E3 2019: Diese drei Pressekonferenzen solltet ihr nicht verpassen

"Make it or break it" gegen "Break it if you wanna make it"

Die E3 - beziehungsweise der Medien- und Ankündigungsrummel darum - geht dieses Jahr mal wieder schon am Wochenende los, diesmal sogar über Pfingsten. Und weil man am Feiertagswochenende Besseres zu tun hat, als sich alle möglichen Streams und Pressekonferenzen anzuschauen, sofern man nicht in diesem Business arbeitet, haben wir mal ein wenig für euch vorsortiert und darüber nachgedacht, welche drei davon sich in unseren Augen besonders lohnen dürften.

Den Rest? Den schauen wir für euch und sagen euch, ob es gut war - oder, falls ihr doch nichts Besseres zu tun habt, ihr schaut einfach mit uns mit und freut, lacht und ärgert euch gleichzeitig mit uns zu in diesem Jahr buchstäblich unchristlichen Uhrzeiten. Hier die Übersicht aller E3 2019 Pressekonferenzen und Termine.

Und hier die drei Pressekonferenzen, die wir auf keinen Fall verpassen wollen würden:

3. Bethesda

Ganz einfach, weil Bethesda in den vergangenen Jahren einige der besten Singleplayer-Erlebnisse überhaupt zu verantworten hatte, auch wenn die nicht immer den verdienten finanziellen Erfolg erwirtschafteten. Klar, wenn man an die PK denkt, kommen einem als erstes Luftschlösser wie Elder-Scrolls-6- oder Starfield-Demos oder zumindest Trailer in den Sinn. Was natürlich Quasch ist. Oder? ODER!? Hm... und da setzt das Herz schon wieder einen kurzen Schlag aus. Ich würde lügen, dass die noch so kleine Möglichkeit, doch etwas in der Richtung zu sehen oder zu hören, nicht auch bei meiner Vorfreude auf diese PK mitspielt. Immerhin ist Todd Howard immer für eine Überraschung gut.

Aber auch sonst gibt es viel, auf das es sich zu freuen lohnt: Sich als Worst-Case-Szenario mit Nachfolgern zu zwei der besten Solo-Shooter der letzten Jahre zufriedengeben zu müssen, ist mehr als nur ein Trost für die Abwesenheit anderer Dinge: Wie zügig und mutig Wolfenstein Youngblood die Verantwortung schulterte, einen der besten Solo-Shooter der letzten Jahre fortzusetzen, machte schon neugierig. Auch wenn es "nur" ein Spin-off ist. Doom Eternal dürfte dann eines der Spiele der Messe werden. Alleine schon, weil ich immer noch nicht begriffen habe, wie id 2016 nach so langem Herumstochern im Dunkeln den Nagel so sehr auf den Kopf treffen konnte. Ich bin extrem gespannt auf neue Spielszenen aus beiden - und einen Veröffentlichungstermin für Doom Eternal. Zudem ist Wolfenstein 3 offenbar bereits in der Entwicklung. Hier zumindest einen Teaser zu bekommen, ist durchaus im Rahmen des Möglichen.

Und dann ist da noch Arkane, das Studio, das den Durchbruch von allen wohl am meisten verdient hat. Nach Dishonored 1 und 2 und Prey sowie der tollen Erweiterung Mooncrash muss dringend mal ein Hit her, der sich auch mehr als nur anständig verkauft. Ein kurzer Ausblick darauf, was dieses kreative und dem Spielerausdruck verschriebene Team als nächstes macht, würde der Konferenz alleine schon ihre Existenzberechtigung geben. Und auch mit The Evil Within könnte es in nicht allzu ferner Zukunft weitergehen, oder nicht?

Gleichermaßen dürfte zumindest interessant anzusehen sein, ob und in welcher Form Bethesda eine Nachlese zu Fallout 76 betreibt, wie sehr man sich dabei windet, Besserung gelobt oder nicht - bei dem von der Öffentlichkeit wohl meistgehassten Spiel in meiner jüngeren Erinnerung ist zumindest spannend, wie der Publisher damit umgeht.

2. Devolver Digital

4
So sehen Führungspersönlichkeiten aus! Devolver 'CSO' Nina Struthers.

Sicher. Die größten Spiele machen andere. Aber die sehenswerteste und irrsinnigste Live-Show macht immer noch Devolver, die vermutlich zum dritten Mal ihren Chief Synergy Officer Nina Struthers auf die Bühne schicken, um der Industrie den Allerwertesten aufzureißen. Buchstäblich, also mit den Händen, nicht sprichwörtlich. Oder, was ebenso wahrscheinlich ist, sie untergraben mit einer totalen tonalen Kehrtwende alle Erwartungen.

