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Have a nice Death: Der Tod braucht Urlaub im brandneuen Action-Roguelite

Der rasante Plattformer von Magic Design Studios ist neu bei Steam im Early Access und wir haben das Entwicklerstudio ein wenig dazu gelöchert.

Wer früher stirbt, startet schneller neu: Im Action-Roguelite Have a nice Death dreht sich alles um den Tod persönlich, der alle Knochenhände voll zu tun hat - und ihr könnt euch jetzt für ein irres Praktikum bei ihm bewerben, denn der rasante Platformer ist jetzt im Early-Access. Wir wollten von Magic Design Studios wissen, warum sich der tödliche Trip von Roguelite-Spielen abhebt und woher das Indie-Team die höllisch kreativen Ideen nimmt.

Ein todlangweiliger Job... oder?

Gestorben wird immer... und deshalb hat der Tod, CEO von Death Inc., auch einen total stressigen Job. Kein Wunder, dass sich der Kuttenkerl ziemlich ausgebrannt fühlt. Die Plagegeister, die eigentlich für ihn arbeiten sollten, machen jetzt auch noch Stunk auf der Erde und unser Sensenmann muss alles wieder hinbiegen - trotz Burnout.

Ohne Kaffee fühlt sich der Sensemann morgens total hinüber.

Natürlich kann der Tod nicht sterben, also schlägt er sich immer wieder aufs neue durch die prozedural generierten Etagen von Death Inc. voller Hack-and-Slay-Action, denn die Sense hat er immer im Anschlag, um die Plagegeister unschädlich zu machen.

"Der Tod beginnt das Spiel immer mit seiner Sense. Es ist sein ikonischer Stil und die vielseitigste Waffe", erklärt Lead Game Designer Simon Dutertre. Doch im Lauf des Spiels wird er zwei Waffentypen finden können. Die Waffen des Umhangs und die Zauber, alle mit ihren eigenen Stärken, Verbesserungen und Schwächen."

Beim Tod stimmt die Work-Life-Balance nicht mehr so ganz.

Mit der Zeit wird der Tod also tödlicher und wie es sich für Roguelites gehört, ist jede Runde natürlich neu: Andere Items, Raumanordnungen und Geisterwellen, damit es eben nicht sterbenslangweilig wird.

Klar, von dieser Sorte Spiel gibt es schon jede Menge und ich höre die Genre-Gegner bereits murren, wie Narrative Designer Mérédith Alfroy erklärt, versucht der 2D-Platformer aber, dem bekannten Konzept eine ganz besondere Note zu verleihen: "Wir haben alle Mechaniken, die Spieler bei Roguelikes mögen, eingearbeitet, aber dem Genre unseren eigenen Touch verpasst, mit einem einmaligen handgezeichneten Firmenumfeld, das in Videospielen selten erforscht wird."

Wie Simon erklärt, habe man sich dabei nicht nur an Genre-Titeln wie Dead Cells, sondern auch an der Hochgeschwindigkeits-Action in Devil May Cry und Co. orientiert. Das Ziel waren schnelle Schläge in befriedigend rasanten Sensen-Prügeleien.

Ein wenig wie The Office nur in tot

Weiter schwärmt Mérédith von der Optik und Atmosphäre der Indie-Action: "Ich denke auch, dass sich Have a Nice Death durch seinen bezaubernden Kunststil, seine niedlichen, aber tödlichen Charaktere, den schnellen Hack'n'Scythe-Kämpfen und einem einzigartigen Blick auf den Tod und das Büroleben von anderen Roguelike-Spielen unterscheidet."

Zumindest euer niedlicher Assistent ist eine treue Seele.

Denn bei Death Inc. gibt es natürlich auch noch die Angestellten, die unserem angenervten Protagonisten mal unter die Arme greifen, ihm aber auch mal neue Arbeit aufbrummen - wie das im Büro eben so ist. Der super-knuffige Assistent Pump Quinn ist zum Beispiel der klischeehafte Chef-Schleimer, dabei aber trotzdem extrem süß.

Der Plot von Have A Nice Death verwandelt das Leben nach dem Tod in eine höllische Animationsfolge von The Office und diese Grundidee zwischen witzig und leicht makaber hat was von einem Pumpkin Spice Latte: Sie gibt einen Hauch Halloween und Grusel, ist aber trotzdem süß, fluffig und macht Lust auf mehr.

Hochtrabende Inspirationsquellen, bodenständiger Spaß

Für diese Kuschel-Gothic-Atmosphäre hatte das Team einige Ideengeber und Idole. Dabei muss natürlich der Name Tim Burton als Inspirationsquelle fallen - wie so oft, sobald es schräg und ein wenig düster wird. Aber auch "Anime-Studios wie Miyazaki, Studio 4c und Gainax" und sogar Kunstwerke von Gustave Doré wirft Mérédith als Inspiration in den Raum.

Für den Soundtrack gab es auch einige bekannte Ideengeber, wie Komponist Alexi Laugier erzählt. Darunter fällt natürlich Danny Elfman, Filmmusiker Cristobal Tapia de Veer, der Sherlock-Holmes-OST von Hans Zimmer, David Arnolds Werke in Good Omens oder auch Mark Shaiman von The Addams Family.

Farbenfroh ist das Level-Design vielleicht nicht, aber dafür detailreich!

Bei so vielen Namen raucht einem vielleicht etwas der Kopf, das Ergebnis fühlt sich aber deutlich weniger hochtrabend an, als die Inspirationsquellen vermuten lassen. Auf den ersten Blick scheint sich Have a Nice Death voll und ganz auf gute Action-Unterhaltung mit einem knuffig-düsteren Look und einer ordentlichen Portion Humor zu konzentrieren.

Wie auch Sound-Designer Julien Koechlin betont: "Wir wollten nicht, dass die Musik zu ernst oder anstrengend ist, es ging nicht darum, den Spieler zu erschrecken." Ein locker-flockiges Spielgefühl ist offenbar Programm.

Was das Schicksal alles für den Tod bereithält, steht allerdings noch nicht ganz fest: "Wir werden im EA [Early Access] sehen - abhängig vom Feedback und der Entwicklung - wie sich die Geschichte entfalten wird", erklärt Mérédith, ein paar feste Pläne für die Story gibt es aber natürlich trotzdem: "Wir haben einige Ideen, die wir wirklich hinzufügen möchten."


Nach meinem allerersten Anspiel-Eindruck kann ich schon einmal zurückhaltend sagen: Das könnte ein makabres, kleines Indie-Suchtmittel mit "ach komm, eine Runde geht noch"-Potenzial und klasse Atmosphäre werden. Have a nice Death von Magic Design Studios gibt es jetzt neu im Early Access auf Steam.

Über den Autor
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Judith Carl

News-Redakteurin

Judith Carl ist Volontärin für News und Social Media bei Eurogamer.de. Judith hat Medienwissenschaften studiert. Sie streamt begeistert am liebsten Rollenspiele und Adventure Games auf Twitch. Ihre weiteren Leidenschaften sind LARP, Pen and Paper, und Trash-Filme.

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