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Diese Action-Adventures sorgen 2022 für den größten Wirbel

Eskapismus, Spannung, (un)endliche Weiten - diese Abenteuer sind dieses Jahr in aller Munde. Eine Übersicht.

Wie immer um diese Zeit blicken wir Genre für Genre auf die Spiele-Highlights der kommenden zwölf Monate. In Zeiten, in denen selbst First-Person-Shooter Rollenspiel-Elemente bekommen, wird das nicht gerade einfacher, dennoch finde ich die Einordnung im Groben und Ganzen immer noch hilfreich. Komplett ist auch diese Liste sicher nicht. Vor allem spare ich mir Dinge, über die meine Kollegen bereits Loblieder gesungen haben. So sprach Benjamin in seinem Ausblick auf Neuauflagen, Fortsetzungen und neue Ideen bereits über den perfekten Dreifach-Genre-Spagat - Shooter, RPG, Adventure -, den das System Shock Remake darstellt, Das First-Person-Gruselabenteuer Ghostwire: Tokyo und die isometrische Zelda-Hommage Tunic, die wirklich hinreißend aussieht. Und Elden Ring läuft für mich unter Rollenspiel, weshalb es in Judiths RPG-Ausblick 2022 zu finden ist, während Rocksteadys Neues - Suicide Squad: Kill the Justice League - in Melanies Multiplayer-Übersicht 2022 zu finden ist.

Außerdem spare ich mir im Sinne der Übersicht ein paar Titel: Dead Space Remake wird uns in diesem Jahr so gut wie sicher nicht mehr erreichen - so zumindest meine Einschätzung -, was auch für die Neuauflage von Splinter Cell gilt. Ansonsten? Nun, Syberia: The World before könnt ein Geheimtipp werden. God of War kommt schon nächste Woche auf dem PC heraus und über Assassin's Creed gibt es diverse Gerüchte über das nächste Szenario, von Indien bis nach Südafrika. Hier also meine Vorauswahl der spannendsten Action-Adventure-Entwicklungen, die uns vermutlich dieses Jahr erreichen. Teilt mir gerne mit, was ich vergessen habe und ich werfe einen genaueren Blick drauf:

A Plague Tale: Requiem (2022, PS5, Xbox Series, Switch, PC)

Einiges hat sich geändert, seit diese Reihe 2019 erstmals auf den Plan trat: Vor allem natürlich, dass Entwickler Asobo Studio nach dem Welterfolg des Faszinosums Microsoft Flight Simulator plötzlich ein bekannter Name ist. Und auch das zweite Plague Tale selbst wirkt auf den ersten Blick transformiert: Sah Innocence für einen Double-A-Titel schon blendend aus, wirken Bilder und Trailer von Requiem endgültig wie ein voll ausgewachsener, üppiger Blockbuster, der mit den größten in den Ring steigt. Klar, dass wir uns jetzt die Finger danach lecken, denn Teil eins war zwar spielerisch eher simpel gestrickt, aber erzählerisch und gestalterisch sehr einnehmend. Auch wenn ich mir persönlich gewünscht hätte, die Geschichte würde nicht so sehr ins Übernatürliche abdriften, freue ich mich doch sehr darauf, weiterzuverfolgen, wie Amicias und Hugos Suche nach einer Heilung im Süden Frankreichs weitergeht.

Geschwistergespann auf der Flucht vor einer Plage.

Avatar Frontiers of Pandora (2022, PS5, Xbox Series, PC)

Ich habe nie so ganz verstanden, weshalb James Cameron sich für einen erheblichen Teil seines Lebens so auf das Filmuniversum von Avatar versteifte. Der Zauber hat sich mir nie so ganz erschlossen. Ja, 2009 im 3D-Kino war das eine beeindruckende Erfahrung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob diese Welt so interessant und einfallsreich ist, wie sie der Action-Altmeister findet. Ein Open-World-Spiel mit diesen Kreaturen und in einer schön in die Vertikale gezogenen, einladenden Umgebung kann ich mir aber trotzdem gut vorstellen, vor allem, wenn die The-Division-Leute von Ubisoft Massive damit beauftragt sind. Das Spiel wird in der First-Person-Perspektive erlebt, wenn ihr als eines der blauen Aliens gegen die Invasoren von der Erde antretet. Das hat mit den riesigen Pseudo-Dinosauriern schon ein wenig von Horizon und technisch macht es ebenfalls eine Menge her. Wann das Spiel erscheint, ist noch unklar. Zuletzt war es aber für dieses Jahr angepeilt.

