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echochrome

Einfach faszinierend

Nichts ist, wie es scheint. Kein Hindernis ist unumwindbar. Alles ist möglich. Diese Grundsätze sind es, mit denen sich Sonys echochrome treffend beschreiben lässt. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel simpel. Aber dieser Eindruck täuscht. Und zwar gewaltig. Hinter dem ambitionierten Projekt steckt nämlich in Wahrheit eine ganz schön harte Nuss.

Bevor man sich in die Welt von echochrome stürzen kann, sollten einige Regeln gelernt werden. Anweisungen, ohne die man im Spiel ganz schön aufgeschmissen ist. Sie verdeutlichen nämlich das, was das Spiel ausmacht: Den Unterschied zwischen Wahrheit und Illusion. Einbildung und Wirklichkeit.

Lektion 1 – Perspektivenreise: Ein normalerweise unpassierbarer Weg lässt sich auf einfache Art und Weise überwinden. Man muss die Kamera des Spiels so drehen, dass die beiden in Frage kommenden Abschnitte direkt aneinander grenzen und sich somit verbinden. Verdeutlicht wird das durch die verschwundenen schwarzen Ränder an der jeweiligen Seite der einzelnen Blöcke.

Lektion 2 – Perspektivenlandung: Mitten auf dem Weg befindet sich ein schwarzes Loch (nicht DIE schwarzen Löcher), durch das die Spielfigur nach unten ins Nichts fällt. Aber selbst das stellt kein ernstzunehmendes Problem dar. Verändert die Ansicht des Levels so, dass unter eben jenem schwarzen Loch scheinbar eine andere Ebene existiert. Obwohl deren Position, von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet, eigentlich überhaupt nicht passt. Wie dem auch sei. Stürzt die Figur nun nach unten, landet sie auf diesem Weg.

Per Editor erschafft Ihr eigene Level.

Lektion 3 – Perspektivenexistenz: Auf Eurem Pfad seht Ihr eine kleine Lücke im Boden. Was tut Ihr? Die Mehrheit würde nun wohl einfach mit „springen“ antworten, aber wir sind hier schließlich bei echochrome.

Soll heißen: Wieder mit der Kamera rumspielen. Wann immer es ein fehlendes Stück gibt, existiert auch ein weiterer Block, mit dem man die entsprechende Passage verdeckt. Läuft die Figur nun den Weg entlang und die Lücke ist verdeckt, geschieht gar nichts. Sie geht einfach weiter. Als ob kein Hindernis vorhanden wäre. Gäbe es allerdings keine Verdeckung, würde sie stets im Startabschnitt hin und her traben. Die Marschroute wäre unpassierbar.

Lektion 4 – Perspektivenabsenz Die vierte Regel funktioniert im Prinzip ähnlich wie die Perspektivenexistenz. Es geht darum, eine bestimmte Stelle durch Veränderung des Blickwinkels mit einem anderen Block zu verdecken, damit die Spielfigur passieren kann. In diesem Fall sind es nur keine Lücken im Boden, sondern Löcher oder Sprungfelder.

Lektion 5 – Perspektivensprung Eigentlich reicht hier ein Blick auf Lektion 2. Man müsste nur „fallen“ mit „springen“ ersetzen. Neben den schwarzen Löchern trifft man in echochrome ebenso auf Sprungfelder. Damit wird man auf eine höhere Ebene katapultiert. Wo Ihr letztendlich landet, bestimmt einmal mehr die Kameraperspektive. Das Ziel muss also in Wirklichkeit nicht direkt über dem Absprungpunkt liegen.

Später wird es richtig knifflig.

Die wichtigsten Regeln zur Bewältigung von echochrome kennt Ihr nun. Fehlt noch eines, nämlich Euer Auftrag. In sämtlichen Levels gibt es nur eine Aufgabe: Erreicht alle durch Echos markierte Positionen. Eigentlich ist das Spiel also nichts weiter als eine Jagd nach dem Highscore. Schließlich wollen Bestzeiten geknackt beziehungsweise aufgestellt werden.

Insgesamt 56 vorgegebene Herausforderungen bietet man Euch an. Von mal zu mal umfangreicher und knackiger. Wer möchte, darf per Editor sogar eigene Kreationen erstellen und dafür sechs verschiedene Bauelemente verwenden: Wegblock, Loch, Sprungfeld, Startplatz, Echo und Treppe. Mit etwas Zeit entstehen so durchaus kleine Kunstwerke, die für Eure Freunde alles andere als einfach zu lösen sind.

Wie Ihr vielleicht schon aus diversen Screenshots mitbekommen habt, besteht echochrome aus gerade mal zwei Farben – schwarz und weiß. Selbst Grafikfetischisten dürfte das wenig stören, lenkt die simple Optik doch nicht unnötig von den gestellten Aufgaben ab. Untermalt wird das Geschehen zusätzlich durch klassische Musik, wie man sie mitunter in Opern oder gar Ballsälen zu hören bekommt.

Mit seiner Inszenierung mag echochrome vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, aber lasst Euch von dem ungewöhnlichen Look des Spiels nicht täuschen. Dahinter steckt eine wahrhaft knackige Herausforderung.

Es wird sicherlich eine Menge Zeit beanspruchen, bis man sämtliche Aufgaben gelöst und Highscores aufgestellt hat. Dank Editor ist zudem praktisch unbegrenzter Nachschub garantiert.

Sofern Ihr also gerne rätselt und gut mit optischen Täuschungen zurecht kommt, gehört echochrome auf Eure Wunschliste.

echochrome wird voraussichtlich im Juni im deutschen PlayStation Store und für die PlayStation Portable erscheinen.

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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