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Synced angespielt - Ein schöner Shooter, dem es leider (noch) an Abwechslung fehlt

Muss besser abgeschmeckt werden.

Nach dem großen Kollaps in Synced lehnen sich die Maschinen gegen die Menschen auf und lassen ihre einst treuen Kampfmaschinen, die Nanos gegen ihre eigenen Schöpfer antreten. Um den einzig sicheren Ort zu beschützen, den es für die Menschen gerade noch gibt, werdet ihr, ein sogenannter Runner, losgeschickt, um euch den Maschinen entgegenzustellen und die wichtige Ressource Nerva zu sammeln.

In einem Anspiel-Event durfte ich den PvP- sowie den PvE-Modus des Third-Person-Looter-Shooters einmal ausprobieren. Bisher haut mich der Titel von Entwickler Next Studios und Herausgeber Level Infinite nicht vom Hocker, aber darauf eingeschlafen bin ich auch keineswegs. Synced könnte gerne etwas abwechslungsreicher sein, hat hier und dort aber wirklich ein paar schöne Ideen eingebaut.

Design und Charaktere haben mir geschmeckt

Auf gehts in die postapokalyptische Welt, die optisch wirklich toll aussieht. Klar, sie erreicht noch nicht ganz das Level eines Destiny 2, dennoch fühlt man sich hier im Jahr 2022 doch gut aufgehoben. Auch die Bewegungen der Charaktere sind angenehm flüssig. Technisch bin ich so weit also zufrieden, zumal das hier ja erst eine Beta ist. Es ist schön düster, was zum Setting passt, leider aber auch für weniger visuelle Abwechslung sorgt, die gerade Anfängern die Orientierung erleichtert. Das Gefühl einer von Maschinen regierten Welt, die ihre Seele verloren hat, wird aber wunderbar transportiert.

Ein trister Anblick, aber was erwartet man auch in einer Welt, in der Maschinen Krieg gegen die Menschen führen.

Die Charaktere … nun ja, die gehören zur Kategorie "Zu cool für diese Welt". Deshalb leben sie auch in einer postapokalyptischen Zeit, denn nur hier ziehen die richtig krassen Sprüche wirklich gut. Außer bei mir. Ich musste mir schon ein wenig auf die Lippe beißen, weil der erste Satz meines Runners direkt so richtig schön unangenehm war. Warum eigentlich beißen? Vielleicht als Gegenschmerz, weil diese unnötige Angeberei im Angesicht einer Apokalypse ein bisschen weh getan hat? Der NPC ist jedenfalls gleich darauf angesprungen und hat ihren eigenen harten Überlebenden-Spruch in den Ring geworfen.

Tatsächlich cool finde ich das Design der Runner, die allesamt einfach direkt aus The Walking Dead stammen könnten, was sie in einem solchen Setting sehr glaubwürdig macht. Jeder von ihnen hat spezielle Fähigkeiten, die ihr bei der Zusammenstellung eines Teams berücksichtigen könnt. So gibt es einen Runner mit einer Heilaura, zwei mit unterschiedlichen Granaten und einen Charakter, der es Teammitgliedern möglich macht, Feinde in der Umgebung aufzudecken. Es gibt also taktische Rollen, Supporter und reine Angreifer.

Den Runner samt Nano könnt ihr über euer Armband ändern. In diesem Menü könnt ihr festlegen, mit welchem Runner und welchem Companion ihr euch in die Todeszone begebt.

Ähnlich sieht es auch bei den Nano-Bots aus. Hier haben wir einen Heiler, einen Tank, sowie einen Fernkämpfer und einen Nahkämpfer. Diese großen Maschinen besitzt ihr nicht von Anfang an. Ihr erhaltet sie, nachdem ihr die ersten feindlichen Roboter geschwächt habt und sie hackt. Im Laufe einer Runde ist es dabei sogar möglich, mehrere Roboter zu kontrollieren und zwischen ihnen zu wechseln. Ein nettes Detail ist, dass einer eurer Arme dadurch mechanisch wird – und das sogar im Stil des von euch kontrollierten Nanos.

Beim Menü besteht Verbesserungsbedarf

Das Tutorial ist super, führt euch in einer kleinen Spielsequenz direkt in alle wichtigen Elemente ein und ist verpflichtend, damit jeder Spieler zumindest die Grundlagen kennt, bevor er sich in die Todeszone wagt. Genau das Gegenteil möchte ich vom Menü behaupten, denn das war nicht gerade intuitiv aufgebaut. Die Reiter waren teilweise etwas irreführend angeordnet und auch nach einer Einladung für ein Match mussten viele Teilnehmer kurz suchen. Hier könnte sich zum Release aber noch einiges verbessern.

Im Hub, der den sicheren Zufluchtsort der Menschen darstellt, könnt ihr nicht einfach mit der Maus in das Menü gehen, sondern müsst den umständlicheren Weg über die Tastatur gehen. Was mich an Haven aber besonders gefreut hat, ist der große Bildschirm im Hauptraum, der die drei bestplatzierten Spieler mit seinem Namen und dem siegreichen Runner aus dem PvE und PvP zeigt. Da ist man gleich viel motivierter sich anzustrengen, wenn man dafür der ganzen Welt als Runner des Tages präsentiert wird.

