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Läuft Crysis auf dem Steam Deck? Die Antwort auf die Frage aller Fragen

Ja und nein.

Die wahre Feuertaufe steht an: Das Steam Deck muss, wie unzählige PCs vor ihm, angemessen auf die Probe gestellt werden. Wie bei jedem neuen Gerät stellt sich eine entscheidende Frage: Läuft Crysis darauf? Die Antwort lautet: Nein, das tut es nicht. Die Originalversion von 2007 friert mit einem schwarzen Bildschirm ein. Aber Crysis Remastered? Es startet, es läuft, es lässt sich spielen - und mit für Handhelds optimierten Einstellungen könnt ihr ein großartiges Erlebnis haben, das fast 60 Bilder pro Sekunde schafft. Ihr sucht eher nach Detailtreue als nach absoluter Leistung? Auch bei mittleren Einstellungen und nativer Auflösung macht das Spiel einen guten Job, sodass diese tragbare Version des Spiels mit der Originalversion mithalten kann, wenn sie mit den sehr hohen Voreinstellungen läuft - und das auch noch bei nativen 720p.

Aber das hier ist Crysis und daher sind die Optionen vorhanden, um das Steam Deck in die Knie zu zwingen. Der Modus "Can It Run Crysis" macht aus Bildern pro Sekunde eher Sekunden pro Bild. Es ist ähnlich wie beim ursprünglichen Quake auf einem alten 386er-Prozessor. Natürlich ist das Deck ein ressourcenbeschränktes Gerät und das müssen wir bedenken. Die Raytracing-Unterstützung im Spiel hat einen Software-Fallback, was bedeutet, dass es auf SteamOS läuft, aber das ist wirklich keine gute Idee. Um eine anständige Leistung zu erzielen und/oder die Akkulaufzeit zu verlängern, befassen wir uns mit einer neuen Form von optimierten Einstellungen. Es geht nicht nur um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch darum, keine Angst vor weiteren Kompromissen zu haben. Ähnlich wie bei der Nintendo Switch sorgt der kleinere Bildschirm dafür, dass sich deutliche Abstriche bei der Detailtreue während des Spielens weniger bemerkbar machen.

Wie sich herausstellt, gibt es hier ein gutes Maß an Spielraum, bis zu dem Punkt, an dem ich mich fragen musste, ob wir Crysis Remastered tatsächlich mit 60 Bildern pro Sekunde laufen lassen können oder ob wir zumindest nahe herankommen? Um das zu testen, habe ich den zweiten Level verwendet, der in einem Basisangriff gipfelt, bei dem Dutzende von KIs und einige Panzer auf eure Position vorrücken. Es ist ein großartiger Punkt, um die CPU-Beschränkungen zu einem früheren Zeitpunkt im Spiel auszuloten. Wir haben ihn auch als Maßstab verwendet, als wir die Nintendo Switch übertaktet haben, um die Bildraten der anderen Handheld-Version des Spiels zu verbessern. Selbst bei niedrigen Grafikeinstellungen, die der CPU mehr Kraft und Leistung geben, fällt das Steam Deck in dieserr großen Schlacht in den 40er-Bereich.

Die Verwendung von benutzerdefinierten Variablen, um auf niedrigere Einstellungen zu gehen, könnte uns wieder näher an 60 fps heranbringen, aber an diesem Punkt werden die visuellen Kompromisse inakzeptabel. Schattenqualität und Pop-In sehen ziemlich schlecht aus und der Übergang von Objekten von 2D-Sprites zu 3D-Objekten wird auf eine urkomische Art offensichtlich. Eine weitere Möglichkeit, die CPU-Leistung zu erhöhen, ist - bizarrerweise - die Reduzierung der Auflösung. Die CPU-Belastung von Crysis Remastered steigt mit der Auflösung, vermutlich mit der Pixelzahl, die mit dem Detailgrad skaliert. Wenn man also von 800p oder 720p auf 540p heruntergeht, hilft das sowohl der CPU als auch der GPU. Aber es hat auch Auswirkungen auf die Genauigkeit während des Spielens. Begegnungen auf kurze und mittlere Entfernungen sind in Ordnung, aber die Sicht auf weite Entfernungen ist beeinträchtigt, sogar auf dem Handheld-Bildschirm. Und es gibt nichts, was die FSR-Unterstützung auf dem Steam Deck auf Systemebene tun kann, um das zu ändern.