Könnte gutgehen. Muss sich aber Horizon-Vergleiche gefallen lassen.

Der Herr der Ringe: Gollum (2022, PS5, Xbox Series, PC, Switch und Last Gen)

Ich gebe zu, dass ich die Sorge habe, dass die Figur längst auserzählt ist. Und dann ist da noch das allgegenwärtige Fan-Fiction-Problem: Ich hatte schon bei Warners Mittelerde-Spielen so meine Probleme, die neuen Gollum-Abenteuer so wirklich zu akzeptieren. Aber als jemand, der schon vor der Ankündigung einen kurzen Blick in den Raum werfen durfte, in dem das Spiel bei Daedalic konzeptioniert wurde, muss ich sagen: Die offensichtliche Hingabe der Leute und der Aufwand, der allein in den Skizzen und Designs steckte, hat mir imponiert und mich neugierig gemacht. Ein Action-Adventure, das einen Blick auf die humane Seite des ausgezehrten Höhlenbewohners wirft, stelle ich mir mittlerweile recht interessant vor. Hat definitiv 'ne Chance verdient. Nehmt euch so viel Zeit, wie ihr benötigt, Daedalic.

Immer noch ein 'Schatz'? Finden wir es gemeinsam heraus!

Forspoken (24. Mai, PS5)

Ich bin nicht sicher, wie viel von der Agni's Philosophy Technik-Demo von 2012 für die Luminous Studio Engine noch in Forspoken (letztes Jahr noch 'Project Athia') steckt. Aber tonal scheint eine Verwandtschaft zu bestehen. Es würde jedenfalls Sinn ergeben, so viel Zeit in die Entwicklung eines Universums zu investieren. Square Enix erzählte in der Vergangenheit schon länger davon, hiermit ein neues Franchise aufbauen zu wollen, das es in Sachen Breitenwirkung mit Final Fantasy und Dragon Quest aufnehmen kann. Soll heißen: Sie machen keine halben Sachen in Bezug auf Forspoken. In erster Linie ist natürlich interessant, dass dieses Spiel von Grund auf für die PS5 entwickelt wurde, was auch bei der blitzschnellen, Zauber-getriebenen Fortbewegung durch gewaltige Reiche zum Tragen kommen dürfte. Aber auch die Zauber, mit denen Protagonistin Frey so um sich schmeißt, versprühen reichlich Next-Gen-Feuer. Macht was her - ob's was taugt, sehen wir dann Ende Mai.

Das klassische 'Fish-out-of-water' Geschichte, wie es scheint. Frey kommt ursprünglich aus unserer Welt und gelangt auf mysteriöse Weise nach Athia.

God of War Ragnarök (September 2022? PS5)

Muss man eigentlich nicht viel dazu sagen, oder? Kratos kommt zurück und mischt kräftig beim Rest der Götter-Mischpoke auf. Spannend wird zudem sein, wie sich die Beziehung zwischen dem Spartaner und Atreus weiter entwickelt und natürlich sind Sony Santa Monicas Spiele auch immer ein wahnsinniges Spektakel - jetzt eben auch auf der PlayStation 5. Schade, dass so einige Spieler sich ausgerechnet an der beleibteren Darstellung von Thor und eines nicht komplett nordisch-weißen Erscheinungsbildes der Riesin Angrboda stießen. Sie werden's überleben, schätze ich. Und God of War Ragnarök spielen, irgendwann dieses Jahr, zuletzt spekulierte man auf Ende September.

Wer könnte sauer auf Angrboda sein?

