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Mini Motorways (Switch) - Test: So süchtig kann Verkehrsplanung machen

Wenn etwas einfach aussieht, ist es das nicht zwingend.
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Mini Motorways ist anspruchsvoller, als es aussieht: Selten war Verkehrsplanung spannender und befriedigender als hier.

Bisher hatte ich das Glück, noch nie stundenlang in einem Stau stehen zu müssen. Was theoretisch jederzeit aus den verschiedensten Gründen passieren kann. In Mini Motorways ist allein schlechte Planung der Grund dafür. Und wenn es zum Verkehrskollaps kommt, dann liegt die Schuld bei euch. Bloß keinen Druck aufbauen! Aber im Ernst: Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann Mini Motorways echt stressig werden, bleibt aber immer spannend und lockt mit der nächsten Herausforderung.

Dabei fängt alles so entspannt an. Zu Beginn habt ihr ein Haus und eine Art Fabrik, die Waren produziert. Euer Ziel ist, dass Autos von den Häusern regelmäßig diese Waren abholen, bevor eine Fabrik voll ist und ihr Limit erreicht. Passiert das, bedeutet es Game Over für euch. Das klingt wiederum relativ simpel, aber glaubt mir, der Anfang ist immer ein Kinderspiel. Nach und nach wächst eure Stadt, der Kartenausschnitt wird größer.

Farben verbinden in der großen Stadt

Und, was noch wichtiger ist, es kommen neue Fabriken und Häuser in anderen Farben zu. Ihr denkt es euch wahrscheinlich schon: Ihr müsst die Gebäude jeweils passend zu ihrer Farbe verbinden. Ein blaues Auto kann aus einer roten Fabrik nichts abholen. Und spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn auf der anderen Seite der Stadt eine Fabrik mit neuer oder bekannter Farbe auftaucht, beginnen eure grauen Zellen zu arbeiten.

Der Moment, in dem in München der Verkehr zusammenbrach.

Wie führe ich die Gebäude am besten zusammen? Wie errichte ich ein effizientes Straßennetz, ohne dass alles zusammenbricht? Es sind einfache Fragen, die Antworten darauf zu finden, ist nach einer gewissen Zeit längst nicht mehr so simpel. Zumal ihr nicht unbegrenzt Material zur Verfügung habt. Es gibt etwa Straßen, Kreisel, Ampeln, Brücken und Autobahnen. Die helfen euch beim Aufbau des Verkehrsnetzes. Aber ihr müsst alles mit Bedacht einsetzen.

Nachschub erhaltet ihr immer nur nach einer In-Game-Woche und ihr müsst euch in einem solchen Moment zwischen zwei Paketen entscheiden. Eine Autobahn mit zehn Straßenstücken? Oder doch lieber 30 einzelne Straßenstücke? Auch das macht es nicht einfacher und erfordert sorgfältige Überlegungen eurerseits im Hinblick darauf, was ihr in dem Moment braucht oder bald brauchen könntet.

Überlegt euch gut, was ihr tut

Es gilt also, möglichst effektiv zu bauen und das, was euch zur Verfügung steht, effizient einzusetzen. In manchen Momenten kann so ein Anflug von Panik entstehen, wenn plötzlich etwas Neues aufploppt und ihr euch erst einmal fragt, wie ihr das jetzt am besten eingliedert. Zum Glück gibt’s eine Pausefunktion, dank der ihr euch Zeit zum Überleben nehmen könnt.

Eine gute Planung ist entscheidend, um so lange wie möglich durchzuhalten.

Wenn ich mir so die Highscores anderer Leute für die einzelnen Level anschaue, sind die entweder bessere Planer oder haben einen besseren Durchblick als ich. Zugleich ist es ein Ansporn, sich weiter zu verbessern, wenn man sieht, was möglich ist. Vom Start weg sind ein paar Städte für euch freigeschaltet, die auf echten Metropolen basieren – Peking oder Tokio -, weitere schaltet ihr frei, indem ihr die Level spielt. Zudem gibt es wechselnde tägliche und wöchentliche Herausforderungen, die euch regelmäßig vor neue Aufgaben stellen.

Der Stil von Mini Motorways ist simpel gehalten, aber er ist effektiv. Alles ist klar verständlich und ihr habt eure Stadt bestens im Blick. Es gibt sogar einen Nachtmodus, der sich auf Wunsch aktivieren lässt, ebenso einen Modus für Farbenblinde. Performance-Probleme gab's keine und auch im Handheld-Modus ist Mini Motorways einwandfrei spielbar. Eingesetzt werden dabei sowohl die Sticks und Buttons als auch die Touch-Steuerung. Wer möchte, kann auch komplett auf Letztere setzen.

Mini Motorways Test - Fazit

Mini Motorways ist weit spannender, als ich es im Vorfeld dachte. Am Anfang herrscht noch pure Entspannung, aber je mehr Minuten vergehen, desto stressiger entwickelt sich das Geschehen. Ihr müsst bereit sein, Dinge ständig über den Haufen zu werfen und euch dynamisch an neue Begebenheiten anzupassen. Das ist hier der Schlüssel zum Erfolg und das macht Mini Motorways zu solch einem guten Rätselspiel. Selten war Verkehrsplanung so aufregend wie hier. Ihr werdet definitiv scheitern, zu Beginn eher früher als später. Aber mit jedem Level, mit jedem Versuch lernt ihr dazu, werdet besser und freut euch über steigende Highscores. Mini Motorways ist eine wunderbare Beschäftigung für zwischendurch und motiviert mit seinem einfachen und zugleich anspruchsvollen Spielprinzip immer wieder aufs Neue.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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