Wenn du auf einen Link klickst und etwas kaufst, können wir eine kleine Provision erhalten. Zu unseren Richtlinien.

Rückwärts durch die Woche

Da! Ein dreiköpfiger Affe auf Seite 2!

Ist es ein Abklatsch, ist es nachgemacht oder ist das egal? Vollkommen egal, denn hier ist unser Wochenrückblick „Rückwärts durch die Woche“ mit ein paar Gedanken zu den wichtigsten Ereignissen der letzten Tage.

Wir gehen dabei ein wenig anders vor als die anderen und nehmen Euch eben rückwärts mit durch die vergangenen fünf bis sieben Tage, kommentieren die Meldungen, Artikel und Ereignisse und küren am Schluss das Spiel, die Reizfigur, das Video oder die tropische Schlingpflanze "… der Woche". Was immer halt gerade aktuell ist, denn wie jeder weiß, liebt doch jedermann Awards

The Gentle Art of making Enemies

Freitag - Braid war eines der verblüffendsten Spiele, die ich letztes Jahr gespielt habe. Mehr noch, die vage Geschichte, die einerseits emotionale Themen aufzugreifen scheint und aus der andererseits fast jeder Spieler etwas anderes ziehen kann, gipfelte in einem letzten Akt, der einen sprachlos zurücklässt. Was genau das alles zu bedeuten hatte, darüber musste man erst eine Weile nachdenken. Das Einzige, was man sicher wusste, ist, dass einen das Finale gerade zutiefst berührt hatte.

Deshalb bin ich auch ein bisschen enttäuscht, dass es nun auf der offiziellen Braid-Webseite die wohl arrogantesten Stellenausschreibungen gibt, die ich jemals gelesen habe.

Mich wundern nicht einmal hochtrabende Aussagen über „ruhiges“ oder gar „philosophisches” Gameplay, es ist eher die Breitseite, die Blow gegen den Rest der Spieleindustrie schießt: Das ideale Portfolio des gesuchten Lead Artists solle „bitte keine Monster- und Waffenmodelle“ enthalten. Der 3D Environment Concept Artists soll sogar möglichst nicht an „Frauen mit großen Brüsten, blutbefleckten, axtschwingenden Barbaren, Aliens, Raumschiffen, Gangstern denen ins Gesicht geschossen wird, Orks, großen Robotern und natürlich postapokalyptischen Einöden“ gearbeitet haben.

So etwas lässt meinen Bullshit-Sensor gleich zweimal ausschlagen: Erstens verkennt man dadurch die Qualitäten von Leuten, die an Dingen wie Ninja Gaiden, Mass Effect, GTA IV, World of Warcraft und Fallout 3 gearbeitet haben und zweitens wundert mich, wie Blow solche Sätze überhaupt leserlich zur Tastatur bringen kann, wenn seine Nase dermaßen senkrecht gen Himmel zeigt. Naja, vielleicht hat er den Text ja auch einem Lakaien diktiert. Mit solchen Aussagen macht man sich nicht nur keine neuen Freunde, man zeigt auch denen, die man noch hat, die verbitterte Fratze, die einmal das Gesicht eines Designers mit Vision gewesen sein muss. Traurige Geschichte.

Die Kunst, sich trotz Kritik keine Feinde zu machen

Donnerstag - Wie man im Prinzip dasselbe sagt wie Blow, ohne wie ein zynischer, elitärer Fatzke dazustehen, beweist die Indie-Konkurrenz von thatgamecompany. Deren Spiele, wie zum Beispiel Flower und Co, sind mindestens genauso weit draußen und abgehoben wie Blows Werk und dennoch bleiben die Verantwortlichen (offenbar) auf dem Teppich.

Auch sie haben Probleme mit der Ausrichtung vieler aktueller Spiele, empfinden deren Entwicklung als stagnierend. Jenova Chen scheint allerdings zu wissen, wie man Kritik an der Trivialität der allermeisten Spielinhalte so verpackt, dass sie zum Denken anregt und nicht zum Kopfschütteln.

Auf der Develop in Brighton postulierte Chen mehr erwachsene Inhalte für Spiele, forderte die Öffnung des Mediums für ein breiteres Spektrum an Emotionen und den Einbezug aktueller Themen vor. Valide, nachvollziehbare Punkte, an Kollegen und Konkurrenz gerichtet. Konstruktiv und ohne die ätzende „Wir-gegen-Alle“-Attitüde.

Ob es was bringt? Keine Ahnung, aber immerhin wird man sich an Jenova Chen als jemanden erinnern, dem Medium und Branche am Herzen liegen.

Aliens - die Rückkehr

Mittwoch - Im zweiten Teil eines Artikels, den ich mal in grauer Eurogamer-Vorzeit geschrieben habe, tauchte ein neues Alien Breed als einer der Titel auf, die „sein könnten, sein sollten und - bitte, bitte - hoffentlich bald auch sind“. Dieses Flehen wurde von Seiten Team 17 bereits in der vorigen Woche in Form einer Ankündigung von Alien Breed Evolution erhört.

Diese Woche wurde bekannt, dass Alien Breed Evolution als Trilogie kommt. Mir soll es Recht sein, Hauptsache, dieser Urvater des Koop-Shooters kommt. Auf den ersten drei Screenshots ist allerdings schon zu erkennen, dass man die Aliens einem käferartigen Redesign unterzogen hat.

Über den Autor

Alexander Bohn-Elias Avatar

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

Kommentare

More News

Neueste Artikel