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Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität. - Albert Einstein

Treffender kann man die Auswirkungen seiner bahnbrechende Theorie E=m·c² auf die Raumzeit wohl nicht beschreiben. Seine Schlussfolgerung: Zeit ist nicht nur physikalisch dehnbar. Je nach Situation können Sekunden wie Minuten, Minuten wie Stunden und Stunden wie Tage erscheinen. Einstein geht mit seiner Formel aber noch weiter. Theoretisch ist es sogar möglich, in der Zeit zu reisen, die Uhr nach vorne oder wieder zurück zu drehen. Zumindest, wenn man ein fast lichtschnelles Raumschiff besitzt, ein schwarzes Loch zur Hand hat oder ein Wurmloch mit exotischer Materie stabilisiert.

Und da oft nur ein kleiner, flüchtiger Moment, eine kurze, eigentlich unbedeutende Zeitspanne oder wenige, quälend langsame Wochen reichen, um über das Schicksal eines Menschen, eines Volkes oder gar der gesamten Menschheit zu entscheiden, wäre es doch praktisch, wenn man das Rad einfach mal zurückdrehen und die lästige Geschichte auf den Kopf stellen könnte.

Bei den lustigen Zeitreisen gibt es allerdings ein kleines Problem: Es ist unmöglich, die Konsequenzen vorher zu bestimmen. Selbst die kleinste Veränderung kann über Jahre hinweg massive Auswirkungen haben. Laut der Chaosforschung entstehen so diverse Zeitlinien, die nur selten das gewünschte Ergebnis erzielen. Die Sowjetunion des Alternativ-Universums von Alarmstufe Rot muss dies am eigenen Leib erfahren, als ihre theoretisch hervorragende Idee, nämlich Albert Einstein zu entführen, mit einem satten Schlag in die Hosen geht.

Sowjet-Trailer

Nachdem die westlichen Allianz ihres klügsten Kopfes beraubt wurde, scheint am Anfang alles gut zu gehen. Erst wird Europa, dann die USA eingenommen und der Kommunismus scheint als Sieger fest zu stehen. Da taucht ein wieder erstarktes Japan aus der Versenkung auf und zerstört mit einem Schlag die Allmachtspläne der grimmigen Genossen. Befreit von den Angriffen des Westens schwingt sich das Reich der aufgehenden Sonne als neuer Herausforderer empor, während die Allianz mit der Macht der Verzweiflung ihre letzten Widerstandsnester verteidigt.

Und genau hier kommt Ihr ins Spiel. In einer linearen Kampagne auf jeder Seite gilt es, die Macht der jeweiligen Partei zu festigen und auszubauen. Dabei liegt es in Eurer Hand, welche Seite Ihr zuerst unterstützt. Durch den kontinuierlich ansteigenden Schwierigkeitsgrad solltet Ihr Euch aber an die Vorgabe halten. Neu ist das strikt auf CoOp ausgelegte Gameplay. Selbst wenn Ihr keinen Mitspieler zur Hand habt, steht Euch die KI zur Seite, um im Duett den Gegner in den Boden zu rammen. Hoffentlich ärgert man sich da nicht ständig über den KI-Partner, dem man zum Glück Befehle erteilen kann. Tretet Ihr mit einem menschlichen Mitspieler an, dürft Ihr zwar für ihn bauen, seine Einheiten bleiben aber tabu. Selbst anspielen konnten wir diesen Modus leider noch nicht, dafür stellte uns Producer Amer Ajami eine vollständig funktionsfähige Multiplayer-Version zur Verfügung, die einen ersten Eindruck vom Gameplay dieses ungewöhnlichen Titels vermittelt.

Veteranen des Command & Conquer-Universums werden sich sofort zurecht finden. EA Redshore hat das Interface und die meisten Gameplay-Elemente 1:1 vom dritten Teil der Serie übernommen. Die Konsolenvariante wird sich ähnlich spielen wie das kürzlich erschienene Command & Conquer 3: Kanes Rache.

Gebäude können erstmals auf Wasser gebaut werden.

Wie gehabt gilt es, erst eine Basis aufzubauen, Einnahmequellen unter die eigene Kontrolle zu bringen und eine Armee aus dem Boden zu stampfen. Wirklich neu ist neben dem vereinfachten Ressourcen sammeln, nur die Einbindung von Seestreitkräften und der Bau von Gebäuden direkt auf dem Wasser. Natürlich steht begeisterten Strategie-Spieler auch eine komplett neue Einheitenauswahl zur Verfügung, die optisch an das abgedrehte Szenario angepasst wurde.

Der Titel wirkt so deutlich farbenprächtiger als sein großer Echtzeit-Bruder und würde glatt als Comic-Umsetzung durchgehen. Um dem neuen Element Wasser Tribut zu zollen, wurde das kühle Nass mit viel Kleinarbeit in ein glitzerndes Kleinod verwandelt, das selbst auf schwächeren Systemen einen einmaligen Falir vermittelt. Nach der Ankunft auf der Karte könnt Ihr - wie ebenfalls gehabt - mit der Allianz und den Russen in der Nähe Eurer Basis erste Gebäude hochziehen.

Die Japaner verwenden dagegen ein vollkommen anderes System: In ihrem Bauhof werden mobile Einheiten errichtet, die sich überall auf der Karte in Bauwerke verwandeln können. Empfindliche Gebäude, wie Kraftwerke, können so auch weit entfernt vom Festland in der Ecke der Karte platziert werden. Außerdem gelingt der Aufbau deutlich schneller als bei der Konkurrenz. Eine Fähigkeit, die später von entscheidender Bedeutung ist.

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