'Rocket' Hall über DayZ: "Wir entwickeln uns bereits von der Mod weg"

Neues zu 'Chernarus Plus', offene Gebäude und ein erster Blick auf den Hund in Patch 1.7.3

Mit der Ankündigung der Standalone-Version von DayZ, die nach dem Minecraft-Modell vermutlich Ende des Jahres mit einer vorab kaufbaren Alpha-Version starten wird, nimmt die Entwicklung der Mod, mit der alles begann eine entscheidende Wendung. Als ich auf der gamescom Gelegenheit hatte, mich mit Erfinder Dean 'Rocket' Hall persönlich zu unterhalten, beschrieb er die immer noch populäre Modifikation mittlerweile als Testbecken für die Vollversion.

"Der Mod ist nur ein Experiment. Es gibt so viele Dinge, die wir in der Mod nicht machen können, weshalb die Standalone-Version einfach großartig ist. Sie ist jetzt unser Fokus und in der Mod geht es darum, zu experimentieren. Hier wollen wir herausfinden, was funktioniert und was nicht", erklärt er.

Mod und Standalone-Version als zwei unterschiedliche Entitäten?

"Ja, sie sind zwei komplett unterschiedliche Biester. Wir haben uns schon jetzt sehr [von der Mod] entfernt und wir haben noch nicht einmal die Standalone veröffentlicht. Tatsächlich haben wir sogar schon einige Inhalte der Standalone-Fassung fertig."

Rocket verweist und auf Bohemias Creative Director Ivan Buchta für ArmA 3 am Tisch nebenan, als er verrät, dass die Karte Chernarus für die Standalone-Version mittlerweile zu einer "Plus" Version angewachsen ist.

"Das ist eine überarbeitete Version, das Terrain wurde erweitert und Ivan hat einige Probleme behoben, die er mit dem ursprünglichen Design hatte und hat die meisten der Gebäude betretbar gemacht."

Viele Teile der Wildnis und besonders die verlassenen großen Bereiche im Norden und Osten seien jetzt ebenfalls ein mehr ausdefinierter Teil der Karte.

"Ich will nicht die Überraschung verderben, was es dort gibt, aber wir haben wirklich coole Sachen dort hinzugefügt", deutet er an. Ein zentraler Punkt auf der Agenda war wohl auch die Erweiterung bestehender Gebäude.

"Es gibt definitiv einen Sweet-Spot [beim Verhältnis betretbarer und geschlossener Gebäude]. Wir hatten auch nicht die Zeit, alle Gebäude betretbar zu machen, aber es gab einige Schlüsselgebäude, die wir erweitern wollten. Das Krankenhaus wurde zum Beispiel deutlich erweitert", verrät er. "Wir wollten, dass die Spieler die Gebäude erkunden, nicht nur durch den Vordereingang hereinschauen, sondern vielleicht auch das nächste Stockwerk durchkämmen."

Authentizität werde auch weiterhin großgeschrieben, wie Rocket in einem Satz wissen lässt, der nebenher vielleicht einen möglichen neuen Gebäudetypen verrät: "Wenn du also Polizeiwaffen finden möchtest, dann musst du eben zum Polizeirevier. Das ist uns sehr wichtig."

Zudem will er nicht-betretbare Gebäude deutlich besser kenntlich machen, etwa durch verbarrikadierte Zugänge oder Warnungen, die mit Farbe auf die Dächer geschmiert wurden.

Weitere Aspekte, die in der Mod nicht mehr möglich sind, seien etwa Zombie-Verhalten, das man in einer Standalone weit besser kontrollieren könne. Auch die Hacker wolle man in einer geschlosseneren Variante des Spieles besser in Schach halten. Ein Grund mehr, sich auf den Start der Standlone-Alpha zu freuen. Hier passiert etwas Großes. Eine ausführlichere Version des Interviews lest ihr bald auf eurogamer.de

Im Anschluss an das Gespräch hatte ich noch kurz Gelegenheit, mir die aktuellste Version des kommenden Patches 1.7.3 anzusehen. Auffälligste Änderung war der Deutsche Schäferhund, der mich begleitete. Das Tier folgte mir mit ordentlich Sicherheitsabstand, oft konnte ich ihn gar nicht sehen, bis ich per Kontext-Menü nach ihm pfiff. Zudem scheint der treue Weggefährte niemals einen Zombie-Aggro auszulösen. Die Sorge, das Tier würde zur Belastung vor allem beim Stealth, teile ich daher nicht wirklich.

Weitere Befehle, wenn man sich in Nähe des stolzen Kläffers befindet, sind "Bleib", "Gibt Laut" sowie ein Toggle zwischen "Warne mich" und "Still!". Das Kommando zum Aufspüren hat mir bisher nichts gebracht, vermutlich weil es keinerlei andere Spieler in der Anspielversion gab, aber tatsächlich soll er auf Ausschau nach Wild halten können, um euch die Nahrungssuche zu erleichtern. Ich bin gespannt, wie das in der fertigen Version aussehen wird. Bereits jetzt schaute ich mich regelmäßig nach ihm um und machte mir teilweise sogar ein bisschen Sorgen um ihn, auch wenn er nicht wirklich in Kämpfe mit Zombies zu geraten schien. In jedem Fall ein interessantes neues Feature.

Ich kann die vom Augenwasser schon ganz aufgeweichten Reddit-Posts kaum noch erwarten, wenn jemand seinen "besten Freund" im Kreuzfeuer eines Banditen-Hinterhalts verliert.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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