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Lego Bricktales im Test: Funktioniert ein Lego-Spiel abseits der bekannten Formel?

Rätseln und mehr Kreativität.
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Entspanntes und kreatives Bauen in schön gestalteten und verwinkelten Lego-Miniwelten, allein die Steuerung beim Bauen nervt manchmal.

Mit ihrer vertrauten Formel haben TT Games' Lego-Spiele seit vielen, vielen Jahren Erfolg und ja, ich habe weiterhin Spaß mit diesen. Wenngleich es nicht schadet, manchmal etwas Neues zu versuchen. Was nicht heißt, dass es unbedingt von Erfolg gekrönt sein muss. Das beste Beispiel dafür ist Lego Brawls, auch wenn es grundsätzlich gute Ansätze zeigt. Und nun kommt Lego Bricktales von den Machern von Bridge Constructor. Gelingt dieser Versuch besser?

Im Gegensatz zu einem Lego Star Wars: Die Skywalker Saga konzentriert sich Lego Bricktales mehr auf die Rätsel, die Kreativität von Spielerinnen und Spielern und lässt alles etwas ruhiger angehen. Ihr spielt eine Minifigur, die ihren Opa besucht, der gleichzeitig Erfinder ist. Dummerweise hat er vergessen, sich um seinen Vergnügungspark zu kümmern, daher macht der Vermieter des Grundstücks Stress und droht mit dem Rauswurf. Um den Park wieder aufzubauen, reist ihr durch ein Portal in andere Welten und sucht nach Kristallen, die euch dabei helfen. Was man eben so tut.

Lego Bricktales bietet entspanntes Gameplay

Beim Gameplay könnt ihr euch wirklich von der bekannten Gameplay-Formel der Lego-Spiele verabschieden, das hier ist eher so etwas wie eine Mischung aus Bridge Constructor und Captain Toad: Treasure Tracker. Wie in Letzterem bewegt ihr euch durch kleine Welten beziehungsweise Level, wobei sich die Kamera hier automatisch dreht, wenn ihr um eine Ecke geht. Die Level sind wie Dioramen aufgebaut und laden zum Erkunden ein, hier und da gibt es Sammelgegenstände, Schatztruhen und mehr zu entdecken.

Die Welten in Lego Bricktales sind schön gestaltet.
Die Welten in Lego Bricktales sind schön gestaltet.

Nicht alle davon ist von Beginn an zugänglich oder verfügbar, somit kommen auch gewisse Metroidvania-Aspekte ins Spiel. Alles ergibt am Ende eine interessante Mischung, die im Kern nicht wirklich anspruchsvoll ist, aber dennoch Spaß macht. Die Story verläuft größtenteils linear, zurückkehren müsst ihr nur, um Level zu vervollständigen und alles zu sammeln. Manchmal lohnt es sich definitiv, gut hinzuschauen und die Level aus allen Blickwinkeln anzugucken, da sich einige Sachen leicht übersehen lassen.

Helft anderen Minifiguren in Not

Häufig läuft es darauf hinaus, dass ihr in den Levels anderen Minifiguren helft, etwa sammelt ihr mehrere nach einem Flugzeugabsturz im Dschungel ein und helft ihnen beim Weg zurück. Da kommen dann die Bau-Herausforderungen ins Spiel. Während ihr in Lego Star Wars und Co. automatisch Lego-Steine zu Dingen zusammensetzt, habt ihr hier an den dafür angedachten Stellen einen Editor und eine begrenzte Auswahl an Teilen zur Verfügung. Mit diesen müsst ihr unter anderem einzelne Dinge nachbauen, kreative Wege zur Erfüllung der Aufgabe finden oder eine stabile Brücke bauen. Da kommt dann ein wenig Bridge-Constructor-Feeling auf, denn eure Konstruktion muss natürlich erst einmal in der Simulation den Stabilitätstest bestehen.

Beim Händler kauft ihr in Lego Bricktales Outfit-Teile.
Beim Geist kauft ihr mit gefundenen Bananen neue Outfits.

Habt ihr eine Herausforderung beendet, schaltet ihr für diese eine Art Sandbox-Modus frei und habt somit noch mehr kreative Möglichkeiten zur Gestaltung des jeweiligen Objekts. Ihr könnt hier in Anbetracht der gegebenen Einschränkungen wirklich so bauen, wie ihr möchtet, solange ihr am Ende die Voraussetzungen erfüllt. Und das macht Spaß und ist auch nicht über alle Maßen komplex, letztlich soll Lego Bricktales ja auch Kinder ansprechen.

Befriedigendes Bauen in Lego Bricktales

Sachen zu bauen, die am Ende so funktionieren wie gedacht, hinterlässt auf jeden Fall ein befriedigendes Gefühl und fühlt sich auch nicht stressig an. Das Einzige, was dabei manchmal nervt, ist die Steuerung beim Bauen. Es fühlt sich nicht ganz natürlich an, manchmal setzt das Spiel das ausgewählte Teil beim Bewegen automatisch an eine bestimmte Stelle, an der ihr es eigentlich gar nicht haben wolltet. Angesichts der frei drehbaren Perspektive und drehbarer Objekte in einem 3D-Raum ist das nicht ganz verwunderlich, hier und da ein wenig den Überblick zu verlieren, aber nach ein bisschen Fummelei klappt es dann doch noch. So einfach wie im echten Leben ist es aber nicht. Dürfte aber auch schwer sein, das so nachzubilden.

Der Baubildschirm in Lego Bricktales.
Manchmal gestaltet sich das Bauen etwas fummelig.

Rein technisch gesehen sind die einzelnen Level beziehungsweise Dioramen wunderschön gestaltet und haben den typischen Lego-Look. Auf der Switch gibt es anscheinend ein paar vereinzelte Performance-Probleme und hier und da ist manche Animation nicht ganz im Einklang mit der Qualität der anderen. Ich selbst spielte auf dem Steam Deck und hatte dort keine nennenswerten Probleme mit der Performance, auch die Controller-Steuerung klappt dort, mit Ausnahme der erwähnten Fummelei in manchen Bausituationen, einwandfrei.

Lego Bricktales - Fazit

Dieses Experiment ist auf jeden Fall besser gelungen als zuletzt Lego Brawls, so viel ist schon mal sicher. Lego Bricktales konzentriert sich auf einen der wichtigsten Lego-Aspekte, das Bauen, und lässt euch ausreichend Spielraum für den kreativen Bau der geforderten Objekte. Das Experimentieren mit den verfügbaren Steinen macht definitiv Spaß und ist im Zusammenspiel mit der Soundkulisse durchaus entspannend, auch wenn die Steuerung manchmal nerven kann. Wer gerne baut und kreativ Rätsel löst, ist hier richtig aufgehoben, wenngleich der Anspruch des Spiels nicht allzu hoch ausfällt. Wer aber einfach nur ein paar Lego-Rätsel durch kreatives Bauenen lösen will, ist hier bestens aufgehoben.

Lego Bricktales - Pro und Contra

Pro:

  • Schön gestaltete Lego-Miniwelten
  • Kreativität beim Lösen der Rätsel gefragt
  • Es gibt viel zu tun in den Welten
  • Prima für Kinder geeignet

Contra:

  • Für manche vielleicht zu wenig Anspruch
  • Manchmal fummelige Steuerung beim Bauen

Entwickler: ClockStone - Publisher: Thunderful Publishing - Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch - Release: 12.10.2022 - Genre: Action-Adventure, Casual - Preis (UVP): 29,99€ (PC)

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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