Wir haben es versucht. Wir haben hart gekämpft, um ein portables 60-fps-Erlebnis mit Crysis zu erhalten, aber letztlich führten alle Wege zu einen 30-fps-Setup für eine optimale Balance aus Bildqualität, Leistung und Detailtreue. Ich würde empfehlen, die von SteamOS auf Systemebene angebotene 30-fps-Obergrenze zu verwenden, die ein konsistenteres Frame-Erlebnis bietet als jede der Konsolen-Versionen. Und obwohl Crysis Remastered die volle Auflösung von 1280x800 unterstützt, würde ich auch empfehlen, auf 1280x720 herunterzugehen. Ja, dadurch seht ihr 40 Pixel große Ränder oben und unten, aber sie sind inmitten der Action nicht besonders auffällig und man sorgt für zusätzlichen Spielraum, um die 30 fps aufrechtzuerhalten oder ein bisschen mehr Akkulaufzeit herauszukitzeln.

Was die spezifischen Einstellungen betrifft, so kommt die mittlere Voreinstellung dem originalen Crysis auf sehr hoch am nächsten, mit zusätzlichen Optimierungen, um die OG-Darstellung des Spiels zu übertreffen. Setzt das Post-Processing auf hoch, um Zugang zum wirklich netten per-object Motion Blur der CryEngine zu erhalten, was den Flow der 30-fps-Erfahrung erheblich verbessert. Das ermöglicht auch den Zugriff auf andere Verbesserungen wie Screen-Space-Reflexionen, die den weniger glänzenden Oberflächen im Spiel wirklich helfen. Ich empfehle auch die hohe Vegetationseinstellung, die uns eine weitaus bessere Laubabdeckung bietet als das ursprüngliche Crysis.

Die mittlere Voreinstellung aktiviert auch einige zusätzliche Funktionen, die in der Version von 2007 nicht enthalten waren, darunter Screen-Space Shadows für kleinere Objekte in der Welt, und auch Gras wirft Schatten. Cryteks globales Global-Illumination-System SVOGI ist ebenfalls vorhanden und bietet eine wirklich schöne Simulation von Lichtreflexionen. All das zusammen ergibt ein Crysis-Remastered-Erlebnis, das wirklich sehr gut aussieht. Ich habe die ersten vier Level des Spiels auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad komplett durchgespielt und die 30 fps wurden durchgehend gehalten, abgesehen vom klassischen Crysis-Checkpoint-Stottern. Es gibt auch einige kleinere Probleme, die anscheinend mit der 30-fps-Obergrenze von SteamOS zusammenhängen, bei denen wir 50ms Frame-Time gemessen haben. Aber zum Glück ist das nur selten der Fall.

Durch die Begrenzung der Performance und die Tatsache, dass der Prozessor nicht an seine Grenzen stößt, erhalten wir auch eine anständige Akkulaufzeit. Ich habe zweieinhalb Stunden ununterbrochenes Spielen erreicht. Wenn man bedenkt, dass die Akkulaufzeit auf anderthalb Stunden sinkt, wenn man die Van Gogh APU von Steam Deck auf volle Leistung bringt, ist das ziemlich gut. Und natürlich gibt es immer noch die Möglichkeit, die Einstellungen noch weiter zu reduzieren, wenn man länger spielen möchte. Oder man kann die Auflösung auf 960x540 reduzieren und FSR verwenden, um wieder auf 720p hochzuskalieren.

Läuft Crysis also auf dem Steam Deck? Natürlich tut es das. Aber was noch wichtiger ist: Ich denke, es kann dieses anspruchsvolle Spiel sogar ziemlich gut abspielen. Natürlich ist die Auflösung niedriger als auf den Last-Gen-Konsolen (es ist ein Handheld!), aber man erhält ein visuell verbessertes Erlebnis im Vergleich zur PlayStation 4, vor allem in Bezug auf die Vegetationsdichte, sowie eine gleichmäßigere Performance. Der Kompromiss, der aus PC-Perspektive am meisten schmerzt, ist die Begrenzung auf 30 fps. Valve arbeitet an der Anpassung der Bildwiederholrate des Displays und ich denke, dass die Einstellungen hier für 40 Hz/40 fps gut sein sollten. In Bezug auf die Bildwiederholrate sind wir damit in der Mitte zwischen 30 fps und 60 fps, was ein flüssigeres Spielerlebnis bedeutet. Aber die Auswirkungen auf die Akkulaufzeit werden erheblich und unvermeidlich sein. Unabhängig davon werden wir uns das genau ansehen, falls eine offizielle Unterstützung für anpassbare Bildwiederholraten aufs Steam Deck kommt.


Im englischen Original von Alex Battaglia, Video Producer, Digital Foundry

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Mit Lego, Science Fiction sowie Star Wars und Star Trek beschäftigt er sich ebenfalls gerne.

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