Etwas dunkel ist diese Ecke in Haven zwar, aber die Stars dürfen auf dem Leaderboard trotzdem scheinen.

Das Haar in der Suppe ist für mich die Struktur der Matches

Gespalten zurück ließen mich auch die Modi. Im PvE kämpft ihr zu dritt gegen die wilden Nanos. Insgesamt gibt es in einem Match drei einzelne Etappen. Die ersten beiden Stufen bestehen dabei aus Laufen, Töten und Aufbessern. Die Upgrades finde ich wirklich gelungen. Ihr sammelt laufend Währung, etwa durch das Töten von Nanos, und könnt diese an speziellen Automaten ausgeben. Dafür erhaltet ihr Verbesserungen, die euch mit neuen passiven Fähigkeiten ausstatten. Diese sorgen etwa dafür, dass ihr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eure Feinde stunnt oder kleine Explosivgranaten freisetzt. Jedes Mal habt ihr die Wahl aus zwei zufälligen Upgrades und könnt so jedes Mal ein bisschen anders spielen. Je weiter ihr kommt, desto teurer und stärker werden die Verbesserungen.

Die ersten beiden Etappen spielen sich genau gleich, nur die feindlichen Nanos werden etwas kräftiger. Deshalb und aufgrund der gleichen Umgebung und der ähnlichen Gegner wirkt Synced doch noch recht repetitiv. Erst in der dritten Runde kämpft ihr direkt gegen einen Boss und erhaltet so ein wenig Abwechslung. Sterbt ihr und werdet nicht vorher von einem Teamkameraden wiederbelebt, könnt ihr insgesamt zweimal zurückkommen. Danach seid ihr für den Rest des Matches raus. Damit niemand die restlichen Runden Däumchen drehen muss, blieb meinem Team nichts anderes übrig als sich absichtlich umzubringen, um mit unserem Dritten im Bunde eines neues Spiel starten zu können.

Der Nano eines Teammitglieds heilt die gesamte Truppe. Auch per Upgrade könnt ihr euch eine Regenerationsfähigkeit aneignen.

Im PvP ändert sich nicht viel. Ihr spielt weiterhin zu dritt, aber diesmal gegen Nanos und drei weitere Teams. Das Team, das am Ende das meiste Nerva gesammelt hat, gewinnt. Ein Sieg kann auch durch das Ausschalten aller anderen Teams erreicht werden. Aus Balancing-Gründen kommen hier auch andere Upgrades zum Einsatz. Ein kleiner taktischer Kniff zu Beginn jeder Runde, der mich gefreut hat, war eine 3D-Karte auf der ihr schon vor dem Landen in der Todeszone selbst ausgewählte Bereiche aufdecken könnt. Dreimal dürft ihr die Map nach wichtigen Gebäuden abscannen, um dort gleich zu Beginn den Loot abzusahnen, bevor es andere tun. Es kann aber auch sein, dass ihr Bereiche wählt, in denen euch gar nichts angezeigt wird.

Im PvP findet ihr häufiger Waffen und Munition auf dem Boden oder in Truhen. Stellen mit viel Loot sind häufig umkämpft und ziehen so die Action an.

Nachschlag gefällig? Mein kleines Vorab-Fazit zu Synced

Am verlgeichbarsten ist das Gameplay wohl mit Hunt: Showdown, ein absoluter Favorit von unserem Alex. In Hunt finde ich die Spannungskurve sowie die abwechslungsreichen Gebiete und Aufgaben etwas gelungener. Dennoch rechne ich es Synced hoch an, dass sie sich trauen endlich mal wieder frischen Wind in das PvPvE-Genre zu bringen. Dabei kopiert das Studio nicht einfach ein Konzept, sondern kreiert mit der Nano-Mechanik und den zufälligen Upgrades ihr eigenes Rezept für das gleiche Gericht.

Synced weckt gemischte Gefühle in mir. Wo ich Kritik äußere, finde ich auch gleich wieder ein nettes Feature und andersherum. Gegen das noch mangelnde Abwechslungsreichtum lässt sich mit neuen Karten und Runnern behelfen, die in den ersten Saisons auf jeden Fall Zuwachs bekommen werden. Zum Release sollen deutlich mehr Maps bereitstehen und bisher kann ich immerhin fünf Runner im Menü auswählen, verschiedene Waffen, Mods für PvE und einen Nano. Allerdings ändert das die repetitive Struktur der Matches nicht. Irgendwie wünschte ich mir, dass mir der Shooter mehr Spaß bereitet hätte, denn er sieht schick aus und glänzt ab und an mit ein paar schöne Ideen. Es schmeckt also nicht wirklich schlecht, aber mir fehlt es noch an Würze, dem gewissen Etwas, das Synced aus der breiten Masse hervorhebt.

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Melanie Weißmann

News-Redakteurin

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

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