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Star Trek Online

Gratis in das unentdeckte Land

Der kleine Captain Kirk in mir liebt Star Trek Online und ist begeistert, wie das MMO seit seinem Release im Februar 2010 gereift ist. Zusammen mit den Fans hat Cryptic Diplomatie-Missionen eingeführt, das Crafting-System überarbeitet, es gibt Mini-Games, neue Schiffsmodelle, der Space-Sektor wurde verbessert, Special-Task-Force-Raids und Feature-Episoden kamen hinzu. Der Bodenkampf hat mit dem Season-Vier-Add-On an Dynamik zugelegt und im C-Store türmen sich neue Outfits, Haustiere, Schiffe und Extras.

Mit den Foundry-Editors hat die Community Hunderte neuer Quests ins System gefüttert, die manchmal sogar die Missionen der Profis in den Schatten stellen. Noch in diesem Jahr wird das Geschäftsmodell auf free-to-play umgestellt und auf dem Testserver "Tribble" kann man bereits einen vorläufigen Blick auf diese kostenlose Zukunft werfen. Da braucht man nicht heldenhaft den Bauch einziehen - Star Trek Online ist auf dem richtigen Weg.

Der kleine Mister Spock in mir hebt da nur seine vulkanische Augenbraue und bleibt skeptisch. Neue Uniformen und Schiffsmodelle im Cashshop machen noch lange kein interessantes MMO. Zu viele Scharten wurden noch nicht ausgewetzt. Allen Überarbeitungen zum Trotz bleibt der Bodenkampf eine hakelige Angelegenheit. Seit der letzten Feature-Episode im März 2011 hat Cryptic außerdem keinen nennenswerten spielbaren Content mehr nachgeschaufelt. Sieht man mal von den sporadischen Angriffen der Borg auf den Föderationsraum ab, ist es viel zu ruhig im Weltraum. Im Endgame herrscht tote Hose, PvP ist keine wirkliche Alternative und auf Seiten der Klingonen tut sich auch kaum etwas.

Unter den Foundry-Missionen finden sich zwar vereinzelt Perlen, ansonsten liegt aber mehr Spreu im Weizen, als selbst der stärkste Tribble verdauen kann. Das free-to-play-Modell wurde offenbar auch nicht richtig durchdacht. Ja, mit einem kostenlosen Silber-Account kann ich auf alle Inhalte zugreifen und muss nur bei der Größe meines Bankfachs und Inventars Beschränkungen schlucken. Aber weshalb bleibt der Foundry-Editor Gold-Mitgliedern vorbehalten, die monatlich knapp 15 Dollar bezahlen? Ist es logisch, gerade diejenigen zur Kasse zu bitten, die Inhalte für die Community erstellen wollen?

Star Trek Online - Ein Jahr STO

Will man so die Qualität der Beiträge erhöhen? Und weshalb müssen auch Gold-Mitglieder für Premiumschiffe oder spielbare Spezies weiterhin den Geldbeutel zücken? Selbst der Rabatt rechtfertigt nicht die Anschaffung eines Gold-Accounts. Es wäre ja noch logisch gewesen, wenn Premiumspieler früher Zugriff auf die Klingonenfraktion erhalten hätten. Stattdessen müssen sie wie ihre Gratiskollegen mit Silber-Account warten, bis sie einen Föderationscharakter auf Stufe 25 haben. Man braucht kein Vulkanier zu sein, um den Mangel an Logik bei all diesen Entscheidungen zu erkennen.

Der Kirk in mir meldet sich zu Wort mit den vielen frischen Features, die zeitgleich mit dem neuen Geschäftsmodell auf dem Testserver gelandet sind. Zum Beispiel das Duty-Officer-System. Bald dürft ihr als Captain bequem auf der Brücke herumlümmeln, während eure Untergebenen im Sektor oder an Bord selbstständig Missionen erledigen. Aus einer langen Liste wählt ihr dabei die geeigneten Besatzungsmitglieder für den jeweiligen Einsatz aus, der im Einzelfall wenige Minuten, Stunden oder sogar Tage dauern kann.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor
Frank Erik Walter Avatar

Frank Erik Walter

Freier Redakteur

Tagsüber arbeitet Frank als freier Journalist. Nachts jagt er seit 2010 flüchtige MMOs für Eurogamer.de und die MMO PRO. Skittles und Tetris sind sein Kryptonit.

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