Horizon Forbidden West (18. Februar, PS5, PS4)

Im zweiten Teil des Playstation-Highlights geht die Geschichte der Jägerin Aloy im postapokalyptischen Amerika weiter - und das wieder mit jeder Menge imposanter Maschinen-Monster, üppiger, beeindruckender Landschaften, mit neuen Freunden und Feinden und spannenden Action-Kämpfen. Darin verbinden sich wie beim ersten Teil wieder Taktik und Stealth mit dem Bogen und direkte Nahkampf-Auseinandersetzungen. Auch zahlreiche neue Stämme, Gegner und Regionen vom exotischen Strand bis zum schneebedeckten Berggipfel lernt Aloy kennen, während sie Schritt für Schritt stärker wird. Schon am 18. Februar kommt das Action-Adventure zwischen Fantasy und Dystopie auf Playstation 4 und 5 - vielleicht wird es in naher Zukunft auch noch einen PC-Port geben, wie beim Vorgänger.

Sowas von da!

Saints Row (23. August, PS5, Xbox Series, PC, Last Gen)

Man musste sich um Volition schon ein wenig Sorgen machen. Nach Saints Row 4 haben sie personell viele Federn lassen müssen - und fast schon folgerichtig war das nächste Spiel... nachschauen... Agents of Mayhem dann... nun ja. So gar nicht gut. Ein Neustart bot sich also an, den wir nun passenderweise mit einem Reboot der Marke bekommen, die wohl mit am erfolgreichsten auf der Open-World-Welle surfte, ohne ihr selbst so wirklich was hinzuzufügen. Teil drei und vier waren trotzdem super, weil sie abseits der soliden Mechaniken unverkennbare Qualitäten besaßen. Volition machte aus dem trashigen Ruf der Saints eine Tugend und steuerte die Reihe in eine Richtung, auf die niemand so richtig gefasst war. Nachdem man nach dem vierten Saints Row nicht mehr so wirklich Raum hatte, die Reihe weiterzuentwickeln, ist es daher doppelt sinnig, noch einmal von vorne anzufangen. Es ist wohl nur ehrlich, Saints Row als "Make-or-break-Spiel" zu bezeichnen. Ich bin sehr gespannt auf das Resultat.

Von Fremdscham zu Sympathie - das war die Reise von Saints Row bisher. Mal schauen, ob sich das Kunststück wiederholt.

Senua's Saga: Hellblade 2 (2022, Xbox Series, PC)

Ich muss schon sagen, der erste Teil schlug mir trotz all seiner Stärken mächtig aufs Gemüt. Dazu war er noch etwas wiederholungsanfällig und dass sowohl die Welt als auch das Gefühlsleben der Protagonistin einen so pechschwarzen Anstrich hatten, das hat es für mich nicht einfacher gemacht. Der zweite Teil könnte nun in allem eine Nummer größer und gerne auch etwas vielschichtiger werden. Was, wenn wir ein wenig mehr über Senua erführen, als nur die groben charakterlichen Eckpunkte? Ich fühlte mich im ersten Teil ein wenig wie ein Crash-Test-Dummy für Psychosen - so interessant und einnehmend die Erfahrung war, da wäre als Spiel und als Geschichte mehr drin gewesen. Mehr, das wir hoffentlich kommenden Herbst zu sehen bekommen.

Finster fing es an, finster geht es weiter.

Tchia (2022, PS4, PS5, PC)

Ein sonniges, hübsch stilisiertes Indie-Spiel, in offener Welt, mit Sandbox- und Survival-Elementen, das wohl gerne das Breath of the Wild für PlayStation-Plattformen und PC wäre - das ist, denke ich, der Pitch mit dem man in die Entwicklung ging. Das tropische Abenteuer spielt auf einer Insel, die an das Südseeeiland Neukaledonien und an die Kultur der Bewohner angelehnt sein soll. Kein Wunder, kommt doch Entwickler Awaceb dorther. Tchia segelt über kristallklares Meer, lässt sich mit Schwung von Palme zu Palme "schnipsen", gleitet an einem Blatt, nutzt Telekinese und klettert Felsen hoch, soweit ihre Ausdauer trägt. Auch in diverse Tiere kann sie ihre Seele transferieren und diese dann steuern. Sieht alles unfassbar herzig und einladend aus, zumal ich bisher noch keine wirklichen Kampfelemente gesehen habe, lediglich ein paar papierartige Geisterwesen (?) verbrannte sie an einer Stelle mit ihrer Laterne. Ach, und eine voll spielbare Ukelele gibt es auch. Ich freue mich darauf!

