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Mountain Everest Max: Die Spitze der modularen Gaming-Tastaturen

Teurer Tastatur-Baukasten.

Was eine wirklich gute Gaming-Tastatur ausmacht, ist oft vom Spieler selbst abhängig. Der eine mag lineare Tasten, den anderen stört das Numpad und wieder einer kommt ohne praktische Media-Tasten nicht klar. Die Mountain Everest Max, die bei einem Kickstarter-Projekt hier in Deutschland entstand, lässt in dieser Hinsicht nur wenig Wünsche offen und ermöglicht es euch, die Tastatur nach euren Bedürfnissen anzupassen - diese Modularität ist aber nicht gerade billig.

Meine Hassliebe zur Verpackung der Everest Max

Für etwa 250 Euro erhaltet ihr hochwertige Gaming-Tastatur und Baukasten in einem. Für das Geld bekommt ihr aber einiges geboten, was die enorme Größe der Verpackung optisch noch mal unterstreicht. Öffnet ihr den Deckel mit Magnetverschluss, lächelt euch zuerst die Tastatur an, direkt darunter befindet sich die Handballenauflage.

In einer großen Schublade kommen dann die vielen anderen Elemente der Tastatur einzeln und fein säuberlich verpackt: Numpad, Mediadock, USB-Kabel und ein kleines Individualisierungs-Set zum Vorschein. Beim Auspacken werdet ihr verwöhnt, allerdings gibt es dabei einen kleinen Haken.

So viel Müll...

Nachdem ich wie ein neugieriges Kind zu Weihnachten alle Päckchen ausgepackt und die neue Beute begutachtet hatte, stieß mir der riesige Haufen Müll ein wenig sauer auf. Viel Plastik, viel Papier und ein riesiger Karton, den es jetzt irgendwo zu verstauen gilt. In Sachen Umweltfreundlichkeit holt die Tastatur keine Punkte. Dafür glänzt die Everest Max mit ihrer Modularität, wie keine zweite Tastatur und hält dabei sogar noch ein paar unerwartete Überraschungen bereit.

Stück für Stück zur perfekten Tastatur

Beim Kauf der teuren Tastatur könnt ihr bereits erste Anpassungen vornehmen. Darf euer neues Stück Schwarz oder doch lieber Grau sein? Und für welche der fünf Cherry-Switches entscheidet ihr euch? Fragen über Fragen. Ich habe mich für die taktilen MX Brown entschieden, die einen guten Kompromiss zwischen Gaming und Tipparbeiten bieten.

Numpad und Media-Dock lassen sich per USB-C-Stecksystem anbringen. Den Ziffernblock könnt ihr links oder rechts anstecken, indem ihr einen Schieberegler auf der Rückseite des Elements auf die passende Seite schiebt - dafür ist ein unerwartet großer Kraftaufwand nötig. Zufällig wird sich das Ding also sicher nicht verschieben.

Das Media-Dock wird oberhalb der Tastatur platziert. Ob links oder rechts bleibt euch überlassen. Die Handballenauflage wird magnetisch am unteren Teil der Everest Max angebracht. So, jetzt ist jedes Teil an seinem Platz. Fehlt noch das Kabel.

Sogar per Kabel könnt ihr das Numpad der Mountain Everest Max anschließen und so noch passender positionieren.

Interessanterweise wird das geflochtene Kabel unter der Tastatur, in einem speziellen kleinen Tunnel, eingesteckt. Mit Kabelmanagement hat das vermutlich weniger zu tun, vielmehr ermöglicht dieses Feature eine größere Freiheit bei der Platzwahl des Media-Docks. Zudem sitzt das Kabel dort bombenfest und läuft keine Gefahr beim Anheben der Tastatur irgendwie herauszurutschen.

Lieber keine Berge versetzen - zumindest nicht mit der Mountain Everest Max

Der Rest der Tastatur ist allerdings nicht so gut für einen kleinen Spaziergang ausgelegt. Sobald ihr die Mountain Everest Max anhebt, laufen Numpad und Handballenauflage Gefahr sich abzulösen. Mit einem geschickten Griff könnt ihr das sicher vermeiden, aber beim Transport ist es wohl besser, die Teile vorher abzustecken oder sie einfach an einem festen Platz liegenzulassen. Einen guten Reisegefährten gibt die 1373 Gramm schwere Tastatur mit dem Monster-Karton ja sowieso nicht ab.

Auf dem Schreibtisch liegend bleibt alles wunderbar stabil. Sogar die magnetische Höhenverstellung, bei dem ihr die mitgelieferten Magnetscheiben auf dem Individualisierungs-Set stapeln könnt, um die Everest Max Stück für Stück zu erhöhen. So sieht das Ganze aus:

Sieht etwas wackelig aus, aber hält in der Praxis recht gut.

Insgesamt wirken die Teile mit wenigen Ausnahmen sehr hochwertig. Tastatur und Numpad besitzen einen Aluminium-Körper und auch die Handballenauflage wirkt wunderbar soft auf der Oberfläche und besitzt einen guten Gegendruck. Leider wird das Media-Dock mit seiner etwas lockeren Drehrad zum qualitativen Flaschenhals des Gesamtpakets und kommt haptisch nicht so ganz an das erhoffte 250-Euro-Gefühl heran.

