Stick-Modus – die Verwendung von zwei Sticks oder eines adaptiven Controllers ist daher immer empfehlenswert

(-) Insgesamt erfordert das Gameplay viele verschiedene Aktionen, die jeweils ihre eigene Taste brauchen – daher gestaltet sich die Steuerung allgemein eher als komplex.

Dennis zieht sein Fazit

Halo Infinite bietet Spieler*innen sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, um die Spielweise an ihre Bedürfnisse anzupassen. Dies ist gerade deshalb bemerkenswert, weil Shooter per se ein eher forderndes Genre sind und sich an ein erwachseneres Publikum richten. Sie verlangen von den Spieler*innen zu jedem Zeitpunkt höchste Wachsamkeit und schnelle Reflexe. Diesem Grund-Spielprinzip bleibt auch Halo Infinite treu – darüber sollten sich Spieler*innen klar sein. Doch rund um dieses Kernprinzip gibt es extrem viele Möglichkeiten, das Spiel an seine individuellen Bedürfnisse anzupassen – sei es der Schwierigkeitsgrad oder das individuelle Button-Remapping, das Spielen mit den unterschiedlichsten Controllern ermöglicht. Lediglich bei den HUD-Elementen wären ein paar mehr Konfigurationsmöglichkeiten toll.

Das "Gaming ohne Grenzen"-Team

Wenn man in Halo Infinite scheitert dann eher, weil man eine Mission nicht optimal angegangen ist und nicht aufgrund technischer Hürden. Mit ein wenig Übung verläuft der Auftrag beim nächsten Mal dann gleich besser – genau so sollte es sein.“ Du möchtest auch, dass mehr Menschen den Spaß an Videospielen erleben können? Oder Dich hat die Neugierde gepackt, wie barrierefrei neue Spiele sind? Dann besuche Gaming ohne Grenzen auf ihrer Website oder verfolge hier die Spieletest-Serie rund um Barrierefreiheit im Gaming mit congstar! Weitere Information zu den Gaming-Aktivitäten von congstar gibt es unter www.congstar.de/gaming.

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