Auch unter Wasser geht die Entdeckungsreise weiter. Sieht sehr vielversprechend aus.

Prince of Persia: Sands of Time (2022? PlayStation, Xbox, PC)

Puh, das war schon ein böses Erwachen, als ich letztens ernsthaft noch einmal versucht habe, Jordan Mechners Original von 2003 noch einmal zu spielen. Flache, kantige PS2-Grafik kann ich mir nur zu ausgewählten Zeiten antun. Das letztens war keine davon. Kein Wunder, dass Ubisoft den modernen Klassiker neu auflegen möchte - nur, dass alles, was man bisher davon sah, insbesondere visuell doch reichlich stillos daherkam. Das Spiel hatte irgendwie kein Gesicht, als es 2020 das erste Mal angekündigt wurde (kommt das nur mir wie eine Ewigkeit vor). Den ursprünglichen Release im Januar letzten Jahres konnte es nicht halten, die Verschiebung auf März hatte nicht gereicht und auf der E3 schwieg sich Ubisoft aus. Erst im Herbst gab es Neuigkeiten - und auch da nur die, dass das Spiel weiter in der Entwicklung sei. Einem Finanzbericht zufolge kommt der Titel nun im Geschäftsjahr 22/23 heraus. Das beginnt diesen April. Herbst ist also nicht unrealistisch. Verschiebt es sich noch einmal, wäre allerdings 20-jähriges Jubiläum. Ein Anlass, den es sich mit der bestmöglichen Version dieses Spiels zu feiern lohnen würde.

Irgendwie sieht es nicht richtig aus. Aber das kann ja noch werden.

Uncharted: Legacy of Thieves Collection (2022, PC und PS5)

Klar, es ist nur eine Umsetzung. Aber es ist auch die Umsetzung einer legendären Reihe von einem Studio, dessen Grad an Politur weltweit nur wenige erreichen, wenn überhaupt. So etwas jetzt erstmals auf dem PC begrüßen zu dürfen, noch dazu mit zwei der besten Spiele, das ist einfach ein Event - zumal Sony mit den letzten PC-Versionen seiner großen Titel offensichtlich einiges gelernt hat. Technisch ist das schon allerhand, was diese Games auf den Rechnern abliefern. Und auch wenn es seltsam ist, bei einer Umsetzung davon zu sprechen: Das hat schon etwas Exklusives, diese Spiele zu erleben. Und natürlich ist es auch toll, mithilfe der Remasters diese Abenteuer in ihrer schönsten Version auf der PS5 zu erleben.

PlayStation-Politur bald auch auf PC.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2 (2022 ganz bestimmt, Nintendo Switch)

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: Das kommt dieses Jahr heraus! Nintendo braucht dieses Spiel, Switch-User brauchen dieses Spiel und seit der ersten Ankündigung sind es mittlerweile drei Jahre, fünf seit Breath of the Wild Open-Worlds mal wieder richtig umkrempelte. Da Nintendo zur Ankündigung 2019 sicher schon eine Weile daran gearbeitet hatte, kann man mit gut vier Jahren Entwicklungszeit rechnen, was für ein Spiel, das offenkundig auf Basis des letzten Teils aufbaut, durchaus reichlich erscheint. Gut, natürlich kann in Pandemiezeiten immer etwas dazwischenkommen und Nintendo nimmt sich gerne alle Zeit, die es braucht - aber alleine mit Splatoon 3, Pokémon Legenden: Arceus und Mario + Rabbids kommt die Switch nicht optimal durchs Jahr - auch wenn es alleine schon wegen einiger schöner Indies nicht per se ein schlechtes werden muss. Ich bin nicht einmal sicher, ob diese Art von Blitz zweimal an derselben Stelle einschlagen kann, wie in einem nicht gerade lernfähigen Link, der im Gewitter mit Eisenschwertern zu kämpfen versucht. Aber selbst, wenn es nicht ganz dieselbe Magie entfaltet, ist ein neues Zelda immer noch eines der größten Spiele in jedem Jahr. Wie gesagt: Nintendo und wir - wir brauchen dieses Spiel.

Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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