Auch hätte man für diesen Preis PBT-Tastenklappen erwarten können. Im deutschen Layout der Tastatur gibt es allerdings nur ABS-Klappen. Schade, denn so büßt die eigentlich tolle Tastatur viel von ihrer Langelbigkeit ein. Klar, ihr könnt die hochwertigen PBT-Klappen nachrüsten, aber bei vielen anderen Modellen in dieser Preisklasse, gehören sie zur Standardausstattung.

So viele bunte Lichter und Knöpfe zum Herumfummeln...

Dafür zaubert die Mountain Everest Max noch ein paar Überraschungen aus ihrem Hut, die die Tastatur auch abseits der unglaublichen Modularität von ihren Konkurrenten abhebt. So besitzt das Numpad vier etwa tastengroße Buttons mit LED-Bildschirm, die ihr nutzen könnt, um schneller auf bestimmte Anwendungen zuzugreifen oder schnelle Befehle, wie etwa den Energiesparmodus, auszuführen.

So viele Möglichkeiten eröffnen sich mit der Mountain Everest Max.

Die auf den kleinen Displays angezeigten Bilder lassen sich in der Base-Camp-Software ändern, die ihr bei Mountain herunterladen könnt. Das übersichtliche Programm lässt euch fünf Tastaturenprofile erstellen und Beleuchtung, Tastenbelegung, Makro-Tasten und auch Einstellungen zum Menü des Media-Docks anpassen.

Viele Klicks spart man sich damit nicht, aber es sieht schon ziemlich nobel aus, wenn man die Icons seiner liebsten Spiele und Anwendungen direkt auf der Tastatur sehen und abrufen kann. Ziemlich praktisch finde ich auch die Anzeigen zur Auslastung von CPU, GPU, RAM und der aktuellen Internetgeschwindigkeit, die ihr auf dem Media-Dock sehen könnt.

Vieltipper können sich sogar ihre APM anzeigen lassen, die wirklich jeden Tastenanschlag mitzählt. Auch Profilwechsel sowie Einstellungen Licht und Helligkeit sowie Lautstärke könnt ihr hier vornehmen. Neben dem Drehrad findet ihr noch fünf Knöpfe, von denen einer zur Navigation im Menü und die anderen für die Musikwiedergabe oder anderen in Base Camp wählbaren Kommandos zuständig sind.

Ich habe mich hier zum Beispiel für die Ausführung von Steam entschieden. Shortcuts für Streamer sind ebenfalls möglich.

Ich fliege förmlich über die Tasten

Beim Spielen und Tippen ist mir die Everest Max extrem positiv aufgefallen. Nach der klassischen kurzen Eingewöhnungszeit - Abstände, Tastenhöhe und Druckpunkte sind ja doch oft anders - fliegen meine Finger über die Tasten und auch beim Zocken fühlt sich die Everest Max an, als hätte ich sie schon immer genutzt. Mit einer Polling Rate von 1000 Hz ist auch die Reaktionszeit des Tippgeräts top.

Einziges Manko bei der Nutzung: Sobald die Tasten auf das Aluminiumgestell hauen, wird es laut. Ein nerviges, metallisches Geräusch beschallt den Raum. Das störte mich mit Headset und Musik oder Spiele-Sound weniger, doch mein Freund beschwerte sich doch hin und wieder darüber, wie laut das Getippe sei - und das sogar ohne Clicky-Tasten. Vielleicht sind die leisen linearen Switches da besser, doch auch hier kommen wir nicht daran vorbei, die Tasten an das Metall schlagen zu lassen.

Die Mountain Everest Max ist gelungenes Gesamtpaket.

Auch wenn es unter den vielen anderen Features untergeht, so hat mich vor allem die Handballenauflage begeistert. Oft sind diese zu hoch, zu hart, zu weich oder ich finde etwas anderes daran auszusetzen. Nicht so bei dieser hier. Sie besitzt eine super sanfte Oberfläche und hat genau die richtige Höhe und Härte. Meine Hände und Handgelenke haben mir auch nach Wochen des stundenlangen Tippens und Zockens nicht einmal wehgetan.


Wenn euch die Tastatur anspricht, könnt ihr die Mountain Everest Max auf der offiziellen Hersteller-Website ab 249,99 Euro bestellen. Je nach Layout und Switches kann es noch etwas teurer werden.


Mountain Everest Max: Das Fazit zum Test

Obwohl das Preisleistungsverhältnis an einiges Stellen noch nicht so ganz hinhaut, so bringt die Mountain Everest Max mit ihrer Modularität und Ergonomie doch einige wichtige Argumente auf den Tisch. Ein paar mehr und ein paar weniger nützliche Spielereien, mit denen sich die teure Tastatur von der Masse abhebt, hat das schwere Gerät auch mit an Bord. Insgesamt bin ich mit dem Gesamtpaket zufrieden und werde die Mountain Everest Max auch weiterhin auf meinem Schreibtisch nutzen.

Wer auf das viele Herumgestecke und die LED-Makro-Tasten sowie das Media-Dock samt Display verzichten kann, findet sicher eine günstigere Alternative inklusive Numpad, PBT-Kappen sowie Media- und Makro-Tasten. Und das ohne einen Verlust in der Qualität der Teile in Kauf nehmen zu müssen. Wen dieser Baukasten gerade wegen seinen vielen Möglichkeiten zusagt, findet kaum eine Alternative zur Everest Max.

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