THQ hofft, dass Metro: Last Light Erinnerungen an Half-Life 2 weckt

Soll die Spieler begeistern, die sich für eine gute Story interessieren, und in Erinnerung bleiben.

THQ hofft, dass man bei den Spielern mit Metro: Last Light Erinnerungen an andere storygetriebene Shooter wie Half-Life 2 wecken kann. Auf jeden Fall soll der Nachfolger zu Metro 2033 die Fans entsprechender Spiele zufriedenstellen.

"Wenn ich an Half-Life 2 zurückdenke, erinnere ich mich nicht nur daran, auf irgendwas geschossen zu haben. Ich erinnere mich an die Flucht von dem Boot, die Überquerung der Brücke, die Untersuchung der Farm oder den Einbruch ins Gefängnis", erklärt 4A Games' Huw Beynon im Gespräch mit Eurogamer.

"Ich spreche so darüber, wie ich es in Erinnerung habe und so, wie ich auch über einen wirklich tollen Film sprechen würde. Was wir bei Metro 2033 gesehen haben und hoffentlich auch bei Last Light der Fall ist, waren Leute, die über die gesehenen Dinge und die erlebten Momente gesprochen haben. Und genau darauf wollen wir hinaus, wenn wir von einem story- und szenariogetriebenen Spiel sprechen."

Last Light soll mehr oder weniger ein Gegenteil zu Call of Duty mit seinen engen Leveln und kurzen Kampagnen werden, die Beynon zufolge im Grunde nicht mehr als ein Multiplayer-Training sind. THQs Ansicht nach vergisst man solche Spiele schnell wieder, während man sich an Spiele wie Last Light erinnern soll.

"In vielen Shootern sieht man Füllinhalte", sagt er. "Man baut eine Umgebung auf und was man dann darin tut, reduziert sich lediglich auf das Bewegen und Schießen. In Metro haben wir sehr viel Aufmerksamkeit darauf gelegt, dass jeder Moment von der Story vorangetrieben wird. Wir recyceln nicht viele Grafik-Assets. Trotz dieser unterirdischen und postapokalyptischen Schauplätze haben wir optisch für große Abwechslung gesorgt. Jede Kampfsituation, ob es nun Mutanten oder Menschen sind, wird sich völlig anders anfühlen, auch aufgrund der Umgebung, in der man sich gerade befindet. Es sind solche Momente, von denen wir denken, dass sie herausstechen werden und an die man sich erinnern wird."

"Der Trend, den wir im Military-Genre beobachten, ist, dass man euch irgendwo in einem Schauplatz absetzt, der im Grunde ein langer, großer Tunnel ist und in dem jeder einzelne Gegner mit der Waffe im Anschlag auf euch wartet. Und ihr arbeitet euch dann Stück für Stück voran. Das Gameplay besteht darin, das nächste Ziel zu identifizieren, aus der Deckung hervorzuschauen, es zu erschießen, wieder in Deckung zu gehen und vielleicht mal ein Geschütz zu bemannen."

"In unseren Kampfschauplätzen zeigen wir euch - mit Sicherheit, wenn es gegen Menschen geht - wesentlich realistischere Szenarios. Ob das nun ein Camp oder eine Fabrikhalle ist, man sieht seine Feinde, die einfach nicht bereit sind, nicht auf den Spieler warten, bis er endlich einen bestimmten Punkt passiert. Es sind wesentlich weitläufigere Umgebungen, in denen man seinen Pfad wählen kann, ob das nun brachiale Gewalt oder ein taktischer, leiser Ansatz ist."

Auch sollten die Fans das Spiel nicht schon anhand der bisherigen Videos beurteilen. Beynon bestreitet, dass THQ die Entwickler dazu bringen will, das Spiel zu "westernisieren".

"Es ist kein Spielraum für einen Super-Massenmarkt-Titel da, der Call of Duty schlägt", sagt er. "Wir versuchen nicht, Transformers: The Movie zu sein. Wir wollen District 9 sein. Etwas mit ein wenig mehr künstlerischer Credibility. Es war wichtig, das Studio weiter an ihrer Version und mit ihren Ambitionen für das Spiel arbeiten zu lassen. Wir wollten das nicht kompromittieren, indem wir vereinfachte Gameplay-Mechaniken oder eine nette und simple Story verlangen. Und auch nicht durch mehr Action und mehr Rund and Gun, weil der Markt das so will."

"Tatsächlich glaube ich, dass Spieler sich nach etwas Anspruchsvollerem und Originärem sehnen. Und wenn wir das Spiel diesmal auf Hochglanz polieren und THQ mehr Marketing dafür macht, wobei sie zugegebenermaßen beim letzten Mal versagten, dann wird es sehr erfolgreich sein und der künstlerischen Vision des Studios treu bleiben, ohne irgendwelche Kompromisse für den Markt eingehen zu müssen."

Unter anderem bekommt Last Light ein neues System, mit der ihr Gasmasken säubern könnt, alternative Waffenfunktionen und ein größeres Inventar. Dies sei allerdings nicht gleichbedeutend mit einem zugänglicheren Spiel.

"Nur weil THQ dem Spiel diesmal mehr Aufmerksamkeit widmet und es umfangreicher vermarkten will, heißt das nicht, dass wir irgendwelche Einschränkungen beim Gameplay vorgenommen haben", so Beynon. "Wir haben einfach erkannt, dass es eine Zielgruppe für diese Art von Gameplay gibt, solange das Produkt fehlerfrei läuft. Und wenn wir das gegenüber den Spielern so kommunizieren, werden sie uns mit beiden Händen empfangen."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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