Wichtig ist: Auch wenn ihnen nicht jeder Scherz gelingt, sind Devolvers E3-Shows das nach Black-Mirror-Art gespiegelte Zerrbild dieser Branche, das mittlerweile eine eigene Storyline für sich ergibt. Und dann sind da noch die Spiele. Was mit From Softwares damals untergegangenem und für die heutige Zeit wiederbelebten Mech-Titel Metal Wolf Chaos passiert ist, werden wir hoffentlich ebenso erfahren, wie wir überraschende neue Indies von durchweg hoher Güte sehen werden. Die Welt mit Devolvers Augen zu sehen, dafür lohnt es sich auch, bis tief in die Morgenstunden wach zu bleiben - oder den Wecker mal ein paar Stunden früher zu stellen. Es ist Pfingstmontag. Schlafen könnt ihr später immer noch.

1. Microsoft

Das ist der "Make it or break it"-Moment, oder? Die Spielesparte von Microsoft wirft gerade alles in die Waagschale. Eigentlich auch mit Erfolg: Der Windows-Konzern hat mit der Xbox One X aktuell zumindest die technisch stärkste Konsole auf dem Markt, öffnet sich lobenswert Dingen wie Crossplay, macht einen guten Job darin, Windows und Xbox näher zusammenrücken zu lassen (Play Anywhere), investierte in exzellente Studios und gestaltet mit dem Abrücken von der UWP-Pflicht seinen Windows Store offener. Weiterhin bietet man seine Spiele auch in digitalen Konkurrenzläden an und hat mit dem Game Pass ein Abonnement im Angebot, bei dem Sonys PS Plus nicht mithält. Alle Xbox-First-Party-Exklusivtitel und noch ein paar andere - diesen Monat zum Beispiel Void Bastards und Outer F***ing Wilds - ohne weitere Kosten zu bekommen, das ist schon ein spannendes Angebot.

Aber da haben wir auch schon das Problem: Die Spiele, die man nur hier erleben darf, sind trotzdem noch ziemlich überschaubar, und bis namhafte Studios wie Obsidian oder inXile ihren ersten Exklusiven auf der Xbox unterbringen, wird es noch eine ganze Weile dauern.

3
Obsidians The Outer Worlds ist noch ein Multiplattform-Titel.

Aber: Microsoft und Phil Spencer gehört die Bühne dieses Jahr ganz allein. Zwei Szenarien sind deshalb denkbar und das macht die Sache so kribbelig spannend, ob man nun Xbox-Besitzer ist oder nicht:

Erstens: MS legt sich nochmal mehr ins Zeug, um den öffentlichen Dialog auf Wochen hinaus zu bestimmen: Erste Daten zur neuen Konsole, grober Release-Zeitraum irgendwann nächstes Jahr. Bilder zu ersten Projekten der vielen neuen Studios und die eine oder andere kostspielige Neu-Aquise in Sachen Studio. Allein 14 Xbox-Game-Studios-Spiele will man zeigen, da werden einige Überraschungen dabei sein und von den Third-Parties hätten wir da noch nicht mal angefangen.

Was, wenn Activision sein neues Modern Warfare lieber wieder auf der Xbox zeigt? Auf der momentan leistungsstärksten Konsole und auf der größten Spielemesse der Welt präsentiert, anstatt abzuwarten, bis Sony sein Fass aufmacht?

2
Der Moment, in dem Sony die Generation vorerst gewonnen hatte. Da waren die Konsolen noch nicht mal erschienen.

Erwartet, dass Xbox sich noch mehr als die Feel-Good- und Es-geht-nur-um-Euch-Plattform präsentiert als sonst schon. Der Trend, seit Jahren von der desaströsen ersten Xbox-One-Ankündigung zurückzurudern, wird dieses Jahr seinen vorläufigen Höhepunkt, damit aber noch nicht sein Ende finden.

Ach, und das andere Szenario? Sie denken sich, es wird schon reichen, dass Sony nicht da ist und alles wird ein wenig selbstgefällig und bequem wirken. Aber daran glaube ich nach den Anstrengungen der letzten zwölf Monate nicht. Microsoft arbeitet auf etwas hin und ich bin gespannt, zu sehen, was das ist.

Worauf freut ihr euch am meisten, was sind eure Vorhersagen und was würdet ihr gerne sehen? (was wohlgemerkt zwei verschiedene Dinge sind.)

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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