Jeder Käufer von Yakuza Kiwami, dem Remake des PS2-Debüts der Serie, erhält auch einen Code für den Download der Demo zu Yakuza 6. Da es der erste Teil der Reihe ist, der von Grund auf für die PlayStation 4 konzipiert wurde, waren wir gespannt, was die Entwickler zu bieten hatten. In Anbetracht dessen, dass es noch immer eine frühe Pre-Release-Demo ist, gibt es bereits jetzt eine Menge Dinge, die wir mögen, aber auch einige Probleme, die man vor der Veröffentlichung des Spiels beheben sollte.

Was zuerst auffällt, ist die umfangreiche Überarbeitung der Beleuchtung, Effekte und Animationen. Im Vergleich zu den vorherigen Spielen der Serie ist Yakuza 6 ein gewaltiger Schritt nach vorne und schafft es, das Spielerlebnis in einer Art und Weise zu vermitteln, wie es die vorherigen Titel niemals konnten. Das zeigt sich bereits in dem Moment, in dem ihr den Start-Button drückt und sich die Kamera im filmreifen Stil durch die Umgebung fliegt, bevor sie sich in eine bekannte Gasse bewegt, wo wir einen gealterten Kiryu vorfinden, der gegen die chinesische Mafia kämpft. Es scheint, als wäre Kiryu das Ziel eines Mannes namens „Chan“ und die Demo konzentriert sich vornehmlich darauf, ihn zu verfolgen. Von der Verfolgung eines seiner Untergebenen namens „Scarred Man“ bis hin zum Aufspüren seiner Freundin bei einer lokalen Burgerbude ist es eine lineare Angelegenheit, aber bereitet auf nette Weise den Weg für eine viel größere Geschichte.

Eine wichtige Verbesserung des Spielerlebnisses stellt die Art und Weise dar, wie Übergänge gehandhabt werden - das Spiel wechselt nun nahtlos zwischen Gameplay, Zwischensequenzen und dem Inneren von Gebäuden, ohne dass ein Ladebildschirm sichtbar wäre. Es hilft dabei, eine glaubwürdige Welt zu erschaffen, die weniger voneinander getrennt wirkt. Es macht das Spiel so viel immersiver, wenn ihr in einem Gebäude durch das Fenster schauen und draußen die Straßen sehen könnt.

Die Qualität der Beleuchtung und der Materialien wurde ebenfalls deutlich verbessert. Obwohl es vom Entwickler noch nicht bestätigt wurde, scheint Yakuza 6 eine physikbasierte Pipeline mit Texturen und Materialien zu nutzen, die Realismus ausstrahlen. Bei Charakteren gibt es außerdem Sub-Surface Scattering, was zu einer realistischeren Hautdarstellung (was wir in Yakuza Kiwami schmerzlich vermissten) führt, während die verregneten Straßen von Kamurocho zusätzlich von Cube-Maps und Screen-Space Reflections profitieren.

Unser erster Blick auf die Demo von Yakuza 6 zeigt viele der neuen Techniken und Verbesserungen, ebenso aber auch ein paar unserer Bedenken.

Das Animationssystem ist ebenfalls feiner geworden. Die Charakteranimationen gehen sanft ineinander über, die gesamte Bewegung fühlt sich gewichtiger an als zuvor. Während der Spieler durch die Stadt läuft, bewegt Kiryu auf natürliche Art und Weise seine Hände, um nicht mit NPCs zusammenzustoßen, während seine Kampfmoves diesmal mit mehr Pep rüberkommen. Die vorherigen Teile fühlten sich ohne echte Übergänge der Animationen immer etwas steif an, und genau das will Yakuza 6 besser lösen.

Die Animationen werden zudem durch ein neues Physiksystem noch stärker hervorgehoben. In der Umgebung platzierte Objekte kollidieren und reagieren nun realistischer mit den Aktionen des Spielers. Stoßt einen Gegner in einen Aktenschrank und ihr seht, wie Papier durch die Luft fliegt. Der Mix aus qualitativ besseren Animationen und einem robusteren Physiksystem verleiht den Kämpfen dieses gewisse Etwas, das hier wirklich gut funktioniert.

Eine weitere Sache, die in dieser Demo heraussticht, ist die Implementierung von Surround Sound. Die hinteren Kanäle werden aktiv genutzt und helfen dabei, den Spieler mit Sound zu umringen. Wenn ihr durch einen Club oder eine Lounge geht und die Umgebungsgeräusche um euch herum in 7.1 hört, trägt das eine Menge zum Spielerlebnis bei.

Allerdings gibt es auch ein paar Probleme mit der Demo, die uns enttäuscht haben. Nach den makellosen 1080p60 in Kiwami fühlt sich Yakuza in puncto Bildqualität und Performance noch nicht so geschliffen an. Die Framerate liegt bei 30 FPS statt 60 und zumindest in dieser Demo kann das Spiel in vielen Fällen noch nicht mal die 30 FPS halten. In einer Reihe von Kampfsequenzen erzielen wir im Durchschnitt rund 25 FPS, bei der Erkundung der Spielwelt und in Zwischensequenzen gibt es weniger starke Einbrüche.

Die Demo zu Yakuza 6 gibt es nur in Japan und im Bundle mit Yakuza Kiwami, einem Remake des Originals für die PS4. Hier ist unsere ausführliche Analyse.

Es scheint, als wären die Physikinteraktionen der neuen Engine dafür verantwortlich. Wenn Feinde mit der Szenerie kollidieren und Objekte in jede Richtung fliegen, kommt die Performance wirklich ins Stocken. Natürlich ist das noch eine frühe Version und unsere Hoffnung ist, dass diese Probleme bis zur Veröffentlichung behoben werden - in Anbetracht des Spielerlebnisses mit Kiwami ist es aber dennoch enttäuschend, dass die angepeilte Framerate wahrscheinlich bei 30 FPS bleiben wird.

Darüber hinaus fällt die Auflösung auf bis zu 900p (zumindest in dieser frühen Demo), während indirektes Specular Lighting in einer noch niedrigeren Auflösung dargestellt wird, ganz ähnlich wie bei Rise of the Tomb Raider. Alles in allem sieht das Spiel nicht annähernd so sauber aus wie Yakuza Kiwami, bei dem diese Demo enthalten ist. Natürlich waren für das Entwicklerteam Opfer nötig, um die eigenen Ziele zu erreichen, aber gleichzeitig fühlt es sich etwas regressiv an, wenn man zuvor erst höhere Auflösungen und eine schnellere Framerate erlebt hat.

Trotz dieser Bedenken hinterlässt die Demo aber einen starken Eindruck. Obwohl sie schon zehn Jahre alt ist, hat die Serie aus technischer Perspektive gesehen keine dramatischen Fortschritte gemacht. Yakuza 6 stellt erst die zweite große Überholung in der Geschichte der Reihe dar und bislang scheint das Entwicklerteam auf dem richtigen Weg zu sein. Abseits der technischen Probleme nimmt man jedes Problem in Angriff, das wir mit der Serie hatten. Eine völlig nahtlose Welt und Kämpfe, die euch davor oder nach dem Kampf niemals die Kontrolle entreißen, kombiniert mit auffallender Grafik und einem hohen Maß an Immersion. Wir werden dieses Spiel im Auge behalten, wenn es später in diesem Jahr in Japan erscheint.

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Über den Autor:

John Linneman

John Linneman

Staff Writer, Digital Foundry

An American living in Germany, John has been gaming and collecting games since the late 80s. His keen eye for and obsession with high frame-rates have earned him the nickname "The Human FRAPS" in some circles. He’s also responsible for the creation of DF Retro.

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