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GetsuFumaDen: Undying Moon ist Konamis Antwort auf Dead Cells

Undying Moon ist 2022 vielleicht genau das richtige Roguelite für die Switch

Wie es scheint, hat Konami es noch nicht ganz aufgegeben, mit ernsthaften Videospielen. Das kann man gut an GetsuFumaDen: Undying Moon sehen, einem Roguevania-Hack-And-Slay. Auf der letzten Nintendo Direct drohte der hübsche Titel in der Schwemme an Spielen ein wenig unterzugehen - und das wäre schade.

GetsuFumaDen ist der Nachfolger eines Titels von 1987, der nur in Japan erschien. Das Spiel erzählt die Geschichte des geheimnisvollen Getsu-Clans, der seinen jüngsten Krieger Fuma buchstäblich durch die Hölle schickt, um den großen Dämonenlord zu besiegen. Das kürzlich erschienene Undying Moon führt die Ereignisse aus dem Spiel ganze 1000 Jahre später fort. Der Bösewicht Ryukotsuki, gegen den sich die Protagonisten aus dem 25-Jahre alten Vorgänger beweisen mussten, taucht ein weiteres Mal auf und öffnet wieder das Tor zur Hölle. Das bringt die unterschiedlichsten Geschöpfe ins Diesseits, die an die unheimlichsten Abbildungen auf alten japanischen Gemälden im Ukiyo-E-Stil erinnern. Nur der Getsu-Clan kann diese Gefahr ein weiteres Mal stoppen. Ein Gesamtbild davon, wie der Stil in Bild und Ton wirkt, könnt ihr euch im folgenden Video machen:

Manchmal ist es gut, die Vergangenheit ruhen zu lassen

Obwohl der erste Titel noch an ein Teenage Mutant Ninja Turtles auf dem NES erinnerte, schlägt die Fortsetzung auf der Switch eine klare Roguevania-Richtung ein. Und das Genre spielt die Reize von Undying Moon in jedem Durchlauf neu aus. Eine Sache haben beide Titel jedoch gemein: Der Stil ist an die alte japanische Folklore angelehnt und die Geschichte dreht sich rund ums Reich der Dämonen. Um GetsuFumaDen: Undying Moon zu verstehen, müsst ihr den Vorgänger von Konami aber keinesfalls kennen, denn die Geschichte wird euch bereits im kurzen Prolog kurz und knackig zusammengefasst.

Der 27. Anführer des Clans muss mal wieder ran: In GetsuFumaDen: Undying Moon ist es seine Aufgabe den bösen Lord zu stürzen und das Tor zu Hölle ein weiteres Mal zu versiegeln.

Generell steht die Geschichte nicht im Mittelpunkt, sondern wirkt eher wie der Hintergrund, der diese künstlerische Entfaltung im Design erst erlaubt. Dadurch wirkt das Spiel nie langweilig, denn nach jedem Boss erwarten uns neue Gegner, Waffen und Landschaften. Wenn ein neues Element ins Spiel kommt, wirken auch die anderen aufeinander abgestimmt. So verlangen surreale Geisterwelten mit Akzenten auf den Farben rot und weiß im Leveldesign natürlich entsprechende Gegner, die besonders surreal aussehen oder sich schwebend bewegen. Sind wir dagegen in einem Gebiet, welches an das wohl berühmteste Ukiyo-E-Gemälde von Hokusai "Die Welle" erinnert, so werden wir natürlich andere, eher bläuliche Gegner vorfinden.

Man muss das Rad nicht immer neu erfinden

Der Stil ist das größte Alleinstellungsmerkmal von GetsuFumaDen: Undying Moon. Denn wenn wir ehrlich sind, dann ist es nicht so, als gäbe es zu wenige Roguelikes auf dem Markt. Obwohl Konamis rogue-ähnliches Spiel dem Genre nichts wirklich Neues beizutragen hat, erinnert es doch sehr an Dead Cells. Vielleicht war das kleine Indie Entwicklerteam GuruGuru auch inspiriert vom Pixel-Indie-Team hinter Dead Cells - wer weiß. Das alles fühlt sich auch mehr nach -Vania an, als nach -like oder -lite und daher hat die Fanbase auch seit Längerem den Begriff Roguevania für diese Sparte von Spielen geprägt.

Zusammenfassend kann ich jedenfalls festhalten, dass das Spielprinzip auch nach unzähligen Durchläufen bei Dead Cells einfach nicht langweilig wird. Das liegt daran, dass GetsuFumaDen: Undying Moon die Elemente nicht unnötig verkompliziert. Es gibt ein eindeutiges Layout zum Ausrüsten von Nah- und Fernkampfwaffen und ein in sich geschlossenes Upgrade-System, sowohl für die Ausrüstung als auch für Level-ups innerhalb eines Runs. Dieses sorgt für durchgängige Verbesserungen im Spiel und ermöglicht es, den Zufallsfaktor zunehmend zu reduzieren.

Minimalistisches Gameplay, extravagantes Design

Das berühmteste Werk des Ukiyo-E ist Die Welle von Hokusai, die ins Level-Design von GetsuFumaDen: Undying Moon eingebunden wurde.

Dazu sind die Karten im Spiel nicht ausschweifend groß, der Fortschritt bleibt also geschmeidig: Momente, in denen man nicht weiterkommt oder verirrt hin- und herrennt, treten nie wirklich auf. Dadurch wirkt das Spiel manchmal aber auch nicht außergewöhnlich herausfordernd. Muss es auch nicht sein, denn die Vielfalt der Waffen bietet viel Raum für individuellen Kampfstil, was dazu führt, dass man trotzdem stetig was zum Nachdenken hat. Für mehr Eindrücke zum Gameplay empfehle ich noch mal einen Blick ins Video - der Stil macht das Spiel deutlich einzigartiger, als man zunächst denken mag.

Für mich ist GetsuFumaDen: Undying Moon bisher ein schöner Titel für zwischendurch. Ich hatte eine Menge Spaß und eine gute Sogwirkung fiel mir zudem an vielen Stellen auf. Denn man verliert sich gerne in einer, zwei, drei Runden mehr als geplant, wenn man einen reibungslosen Run hat, während man alte Waffen neu für sich entdeckt oder neue findet, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte.

Über den Autor

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Ana Kudinov

Video Editor

Ana macht bei Eurogamer.de seit 2020 die Video-Redaktion. Sie streamt in ihrer Freizeit und spielt viel Strategie- und Indiespiele am PC - kann aber grundsätzlich mit jedem Genre und jeder Konsole etwas anfangen. Ana liebt es sich über Japan und Anime zu unterhalten und verbringt dementsprechend auch viel Zeit mit JRPGs und anderen Besonderheiten aus dem asiatischen Raum.

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